Werbung Frankreich will 20 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investieren Ökologie 10. Oktober 2017 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels (WK-intern) – In den kommenden vier Jahren will Frankreich in den Umweltschutz und in die Energiewende investieren. Der Kostenpunkt? 20 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich nur um einen Teil eines Investitionspaketes, das auch die Bereiche Innovation, Digitalwirtschaft und auch die Bildung umfasst. Die Pläne, die von Premierminister Edouard Philippe präsentiert wurden, beinhalten 4 Milliarden Euro für „umweltfreundliche Fahrzeuge“, 7 Milliarden Euro für erneuerbare Energie und 9 Milliarden Euro für eine noch bessere Energieeffizienz. Einerseits sollen die alten Gebäude isoliert, andererseits auch Elektroautos schmackhaft gemacht werden. Der Plan soll bereits ab dem kommenden Jahr umgesetzt werden. Doch nicht alle Franzosen freuen sich über die Pläne der französischen Regierung – bereits Anfang der Woche gab es die ersten Proteste. Foto: pixabay.com / skeeze Der französische 20 Milliarden Euro-Plan Bei der Investitionsspritze handelt es sich um ein Wahlversprechen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Der Hintergedanke? Auch die Arbeitslosigkeit, die in Frankreich bei rund 9,5 Prozent liegt, soll gesenkt werden. Doch wie sieht der Plan bis zum Jahr 2022 tatsächlich aus? 20 Milliarden Euro fließen in die sogenannte „ökologische Wende“ – Gebäude erhalten eine neue Wärmedämmung, auch erneuerbare Energien sollen gefördert werden. Nach aktuellem Stand sind die französischen Gebäude zu 20 Prozent für Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zu Beginn sollen vor allem die sozialen Wohnungsbauten renoviert werden. Das langfristige Ziel? Die schlecht isolierten Sozialwohnungen sollen um 50 Prozent reduziert werden. Auch die Regierungsgebäude sollen – zumindest zu 25 Prozent – am derart renoviert sein, sodass sie den aktuellen Umweltstandards entsprechen. Pro Jahr möchte die französische Regierung 75.000 Gebäude renovieren. Das sind in den kommenden fünf Jahren – also innerhalb der Legislaturperiode – 375.000 Gebäude. Fakt ist, dass sich die Investitionen in neue Technologien sowie die benötigten Rohstoffe durchaus lohnen werden. Jedoch klagen bereits jetzt schon die Energieversorger, da sie davon ausgehen müssen, dass demnächst ein deutlich geringerer Energiebedarf bestehen wird. Jedoch müssen sich – so die französische Regierung – die Energieversorger keine Sorgen machen. Staatliche Förderungen sind geplant, sodass auch die „Gegenseite“ zu den Gewinnern zählen wird. Rund 15 Milliarden Euro sollen in Ausbildungsmaßnahmen fließen. Profitieren sollen vor allem die zwei Millionen Geringqualifizierten. Somit soll auch die Arbeitslosigkeit, die seit Jahren bei über 9 Prozent liegt, endlich in den Griff bekommen werden. Weitere Milliardenbeträge fließen auch in die Entwicklung, Forschung und Digitalisierung der Verwaltung. Zudem haben die Franzosen auch ein nicht zu unterschätzendes Verkehrsproblem, das ebenfalls demnächst gelöst werden soll. Der Verkehr macht nämlich rund ein Drittel der Treibhausemissionen aus. Jene Maßnahmen, die hier geplant sind, zielen vorwiegend auf das Schienen- und Straßennetz ab; auch die lokalen Transportnetze sollen gestärkt werden. Die französische Regierung will somit auch einkommensschwachen Haushalten helfen, sich endlich von den umweltschädlichen Fahrzeugen zu verabschieden, möchte aber, dass diese weiterhin mobil bleiben. Natürlich sind viele Franzosen, die noch gerne mit ihren alten Autos fahren, wenig begeistert, wenn in den kommenden Jahren 10 Millionen Fahrzeuge entfernt werden sollen. Dabei handelt es sich vor allem um Diesel- und Benzinfahrzeuge, die erstmals vor den Jahren 1997 und 2001 zugelassen wurden. Foto: pixabay.com / distel2610 Wird es Proteste geben? Schon seit Jahren leidet Frankreich unter einer extrem hohen Arbeitslosigkeit. Emmanuel Macron, der sozialliberale Präsident, der erst vor wenigen Monaten gewählt wurde, will der Wirtschaft nun einen neuen Schwung verschaffen. Doch die Reformen, die dem Land helfen sollen, begeistern nicht alle Franzosen. Vor allem ärgern sich viele über die Lockerung des Arbeitsrechts. Das Gesetz, das erst vor wenigen Tagen in Kraft trat, sorgte schon für zahlreiche Proteste. Anfang der Woche demonstrierten bereits die französischen Lastwagenfahrer. Sie blockierten eine Autobahn an der belgischen Grenze und ließen keine anderen Lastwagen passieren. Des Weiteren kündigten auch die Gewerkschafter Proteste an – demnächst sollen Treibstoffdepots blockiert werden. Schon im vergangenen Jahr protestierten die Fernfahrer gegen eine Arbeitsrechtsreform, sodass zahlreiche Tankstellen nicht beliefert werden konnten. Weitere Beiträge:Klimaflüchtlinge: Dem Orient droht ein Klima-ExodusNeue Anforderungen an die Bauwirtschaft durch die CE-Kennzeichnung von BauproduktenWie die Geoökologie mit lokaler Forschung zur Lösung von Umweltkrisen beitragen kann