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Neue Transparenz bei Geothermieprojekten

PB: Zukunftsfeste Konzepte für die Energietransformation / ©: IEG
Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels

Neues Verbundprojekt verbindet Seismologie, Kommunikation und Bürgerbeteiligung für die Wärmewende

(WK-intern) – Für den Ausbau einer klimafreundlichen Wärmeversorgung spielt die tiefe Geothermie eine wichtige Rolle.

Die neue Technologie stellt gleichzeitig noch viele Kommunen, Betreiber und Behörden vor kommunikative Herausforderungen:

Es gilt, komplexe Sachverhalte für Bürger, Anwohner und Nutzer verständlich aufzubereiten und nachvollziehbar zu vermitteln.

Das neue Verbundprojekt SAURIER entwickelt dafür wissenschaftlich fundierte Grundlagen und praxisnahe Instrumente. Ziel ist es, seismologische Erkenntnisse transparenter aufzubereiten und die Beteiligung von Stakeholdern und Öffentlichkeit zu stärken. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt nun mit 2,27 Mio. Euro.

»Die Energieversorgung der Zukunft entsteht nicht allein im Untergrund, sondern auch im Dialog mit den Menschen.
SAURIER unterstützt dabei. Es macht aus Daten nachvollziehbare Informationen und zudem Wissen transparent zugänglich«, erklärt Dr. Claudia Finger, die Projektleiterin am Fraunhofer IEG. Sie forscht mit ihrem Team zum Thema Seismologische Überwachung und untersucht mit Sensornetzwerken die unterirdischen Aktivitäten der tiefen Geothermie. Das Projekt soll zeigen, wie technische Innovation und gesellschaftliche Beteiligung gemeinsam dazu beitragen können, die Wärmewende vor Ort erfolgreich umzusetzen. Zahlreiche geologische Fach- und Landesbehörden bringen Erfahrungen aus Genehmigungspraxis, geologischer Überwachung, Projektentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit in das Vorhaben ein. Durch ihre enge Einbindung sollen die entwickelten Kommunikations- und Beteiligungsansätze frühzeitig an den Anforderungen von Behörden, Betreibern, Kommunen und weiteren Anwendern ausgerichtet. »Mit der Unterstützung unserer Partner aus Verwaltung und Wirtschaft können wir die Ergebnisse von Anfang an nahe an den in der Praxis auftretenden Fragestellungen erprobt werden.«

Verständliche Informationen als Grundlage für informierte Entscheidungen

Viele seismische Ereignisse im Zusammenhang mit tiefengeothermischen Projekten sind nur mit Messinstrumenten nachweisbar. Über Ampelsysteme werden sie klassifiziert und helfen so den zuverlässigen Betrieb sicherzustellen. Dennoch können bereits wenige kaum spürbare Erschütterungen die öffentliche Wahrnehmung prägen und Diskussionen über Energieprojekte beeinflussen. SAURIER setzt genau an dieser Schnittstelle zwischen technischer Bewertung und gesellschaftlicher Wahrnehmung an.

Dafür kombiniert das Projekt moderne seismologische Methoden mit sozialwissenschaftlicher Forschung. Neue Verfahren zur Analyse seismischer Ereignisse sollen ebenso berücksichtigt werden wie Erkenntnisse über Informationsbedürfnisse, Risikowahrnehmungen und Beteiligungsformate. Workshops, Bevölkerungsbefragungen und der kontinuierliche Austausch mit Kommunen, Behörden, Betreibern und Öffentlichkeit fließen in die Entwicklung der Projektwerkzeuge ein. Das Team entwickelt zielgruppengerechte Konzepte zur Vermittlung seismologischer Auswertungen inklusive deren Gefährdungseinschätzung.

Unterstützung für Kommunen, Behörden und Betreiber

Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung verständlicher Visualisierungen und Kommunikationsformate. Darüber hinaus sollen neue Ansätze entstehen, um Erschütterungen nachvollziehbar darzustellen und ihre Auswirkungen besser einzuordnen. Ziel ist es, Entscheidungsgrundlagen bereitzustellen, die fachlich belastbar und gleichzeitig für unterschiedliche Zielgruppen verständlich sind.

Die Arbeiten konzentrieren sich auf verschiedene Fallstudienregionen, um Kommunikations- und Beteiligungsansätze unter realen Bedingungen zu untersuchen.

Beitrag zur Wärmewende und zu künftigen Energieprojekten

Die Ergebnisse von SAURIER sollen in Form eines Leitfadens für Kommunikations- und Partizipationsstrategien veröffentlicht werden. Dieser richtet sich an Kommunen, Landesbehörden, Betreiber und weitere Akteure, die Geothermieprojekte planen oder begleiten. Darüber hinaus sollen die entwickelten Ansätze auch für weitere Untergrundtechnologien wie die geologische CO₂-Speicherung oder Wasserstoffspeicherung nutzbar sein. Mit seinem inter- und transdisziplinären Ansatz unterstützt SAURIER damit die Entwicklung einer transparenten Informations- und Beteiligungskultur für Energietechnologien des Untergrunds und leistet einen Beitrag zur Umsetzung der Wärmewende.

Über das Projekt

Koordiniert wird das Projekt »SAURIER – Seismologische Auswertung und gesellschaftliche Relevanz von tiefen Energieprojekten« durch das Fraunhofer IEG. Gemeinsam mit den Partnern Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ) und dem Institut für geothermisches Ressourcenmanagement (igem) werden neue Ansätze für die Kommunikation und Bewertung induzierter Seismizität entwickelt. Das Vorhaben läuft vom 1. September 2026 bis zum 30. August 2029 und verfügt über eine Fördersumme von rund 2,27 Millionen Euro aus dem 8. Energieforschungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE).

Praxispartner und Transfer

Als assoziierte Partner begleiten

die Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für nachhaltige Energieträger, Mobilität und Kohlenstoffkreisläufe (DGMK),
das WärmeWerk Wörth GmbH, das Institut für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel sowie mehrere geologische Fach- und Landesbehörden das Projekt. Dazu zählen der

Geologische Dienst NRW,
das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie,
das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg,
das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz sowie
das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen.

Sie bringen ihre Erfahrungen aus Genehmigungspraxis, geologischer Überwachung, Projektentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit in das Vorhaben ein. Durch die enge Einbindung dieser Akteure sollen die entwickelten Kommunikations- und Beteiligungsansätze frühzeitig an den Anforderungen von Behörden, Betreibern, Kommunen und weiteren Anwendern ausgerichtet und unter praxisnahen Bedingungen erprobt werden.

Mehr Information zu den beteiligten Fachgruppen:
https://www.ieg.fraunhofer.de/de/geschaeftsfelder/geotechnologien/monitoring-sensorik.html#719242330
https://www.ieg.fraunhofer.de/de/forschungsthemen/geotechnologien/lagerstaettengeophysik.html

Weitere Informationen finden Sie unter: www.ieg.fraunhofer.de

PM: Fraunhofer IEG

PB: Zukunftsfeste Konzepte für die Energietransformation / ©: Fraunhofer IEG








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