Werbung Sechs Ostseestädte zeigen, wie die Kreativwirtschaft den Wandel hin zur Kreislaufwirtschaft vorantreiben kann Behörden-Mitteilungen Erneuerbare & Ökologie Kooperationen Ökologie Technik 26. Oktober 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Pilotprojekte in Aarhus, Gdynia, Kiel, Riga, Tallinn und Turku erreichten Tausende Menschen und führten zu Änderungen in städtischen Strategien – das dreijährige Projekt schließt mit Empfehlungen für die Politik (WK-intern) – Kiel, Germany – Nach drei Jahren Arbeit hat das Interreg-Ostseeprojekt Creative Circular Cities (CCC) die Ergebnisse von sechs städtischen Pilotprojekten sowie eine Policy-Roadmap vorgestellt, die zeigt, wie lokale, nationale und europäische Entscheidungsträger*innen eine kulturgeführte Kreislaufwirtschaft unterstützen können. Die Ergebnisse wurden auf der Abschlusskonferenz des Projekts am 29. und 30. September in Kiel präsentiert. Die Pilotprojekte in Aarhus (DK), Gdynia (PL), Kiel (DE), Riga (LV), Tallinn (EE) und Turku (FI) prüften, ob Designer*innen, Macher*innen und Community-Organisationen gemeinsam mit den Kommunen kreislauforientierte Entscheidungen verständlicher und leichter zugänglich machen können. Gdynia nahm sich des Sperrmülls an: Ein zweimonatiges Pilotprojekt erhielt 32 Einreichungen und sammelte 34 Möbelstücke, von denen 52 % ein zweites Leben bekamen. Daraus entstand der Prototyp des Services „Pass It On“, der auch anderen Kommunen offensteht. In Kiel begrüßten zwei Repair- & Upcycling-Festivals mehr als 1.300 Teilnehmende, ein offener Brief, unterstützt von über zehn Organisationen, forderte von der Stadt Reparaturzentren, und ein Designkurs brachte über 20 Produkte aus aussortierten Materialien hervor. Riga eröffnete im Mai 2026 in Bolderāja einen Gemeinschaftsgarten aus wiederverwendeten Materialien; er ist für den Lettischen Architekturpreis nominiert, und Rigas Strategie für Kreislaufwirtschaft 2040 bezieht nun die Kreativwirtschaft ein. Tallinn erreichte mit Schulungen, Inkubationsprogramm und Studienreisen mehr als 1.500 Teilnehmende. Der ReTurku Circular Economy Carnival in Turku umfasste mehr als 30 Veranstaltungen mit rund 1.000 Besucher*innen, und über 80 % der befragten Teilnehmenden nahmen neue Ideen für nachhaltiges Handeln im Alltag mit. Der Klimaplan der Stadt nennt die Kreativbranchen nun Mitgestalter. Aarhus veranstaltete 2025 in seinen Gemeinschaftsräumen 180 Events, während der Lifestyle Hub rund 40 Designer*innen und Unternehmen vernetzte. „Wir haben bewusst klein angefangen, denn im Kleinen können Städte Dinge ausprobieren, anpassen und ihre Erfahrungen teilen. Jedes Pilotprojekt zeigt, wie kreative Praxis kreislauforientierte Entscheidungen leichter zugänglich macht – und jedes lässt sich von einer anderen Stadt übernehmen, ohne bei null zu beginnen“, sagt Indra Levite, Projektmanagerin von Creative Circular Cities. Policy-Roadmap benennt strukturelle Lücken Die Pilotprojekte offenbarten außerdem zwei strukturelle Lücken: Die Zusammenarbeit zwischen Kultur- und Nachhaltigkeitsabteilungen hing oft von einzelnen Mitarbeitenden ab, und sektorübergreifende Projekte fallen zwischen die Förderprogramme, sodass sie auf Projektmittel oder Ehrenamt angewiesen bleiben. Die CCC-Policy-Roadmap benennt für jede Zielgruppe einen ersten Schritt: Ministerien können den Kultur- und Kreativsektor in nationale Pläne aufnehmen, Städte können Koordination und Services eine feste Zuständigkeit und ein Budget geben, und Förderstellen können ihre Ausschreibungen für kulturgeführte Kreislaufprojekte öffnen. Der Vorschlag der EU für ein Kreislaufwirtschaftsgesetz wird noch vor Ende 2026 erwartet. „Es gibt nicht den einen Ansatz, der unseren Blick auf Materialien verändert. Es braucht alle Ebenen – Politik, Wirtschaft, Kreative, Zivilgesellschaft und Lebensstil. Offen bleibt, wie sich Kreislaufinitiativen langfristig finanzieren lassen“, sagt Maija Krastiņa, Vorstandsmitglied von Zero Waste Europe. Die Policy-Roadmap und weitere CCC-Materialien sind verfügbar unter creativecircularcities.com. Über Creative Circular Cities (CCC) Creative Circular Cities ist ein transnationales Projekt, das vom Interreg-Ostseeraum-Programm und der Europäischen Union kofinanziert wird. Es untersucht, wie Kultur und Kreativwirtschaft Städten helfen können, vom linearen Konsum zu kreislauforientierten Lebensweisen zu gelangen. PM: Laura Gundega Kristapsone, Kommunikationsmanagerin Creative Circular Cities, Danish Cultural Institute in Estonia, Latvia and Lithuania PB: Sechs Ostseestädte zeigen, wie die Kreativwirtschaft den Wandel hin zur Kreislaufwirtschaft vorantreiben kann / ©: creativecircularcities Weitere Beiträge:tesa, Vulkan Technic und Liebherr heben Batteriepackmontage für E-Fahrzeuge auf ein neues Level2. Effizienz-Forum Wirtschaft findet am 04. März in Bocholt stattBiogasspezialist WELTEC BIOPOWER und Enscope bündeln ihre Kompetenzen in Australien