Werbung Klimafreundliches Heizen: Welche Gasarten sind wirklich umweltbewusst? Bioenergie Ökologie Wasserstofftechnik 8. August 2025 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels (WK-intern) – Die Energiewende ist bekanntlich in vollem Gange und neben erneuerbarem Strom rücken auch klimafreundliche Gasalternativen immer mehr in den Fokus der Verbraucher. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter Begriffen wie Ökogas, Biogas, Power-to-Gas oder Klimagas? Sind diese speziellen Gase nachhaltig, oder handelt es sich eigentlich nur um geschicktes Marketing? Was bedeutet „klimafreundliches Gas“ überhaupt? Der Begriff klimafreundliches Gas ist nicht eindeutig definiert und kann dementsprechend verschiedene Bedeutungen haben. Grundsätzlich geht es darum, dass das Gas im Vergleich zu fossilem Erdgas weniger Treibhausgase verursacht – sei es durch seine Herstellung, seine Zusammensetzung oder durch die verschiedenen Kompensationsmaßnahmen. Aber Vorsicht: Nicht jedes als „klimaneutral“ beworbene Gas ist automatisch auch nachhaltig. Manche Anbieter nutzen lediglich CO₂-Zertifikate, um herkömmliches Erdgas „grün“ zu rechnen, ohne die eigentliche Produktion tatsächlich zu verändern. Daher lohnt es sich auf jeden Fall genauer hinzuschauen, da man bei einem ausführlichen Ökogas-Vergleich nicht nur mehr über die Herkunft des Heizgases erfährt, sondern darüber hinaus auch die nachhaltigsten Anbieter und die günstigsten Tarife finden kann. Biogas: Aus organischen Reststoffen gewonnen Wie entsteht Biogas? Biogas wird durch die Vergärung von organischen Materialien wie Gülle, Pflanzenabfällen oder Energiepflanzen (zum Beispiel Mais) gewonnen. Bei diesem Prozess entsteht Methan, das nach der Aufbereitung direkt in das Gasnetz eingespeist werden kann. Vorteile von Biogas Kreislaufwirtschaft: Es werden Abfallstoffe genutzt, die sonst verrotten würden. Nahezu CO₂-neutral: Zwar wird bei der Verbrennung CO₂ freigesetzt, doch dieses wurde zuvor von den Pflanzen gebunden – sofern die Herstellung emissionsarm erfolgt und ausschließlich Reststoffe verwendet werden. Unabhängigkeit: Kann dezentral produziert werden und reduziert somit die Importabhängigkeit. Kritikpunkte Flächenkonkurrenz: Wenn extra Energiepflanzen angebaut werden, steht dies in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Methanlecks: Bei unsachgemäßer Herstellung kann klimaschädliches Methan entweichen. Biogas ist zwar grundsätzlich eine echte Alternative zu Erdgas, allerdings auch nur dann, wenn es komplett aus Reststoffen stammt und nicht in Monokulturen erzeugt wird. Ökogas: Oft nur ein Mix mit Zertifikat Was ist Ökogas? Ökogas ist ein Oberbegriff für Gasprodukte, die als umweltfreundlich vermarktet werden. Dabei gibt es zwei Hauptvarianten: Biogas-Beimischung: Ein Teil des Gases besteht aus Biogas, der Rest jedoch aus fossilem Erdgas. Kompensiertes Erdgas: Hier wird konventionelles Erdgas durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen (beispielsweise Aufforstung). Probleme mit den Zertifikaten Viele Ökogas-Tarife basieren auf CO₂-Kompensation. Das bedeutet im Klartext: Das Gas selbst ist nicht klimaneutral, jedoch investiert der Anbieter in verschiedene Projekte, die anderswo Emissionen einsparen. Kritiker bemängeln zu Recht, dass dies keine echte Energiewende vorantreibt, sondern nur eine Art „Ablasshandel“ darstellt. Worauf Verbraucher achten sollten: Biogas-Anteil: Echte Ökogas-Produkte haben einen hohen Biogas-Anteil (in der Regel 100 Prozent). Zertifizierung: Seriöse Anbieter nutzen anerkannte Siegel wie zum Beispiel das Grünes Gas-Label oder TÜV-zertifiziertes Ökogas. Power-to-Gas: Grüner Wasserstoff als Zukunftslösung Wie funktioniert Power-to-Gas? Bei diesem speziellen Verfahren wird überschüssiger Ökostrom genutzt, um per Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Der Wasserstoff kann direkt genutzt oder weiter zu Methan (synthetisches Erdgas) umgewandelt werden. Vorteile Speicherung von Ökostrom: Überschüssige Wind- und Solarenergie wird nutzbar gemacht. Klimaneutral: Wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, ist das Gas per Definition komplett CO₂-frei. Herausforderungen Hohe Energieverluste: Die Umwandlung ist nicht sehr effizient (der effektive Wirkungsgrad liegt nur bei ca. 50 bis 70 Prozent). Kosten: Die Technologie ist aktuell noch sehr teuer und daher noch lange nicht flächendeckend verfügbar. Power-to-Gas kann langfristig gesehen eine Schlüsselrolle spielen, insbesondere für die Industrie und den Schwerlastverkehr. Aktuell steckt die Technologie jedoch noch in den Kinderschuhen. Klimagas: Echtes Ökogas oder nur ein Label? Der Begriff Klimagas ist nicht geschützt und wird dementsprechend oft als reiner Marketingbegriff genutzt. Manchmal handelt es sich um echtes Biogas, manchmal nur um kompensiertes Erdgas. Woran erkennt man seriöse Anbieter? Transparenz: Der genaue Gas-Mix sollte vom Anbieter offengelegt werden, zum Beispiel auf der Firmenwebseite. Zertifikate: Glaubwürdige Siegel wie das Grünes Gas-Label sollten ersichtlich sein, da sie den Verbrauchern eine gewisse Sicherheit geben. Kein Greenwashing: Echte Klimaneutralität erfordert mehr als bloße Kompensation. Hier sind die Anbieter in der Pflicht, zu zeigen, dass ihnen nicht nur das Geld, sondern vor allem auch die Nachhaltigkeit am Herzen liegt. Fazit: Welches Gas ist wirklich klimafreundlich? Nicht alle als „grün“ beworbenen Gase sind gleich nachhaltig. Am umweltfreundlichsten ist Biogas aus Reststoffen, da es Abfall nutzt und keine zusätzlichen Emissionen verursacht. Power-to-Gas hat sicherlich Zukunftspotenzial, ist zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht wirklich massentauglich. Ökogas mit Zertifikaten kann eine Übergangslösung sein, solange die Kompensation nachweislich hochwertig ist. Verbraucher sollten in jedem Fall genau prüfen, was hinter den verschiedenen Angeboten steckt, denn nur so lässt sich Greenwashing vermeiden und die Energiewende wirklich unterstützen. Foto: Image by Steven from Pixabay Weitere Beiträge:Umweltfreundliche Seeschifffahrt braucht ein international einheitliches Regelwerk"Kraftstoffe der Zukunft": Kongressrückblick veröffentlichtKlimawandel: Allein beim Fischfang jährlich bis zu 41 Milliarden US-Dollar Verluste