Werbung Sicher durch die Ferien: Tipps für Stau, Panne und Unfall Aktuelles Behörden-Mitteilungen E-Mobilität Technik Verbraucherberatung 17. Juli 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Statistisches Bundesamt veröffentlicht Unfallstatistik zu E-Scootern. Unfälle haben sich seit dem Jahr 2021 verdreifacht. (WK-intern) – Aus Sicht des TÜV-Verbands zeigt die Entwicklung, dass Verkehrssicherheit und Infrastruktur mit der wachsenden Nutzung nicht Schritt halten. Ob kilometerlanger Stau, Reifenplatzer oder Unfall: Reisende mit Kindern oder Hund stehen im Ernstfall vor besonderen Herausforderungen. Kinder müssen aus dem Gefahrenbereich gebracht, Haustiere angeleint und gleichzeitig die Unfallstelle abgesichert oder Hilfe organisiert werden. „Niemand startet mit dem Gedanken an eine Panne oder einen Unfall in den Urlaub“, sagt Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband. „Trotzdem lohnt es sich, den Ernstfall mitzudenken, denn wer vorbereitet ist, kann Risiken verringern und in einer Ausnahmesituation schneller und sicherer handeln.“ Der TÜV-Verband erklärt, wie sich Familien auf solche Situationen vorbereiten und worauf es bei Stau, Panne und Unfall ankommt. Sicherheitsausrüstung griffbereit verstauen In Deutschland gehören Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten zur vorgeschriebenen Fahrzeugausstattung. Bei einer Reise ins Auslandsollte die Ausrüstung zu den jeweiligen Vorschriften passen. Reisende sollten sich deshalb vor der Abfahrt über die aktuellen Bestimmungen sämtlicher Transit- und Zielländer informieren. Unabhängig von der gesetzlichen Mindestanforderung empfiehlt der TÜV-Verband eine Warnweste für jede mitfahrende Person. „Warndreieck, Warnwesten und Verbandskasten müssen jederzeit schnell erreichbar sein und dürfen nicht unter dem Reisegepäck verstaut werden“, sagt Goebelt. „Bewährt haben sich Aufbewahrungsorte wie die Türablagen, das Fach unter dem Beifahrersitz oder andere leicht zugängliche Ablagefächer im Fahrzeuginnenraum.“ Sinnvoll ist es außerdem, die Kontaktdaten des Automobilclubs und der Kfz-Versicherung bereits vor der Abfahrt im Mobiltelefon zu speichern. Vor Reisebeginn sollte auch geprüft werden, ob der Verbandskasten vollständig ist und ob das Verfallsdatum steriler Inhalte wie Kompressen, Pflaster und Verbände überschritten wurde. Abgelaufene, beschädigte oder geöffnete Materialien sollten ausgetauscht werden. Gut vorbereitet: Persönliches Reise- und Notfallset Neben der gesetzlichen Mindestausstattung empfiehlt sich ein kleines Pannen- und Notfallset. Dazu gehören unter anderem eine Taschenlampe, eine geladene Powerbank mit Ladekabel, ein Starthilfekabel und, sofern für das Fahrzeug vorgesehen, Ersatzrad oder Reifenreparaturset. Persönliche Medikamente sollten griffbereit und vor Hitze geschützt aufbewahrt werden. Für längere Urlaubsfahrten sollten ausreichend Getränke und Snacks griffbereit mitgenommen werden. Auch für mitreisende Tiere sollten Wasser und Futter eingepackt werden. Praktisch für unterwegs sind faltbare Reisenäpfe oder auslaufsichere Trinkflaschen. Für Notfälle kann es sinnvoll sein, saugfähige Unterlagen oder spezielle Reisetoiletten für Haustiere mitzuführen. Auch für menschliche Fahrzeuginsassen lohnt sich eine entsprechende Vorbereitung: Für Kleinkinder können Windeln oder faltbare Reisetoiletten hilfreich sein, für ältere Kinder und Erwachsene Urinalbeutel. Wer zu Reiseübelkeit neigt, sollte Kotzbeutel griffbereit im Fahrzeug aufbewahren. Familien mit Kindern profitieren zudem von Hörspielen, Malbüchern oder Reisespielen, die Wartezeiten im Stau überbrücken können. Organizer an den Rückenlehnen helfen dabei, Trinkflaschen oder Spielzeug griffbereit und sicher zu verstauen. So müssen Fahrerinnen und Fahrer während der Fahrt nicht nach hinten greifen. Gleichzeitig verhindern sie, dass lose Gegenstände bei einer Vollbremsung durch den Innenraum geschleudert werden. Auch Tiere sollten während der Fahrt mit einem geeigneten Gurtsystem, Trenngitter oder einer gesicherten Transportbox gesichert sein. Im Stau: Nicht aussteigen und Rettungsgasse bilden Staus gehören in der Ferienzeit zum Reisealltag. Bereits bei stockendem Verkehr sollte die Geschwindigkeit frühzeitig reduziert und ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug gehalten werden. Gleichmäßiges Fahren mit ausreichend Abstand stabilisiert den Verkehrsfluss und hilft, Stauwellen zu vermeiden. Häufige Spurwechsel bringen meist keinen Zeitgewinn, sondern erhöhen das Unfallrisiko. „Sobald der Verkehr ins