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Die EEG-Kosten der Vergangenheit sind eben nicht die EEG-Kosten des heutigen Ausbaus!

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400 Millionen Euro für neue Erneuerbare im Vergleich zu 2,5 Milliarden Euro für drei Monate Tankrabatt:

(WK-intern) – Eine neue enervis-Studie für den LEE NRW zeigt, dass neue Wind- und Solaranlagen 89 Prozent weniger Förderung benötigen als das vergleichbare EEG-Bestandsportfolio.

Ihre jährlichen Förderkosten liegen damit bei weniger als einem Sechstel der Steuermindereinnahmen durch den Tankrabatt.

Während im Bundestag darüber beraten wird, die Förderung neuer Wind- und Solaranlagen weiter zu reduzieren, zeigt eine neue Studie im Auftrag des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW): Die tatsächlichen Förderkosten heutiger Erneuerbarer liegen weit unter den Milliardenbeträgen, mit denen in der öffentlichen EEG-Debatte häufig argumentiert wird.

Die von enervis energy advisors erstellte Untersuchung kommt für neue Wind- und Solaranlagen auf spezifische EEG-Zahlungen von lediglich 0,72 Cent pro Kilowattstunde. Beim vergleichbaren EEG-Bestandsportfolio sind es 6,58 Cent. Damit liegen die spezifischen Förderkosten neuer Anlagen rund 89 Prozent niedriger. Für die seit Anfang 2025 bezuschlagten und in der Studie betrachteten neuen Wind- und Solaranlagen mit insgesamt 37,8 Gigawatt Leistung und einer erwarteten Stromerzeugung von 55,8 Terawattstunden pro Jahr errechnet enervis EEG-Zahlungen von insgesamt rund 400 Millionen Euro jährlich.

„Wer die milliardenschweren Zahlungen des historisch gewachsenen EEG-Portfolios heranzieht, um die Kosten des heutigen Ausbaus zu beschreiben, führt die Öffentlichkeit in die Irre“, sagt LEE-NRW-Geschäftsführer Christian Vossler. „So entsteht der Eindruck, neue Wind- und Solaranlagen seien weiterhin hoch subventionierte Technologien. Unsere Studie zeigt das Gegenteil: Der heutige Ausbau ist in einer völlig anderen Kostenwelt angekommen.“

Studie rechnet bewusst nicht nur mit aktuellen Niedrigstwerten

Die Untersuchung betrachtet bewusst nicht nur die jüngsten, besonders niedrigen Ausschreibungsergebnisse. Bei der Windenergie fließen die Ausschreibungsrunden seit Anfang 2025 ein. Anfang 2025 lag der durchschnittliche Zuschlagswert noch bei 7,00 Cent pro Kilowattstunde, im Mai 2026 bei 5,06 Cent. Die nochmals niedrigeren Ausschreibungsergebnisse der zweiten Jahreshälfte 2026 sind in der Studie nicht berücksichtigt. Damit bildet die Untersuchung bewusst einen breiteren Zeitraum ab. Das ist auch deshalb relevant, weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass die derzeit außergewöhnlich niedrigen Zuschlagswerte dauerhaft auf diesem Niveau bleiben. Veränderungen etwa bei den Finanzierungskosten können künftige Gebote wieder steigen lassen.

EEG wird zunehmend zum Absicherungsinstrument

Die Ergebnisse zeigen aus Sicht des LEE NRW zugleich, wie sich die Funktion des EEG verändert hat.

„Das EEG ist bei neuen Wind- und Solaranlagen zunehmend weniger ein klassisches Förderinstrument als eine Absicherung für Investitionen“, erklärt Vossler. „Es schafft langfristige Erlössicherheit und ermöglicht damit Investitionen und günstige Finanzierungskonditionen. Reichen die Erlöse am Strommarkt aus, sinken die EEG-Zahlungen entsprechend – bis auf null.“

Gerade in Energiekrisen wird dieser Mechanismus besonders deutlich: Steigen die Strompreise etwa infolge höherer fossiler Brennstoffpreise, steigen auch die Markterlöse von Wind- und Solaranlagen. Der Förderbedarf der Erneuerbaren sinkt dann, anstatt mit den Energiepreisen zu steigen. Für neuere Anlagen kann die Marktprämie in solchen Situationen vollständig entfallen.

„Das ist ein wichtiger Unterschied in der Kostendebatte“, so Vossler. „Wenn fossile Energieträger in Krisenzeiten teurer werden und die Strompreise nach oben treiben, werden Erneuerbare nicht automatisch teurer für den Staat – im Gegenteil: Ihre Förderkosten sinken. Gleichzeitig produzieren Wind und Sonne ohne Brennstoffkosten.“

400 Millionen Euro – und eine Debatte über weitere Kürzungen

Die Größenordnung wird im Vergleich mit anderen aktuellen Maßnahmen deutlich: Der für drei Monate vorgesehene Tankrabatt 2026 führt nach Angaben des Bundesfinanzministeriums zu Steuermindereinnahmen von rund 2,5 Milliarden Euro. Das ist mehr als das Sechsfache der jährlichen EEG-Zahlungen für die von enervis untersuchten neuen Wind- und Solaranlagen.

„Wir diskutieren bei neuen Erneuerbaren über jeden Zehntelcent Förderung, während für andere energiepolitische Maßnahmen Milliardenbeträge mobilisiert werden“, kritisiert Vossler. „Natürlich müssen wir auch beim EEG auf die Kosten achten. Aber wir sollten alle Instrumente mit demselben Maßstab bewerten.“

Der LEE NRW warnt deshalb davor, aus den hohen historischen EEG-Gesamtzahlungen einen weiteren Kürzungsbedarf für Neuanlagen abzuleiten. In der laufenden EEG-Reform werden unter anderem kürzere Förderzeiträume und niedrigere Ausschreibungshöchstwerte diskutiert.

Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V.

Der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen e.V. (LEE NRW) vertritt seit 2009 die Interessen der Erneuerbare-Energien-Branche in NRW. Unsere 350 Mitglieder sind in den Bereichen der Wind-, Solar- und Bioenergie, der Wasserkraft und der Geothermie sowie im Bereich der Wärmepumpen und Kraft-Wärme tätig. Sie leisten damit täglich einen Beitrag zum Gelingen der Energie- und Wärmewende, zu bezahlbarer Energie für Industrie und Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürger vor Ort sowie damit zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in Europa und weltweit.

PM: Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V.








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