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Deutsche Gasspeicher haben keine 30 % Füllstände mehr – Minimal darf der Füllstand von 25 % nicht unterschritten werden

EU muss jetzt Gasspeicherziele offiziell senken – Bundesnetzagentur wartet dringend auf eine baldige Entscheidung, um die Bevölkerung zu beruhigen

(WK-intern) – Die Europäische Union könnte ihre ambitionierten Gasspeicherziele in Kürze anpassen müssen.

Darauf deutet Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller im Energiepodcast Plugged In des Fachinformationsdienstes Montel hin.

„Wir haben die Debatten in Brüssel gesehen, bei denen Frankreich, Deutschland und andere zumindest für eine Senkung der Speicherziele argumentiert haben, und ich denke, dass wir in naher Zukunft dazu einige Maßnahmen sehen werden“, so Müller.

  • Wird ein Füllstand von 25 % unterschritten drohen den unterirdischen Kavernen ein Zusammenbruch
  • Die Kavernen in Deutschland sind die abgepumpten ehemalige Gasvorkommen in Norddeutschland

Hintergrund ist die Verpflichtung, europäische Gasspeicher bis zum Beginn der Heizperiode auf mindestens 90 Prozent zu füllen – eine Maßnahme, die 2022 im Zuge der stark reduzierten Gaslieferungen aus Russland eingeführt wurde. Inzwischen mehren sich jedoch Stimmen, die für mehr Flexibilität plädieren.

Marktverzerrung durch politische Eingriffe?

Müller äußerte im Gespräch Sorge über aktuelle Marktentwicklungen. So hat sich seit November ein untypischer Aufpreis des Sommerkontrakts gegenüber dem Winterkontrakt gebildet – ein Phänomen, das in Widerspruch zur üblichen saisonalen Preisdynamik steht. Marktbeobachter führen dies auch auf regulatorische Eingriffe zurück, die den wirtschaftlichen Anreiz zur Einspeicherung im Sommer verzerren.

Unabhängige Beobachter sehen die fehlenden Gaslieferungen über die nicht funktionierenden LNG-Häfen und die fehlenden Gaslieferungen über die gesprengten und abgeriegelten Nord Stream Pipelines aus Russland. Die Katastrophe steht in der Tür, private und geschäftliche Gaskunden sowie die Großindustrie können nicht mehr mit Gas beliefert werden. Dieses Szenario hat sich schon vor Monaten abgezeichnet und kommt nicht überraschend, sondern wie von Unabhängigen erwartet. Damit fallen alle schnell verfügbaren Gaskraftwerke aus … (Kunstdünger, Bäckereien, Glasindustrie, Chemieindustrie, Heizungen, ..?)

„Es gibt einige Anreize, die nicht richtig funktionieren“, sagte Müller. „Wir können nur warnen, dass es die Pflicht des Marktes ist, zu funktionieren, und es ist nicht klug, sich darauf zu verlassen, dass der Staat zu jedem Preis eingreift.“

Politische Weichenstellung steht bevor

PB: Interims-Präsident*in Müller erfolgreiches Lobbyist*in und Politiker*in von Bündnis 90/Die Grünen und Präsident*in der Bundesnetzagentur
PB: Interims-Präsident*in Müller erfolgreiche Lobbyist*in und Politiker*in von Bündnis 90/Die Grünen und Präsident*in der Bundesnetzagentur

Der Aufbau spekulativer Long-Positionen im europäischen Gasmarkt, insbesondere im TTF-Handel, bereitet der Bundesnetzagentur ebenfalls Sorgen. Müller: „Es macht mich nervös. Es ist nichts, was mir Vertrauen einflößt, dass im Moment jeder seine Arbeit macht.“

Angesichts der bevorstehenden Regierungsbildung in Deutschland – nach der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 – wird mit einem baldigen Wechsel im Bundeswirtschaftsministerium gerechnet. Müller kündigte an, seine Präferenz für die künftige Ausgestaltung der Gassicherheitsstrategie zunächst der neuen Energieminister*in vorzustellen.

„Die Europäer stehen vor der Herausforderung, Versorgungssicherheit zu gewährleisten, ohne dabei dauerhaft öffentliche Gelder in großem Umfang einzusetzen“, so Müller abschließend.

Über Montel

Durch unsere Nachrichtenberichterstattung, Preistracking- und Marktanalyse-Dienste hat sich Montel als vertrauenswürdige Quelle für Energie-Intelligenz für Fachleute im Sektor in ganz Europa etabliert. Gegründet im Jahr 1989 bleibt unsere Mission heute die gleiche wie vor über 30 Jahren: die Energiemärkte transparenter zu machen.
Mehr Informationen unter montel.energy

PM: Montel

PB: So voll sind die deutschen Gasspeicher – Stand: 04.04.2025 – Das angezeigte Datum ist der Beginn des sogenannten Gastags. Ein Gastag dauert von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr am Folgetag. Die Daten erfassen den Großteil der Gasspeicher in Deutschland. Der historische Füllstand ist ein geglätteter Mittelwert. / ©: Quelle: agsi.gie.euDaten herunterladen








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