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EU-Kommission uneinig über Biokraftstoff-Kriterien


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Die EU-Debatte um die indirekte Landnutzungsänderung durch Biokraftstoffproduktion, im Fachjargon indirect land use change (ILUC) genannt, dauert an. Wie der Nachrichtendienst ENDS Europe Daily berichtet, wurden EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sowie weitere hohe Kommissionsbeamte dazu aufgefordert, die fortlaufenden Uneinigkeiten zwischen der Generaldirektion (GD) Klima und der GD Energie zu schlichten.

Die Uneinigkeit gefährdet das Vorhaben der Kommission, bis zur Sitzung des EU-Umweltministerrates am 9. März einen Gesetzesentwurf zur ILUC-Handhabung vorzulegen. Während die GD Klima die Einführung eines ILUC-Faktors auf die Klimabilanz von bestimmten Biokraftstoffen befürwortet, spricht sich die GD Energie mit Blick auf die Argumente der Biokraftstoffbranche gegen einen solchen belastenden Faktor aus.

Indirekte Landnutzungsänderung tritt dann auf, wenn Energiepflanzen zwar auf EU-zertifizierten Flächen angebaut werden, dabei aber den Anbau von Nahrungsmittelpflanzen auf Wald- oder Brachflächen außerhalb der EU verdrängen. Die durch Zerstörung dieser Flächen entstehenden Treibhausgasemissionen werden bisher noch nicht in die Klimabilanz der Biokraftstoffe einbezogen. Dies könnte sich jedoch durch einen von der Kommission in Erwägung gezogenen ILUC-Faktor ändern.

Scharfe Kritik an dieser Idee übten Ende Januar Vertreter der Biokraftstoffbranche auf ihrer diesjährigen internationalen Fachtagung in Berlin. Der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), Klaus Kliem, sieht dadurch das für den Verkehrssektor vorgesehene europäische Ziel von einem 10 Prozent-Anteil erneuerbare Energien bis 2020 gefährdet: „Es wäre das Ende vom Biodiesel in der EU.“ Bei Einführung eines ILUC-Faktors könnten viele Biokraftstoffe die EU-Anforderung, 35 Prozent weniger Treibhausgasemissionen zu verursachen als fossile Brennstoffe, nicht mehr erfüllen und somit nicht zertifiziert werden. Die Biokraftstoffverbände kritisierten bisher vorgebrachte Studien zu den Auswirkungen von ILUC als zu ungenau.

Eine gegensätzliche Einschätzung kommt von Umwelt-NGOs in Brüssel. So erklärte Transport and Environment, für viele Energiepflanzen seien die Studien aussagekräftig genug, um die Einführung eines ILUC-Faktors zu begründen.

Ein Legislativvorschlag der Kommission zum Umgang mit ILUC wird von EU-Beobachtern aufgrund der Uneinigkeiten und der noch zu erarbeitenden Umweltverträglichkeitsprüfung erst im Juni erwartet.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte die europäische Kommission Studien über den ILUC-Faktor beim Joint Research Centre und beim International Food Policy Research Institute in Auftrag gegeben. [cn]

PM: dnr

EU-Kommission uneinig über Biokraftstoff-Kriterien

Die EU-Debatte um die indirekte Landnutzungsänderung durch Biokraftstoffproduktion, im Fachjargon indirect land use change (ILUC) genannt, dauert an. Wie der Nachrichtendienst ENDS Europe Daily berichtet, wurden EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sowie weitere hohe Kommissionsbeamte dazu aufgefordert, die fortlaufenden Uneinigkeiten zwischen der Generaldirektion (GD) Klima und der GD Energie zu schlichten.

Die Uneinigkeit gefährdet das Vorhaben der Kommission, bis zur Sitzung des EU-Umweltministerrates am 9. März einen Gesetzesentwurf zur ILUC-Handhabung vorzulegen. Während die GD Klima die Einführung eines ILUC-Faktors auf die Klimabilanz von bestimmten Biokraftstoffen befürwortet, spricht sich die GD Energie mit Blick auf die Argumente der Biokraftstoffbranche gegen einen solchen belastenden Faktor aus.

Indirekte Landnutzungsänderung tritt dann auf, wenn Energiepflanzen zwar auf EU-zertifizierten Flächen angebaut werden, dabei aber den Anbau von Nahrungsmittelpflanzen auf Wald- oder Brachflächen außerhalb der EU verdrängen. Die durch Zerstörung dieser Flächen entstehenden Treibhausgasemissionen werden bisher noch nicht in die Klimabilanz der Biokraftstoffe einbezogen. Dies könnte sich jedoch durch einen von der Kommission in Erwägung gezogenen ILUC-Faktor ändern.

Scharfe Kritik an dieser Idee übten Ende Januar Vertreter der Biokraftstoffbranche auf ihrer diesjährigen internationalen Fachtagung in Berlin. Der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), Klaus Kliem, sieht dadurch das für den Verkehrssektor vorgesehene europäische Ziel von einem 10 Prozent-Anteil erneuerbare Energien bis 2020 gefährdet: „Es wäre das Ende vom Biodiesel in der EU.“ Bei Einführung eines ILUC-Faktors könnten viele Biokraftstoffe die EU-Anforderung, 35 Prozent weniger Treibhausgasemissionen zu verursachen als fossile Brennstoffe, nicht mehr erfüllen und somit nicht zertifiziert werden. Die Biokraftstoffverbände kritisierten bisher vorgebrachte Studien zu den Auswirkungen von ILUC als zu ungenau.

Eine gegensätzliche Einschätzung kommt von Umwelt-NGOs in Brüssel. So erklärte Transport and Environment, für viele Energiepflanzen seien die Studien aussagekräftig genug, um die Einführung eines ILUC-Faktors zu begründen.

Ein Legislativvorschlag der Kommission zum Umgang mit ILUC wird von EU-Beobachtern aufgrund der Uneinigkeiten und der noch zu erarbeitenden Umweltverträglichkeitsprüfung erst im Juni erwartet.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte die europäische Kommission Studien über den ILUC-Faktor beim Joint Research Centre und beim International Food Policy Research Institute in Auftrag gegeben. [cn]

PM: dnr








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