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Neue Daten zu Vogelkollisionen an Offshore-Windenergieanlagen

PB: Neue Studie mit Wärmebildkameras liefert wichtige Erkenntnisse zum Kollisionsrisiko von Vögeln auf See / ©: Vattenfall
Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels

Neue Studie mit Wärmebildkameras liefert wichtige Erkenntnisse zum Kollisionsrisiko von Vögeln auf See

(WK-intern) – Vattenfall testet Wärmebildkameras und künstliche Intelligenz erfolgreich auf See und gewinnt wertvolle Daten zu Vogelkollisionen an Offshore-Windenergieanlagen.

Vattenfall hat im Offshore-Windpark Hollandse Kust Zuid ein neuartiges Kamerasystem zur Beobachtung von Vögeln erfolgreich getestet.

Ziel der Untersuchung war es, mithilfe von Wärmebildkameras und künstlicher Intelligenz die Flugbewegungen von Vögeln und mögliche Kollisionen mit Windenergieanlagen auf See direkt zu erfassen. Der Test zeigte, dass die Technologie auch unter den anspruchsvollen Bedingungen auf See zuverlässig funktioniert. Gleichzeitig konnten wertvolle Daten über das Verhalten von Vögeln im Umfeld einer Offshore-Windenergieanlage gewonnen werden, die bislang kaum verfügbar waren.

Technologie bewährt sich unter Offshore-Bedingungen

Für die Untersuchung wurden 16 Wärmebildkameras des Unternehmens Wildlife Imaging Systems (WIS) an einer Windenergieanlage installiert. Die Kameras deckten sämtliche Blickwinkel ab und waren rund um die Uhr im Einsatz. In Kombination mit künstlicher Intelligenz konnte das System die Flugbewegungen von Vögeln sowohl tagsüber als auch nachts sowie bei eingeschränkter Sicht durch Nebel oder Regen erfassen und analysieren.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Wageningen University & Research werteten die gewonnenen Daten aus, um die Leistungsfähigkeit des Systems zu beurteilen und mögliche Verbesserungen zu identifizieren. Die Untersuchung lieferte wichtige Erkenntnisse darüber, welche Möglichkeiten die Technologie bereits bietet und wie sie für künftige Einsätze und eine mögliche breitere Anwendung weiterentwickelt werden kann.

Von theoretischen Modellen zu tatsächlichen Beobachtungen

Jedes Jahr überqueren Millionen von Singvögeln während des Frühjahrs- und Herbstzugs die Nordsee, überwiegend nachts. Mit dem Kamerasystem lassen sich auch diese kleinen Vögel sowie Fledermäuse bei Dunkelheit erfassen. Tagsüber können zudem größere Vogelarten beobachtet werden.

Da das System Vogelkollisionen auf See zuverlässig erkennen und analysieren konnte, war es erstmals auch möglich, das tatsächliche Kollisionsrisiko anhand direkter Beobachtungen näher zu bestimmen. Während des rund neunmonatigen Untersuchungszeitraums, der zwei Vogelzugperioden umfasste, wurden 22 mögliche Vogelkollisionen registriert. Davon konnten zwei eindeutig bestätigt und eine weitere mit hoher Wahrscheinlichkeit als Kollision eingestuft werden.

„Bisher beruhten die Schätzungen zu Vogelkollisionen an Offshore-Windenergieanlagen hauptsächlich auf theoretischen Modellen“, erklärt Jesper Kyed Larsen, Bioscience-Experte bei Vattenfall. „Auf See ist es äußerst schwierig, tödliche Kollisionen nachzuweisen, da sich keine Überreste der Tiere bergen lassen. Mit dieser Untersuchung können wir die bisherigen Modellberechnungen nun durch tatsächliche Beobachtungen ergänzen und so die realen Risiken besser verstehen.“

„Das von WIS entwickelte System ist ein wichtiger Fortschritt bei der Untersuchung der Auswirkungen von Offshore-Windenergieanlagen auf Vögel und Fledermäuse“, sagt Karen Krijgsveld, Wissenschaftlerin an der Wageningen University & Research. „Wir verfügen jetzt über eine Technologie, mit der sich Kollisionen von Vögeln und Fledermäusen auf See erfassen lassen. Damit können wir erstmals systematisch untersuchen, wie häufig solche Kollisionen auftreten und unter welchen örtlichen Bedingungen es dazu kommt.“

Grundlage für wirksamere Schutzmaßnahmen

Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Pilotprojekt fließen bereits in weitere Forschungsarbeiten ein. Dabei sollen Kollisionsdaten an unterschiedlichen Standorten und unter verschiedenen Bedingungen erhoben, die Überwachungstechnologie weiter optimiert und die Umstände, unter denen es zu Vogelkollisionen kommt, genauer untersucht werden. Langfristig können diese Erkenntnisse dazu beitragen, Schutzmaßnahmen für Vögel und Fledermäuse in Offshore-Windparks gezielter und wirksamer zu gestalten.

Die Untersuchung ist Teil des freiwilligen Engagements von Vattenfall, die wissenschaftlichen Grundlagen für wirksame und risikobasierte Schutzmaßnahmen in Offshore-Windparks zu verbessern. Je genauer bekannt ist, wann und unter welchen Bedingungen das Kollisionsrisiko für Vögel und Fledermäuse besonders hoch ist, desto gezielter können entsprechende Maßnahmen eingesetzt werden. So lässt sich der Schutz der Tiere verbessern, während die erneuerbare Stromerzeugung in Zeiten mit geringem Kollisionsrisiko möglichst uneingeschränkt fortgesetzt werden kann.

Der vollständige Forschungsbericht ist unter diesem Link abrufbar.

Hintergrund zur Untersuchung:

  • Standort: Offshore-Windpark Hollandse Kust Zuid
  • Technologie: 16 Wärmebildkameras an einer Windenergieanlage
  • Untersuchungszeitraum: Neun Monate, einschließlich des Frühjahrs- und Herbstvogelzugs
  • Ziel: Besseres Verständnis des Kollisionsrisikos für Vögel an Offshore-Windenergieanlagen durch direkte Beobachtungen

Weitere Informationen finden Sie in der aktuellen Ausgabe von THE EDIT: Wärmebildkameras geben neue Einblicke in das Verhalten von Vögeln – Vattenfall 

PM: Vattenfall

PB: Neue Studie mit Wärmebildkameras liefert wichtige Erkenntnisse zum Kollisionsrisiko von Vögeln auf See / ©: Vattenfall

 








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