Stocken gerät, muss eine Rettungsgasse gebildet werden – nicht erst, wenn Blaulicht zu sehen oder das Martinshorn zu hören sind“, sagt Goebelt. Auf Straßen mit mindestens zwei Fahrstreifen pro Richtung wird die Rettungsgasse zwischen dem äußersten linken und dem unmittelbar rechts danebenliegenden Fahrstreifen gebildet. Fahrzeuge auf der linken Spur fahren möglichst weit nach links, alle anderen möglichst weit nach rechts. Die Rettungsgasse muss während des gesamten Staus freigehalten werden. Auch der Standstreifen ist ausschließlich Pannenfahrzeugen und Einsatzkräften vorbehalten und darf nicht genutzt werden, um am Stau vorbeizufahren oder anzuhalten. Ein unerlaubtes Befahren oder Halten auf dem Standstreifen kann mit einem Bußgeld und Punkten in Flensburg geahndet werden. Kommt der Verkehr vollständig zum Stillstand, sollte der Motor bei längeren Wartezeiten ausgeschaltet werden. Das spart Kraftstoff und reduziert Abgase. Rollt der Verkehr dagegen immer wieder an, ist häufiges Aus- und Einschalten wenig sinnvoll; moderne Fahrzeuge übernehmen dies automatisch über die Start-Stopp-Funktion. Technisch einwandfreie Fahrzeuge überhitzen im Stau normalerweise nicht, sondern sind für Stop-and-go-Verkehr ausgelegt. Kritisch kann es bei Fahrzeugen werden, deren Kühlsystem bereits Vorschäden oder Wartungsmängel aufweist. Gerade bei älteren Fahrzeugen sollten deshalb vor der Urlaubsfahrt Kühlmittelstand und Kühlsystem überprüft werden. An heißen Tagen sollte der Innenraum vor Fahrtbeginn gut durchgelüftet werden. Die Klimaanlage sollte während der Fahrt moderat eingestellt sein. Ein Temperaturunterschied von fünf bis sieben Grad zur Außentemperatur schont den Kreislauf und spart Energie. Der Umluftbetrieb sollte nur zeitweise genutzt werden, da sich sonst die Luftqualität im Innenraum verschlechtert und die Scheiben beschlagen können. Gerade bei sommerlichen Temperaturen wirkt es bei längeren Staus verlockend, das Fahrzeug zu verlassen, um sich die Beine zu vertreten oder damit der Hund sich erleichtern kann. Auf Autobahnen kann das jedoch lebensgefährlich sein. „Auch bei längeren Staus sollten Fahrzeuginsassen ihr Fahrzeug nicht verlassen“, sagt Goebelt. „Der Verkehr kann jederzeit wieder anrollen, zudem benötigen Rettungsfahrzeuge freie Zufahrt zur Unfallstelle.“ Panne: Sicherheit der Insassen oberste Priorität Kommt es zu einer Panne, sollte zunächst die Warnblinkanlage eingeschaltet und das Fahrzeug möglichst weit rechts oder auf dem Standstreifen angehalten werden. Anschließend sollten alle Insassen Warnwesten anziehen, das Fahrzeug möglichst über die rechte Seite verlassen und sich unverzüglich hinter die Leitplanke begeben. Sobald sich die Insassen in Sicherheit befinden, sollte die Pannenstelle, soweit dies ohne Eigengefährdung möglich ist, abgesichert werden. Bei Verletzten, Feuer oder unmittelbarer Gefahr muss unverzüglich der Notruf 112 abgesetzt werden. „Bei einer Panne hat die Sicherheit aller Insassen oberste Priorität“, sagt Goebelt. „Auf Autobahnen geht die größte Gefahr vom fließenden Verkehr aus. Deshalb müssen sich alle Insassen so schnell wie möglich hinter die Leitplanke in Sicherheit bringen.“ Besondere Aufmerksamkeit erfordern Kinder und Hunde. Kinder und Tiere dürfen auch bei kurzen Stopps niemals allein im geschlossenen Fahrzeug zurückbleiben. Darüber hinaus dürfen Kinder nicht unbeaufsichtigt im Gefahrenbereich bleiben und sollten niemals zwischen Fahrzeug und Leitplanke warten. Eltern können sich zusätzlich vorbereiten, indem sie mit ihren Kindern vor der Reise einfache Verhaltensregeln besprechen: nur auf Anweisung aussteigen, immer auf der verkehrsabgewandten Seite aussteigen, an der Hand bleiben und hinter der Leitplanke warten. Hunde sollten noch im Fahrzeug angeleint werden, bevor Türen oder Heckklappe geöffnet werden. Stresssituationen können dazu führen, dass Tiere andernfalls unkontrolliert auf die Fahrbahn laufen oder Helfende behindern. Bei einem Unfall: 112 europaweit und kostenlos anrufen Wer an einer Unfallstelle eintrifft und Hilfe leisten will, sollte immer zuerst auf die eigene Sicherheit achten. Das Fahrzeug möglichst mit 50 bis 100 Metern Abstand zur Unfallstelle an einer geeigneten Stelle anhalten, Warnblinkanlage einschalten und eine Warnweste anziehen, bevor das Fahrzeug verlassen wird. Alle Mitfahrenden sollten das Fahrzeug auf der verkehrsabgewandten Seite verlassen und sich hinter der Leitplanke oder an einem anderen sicheren Ort aufhalten. Anschließend sollte die Unfallstelle abgesichert und das Warndreieck aufgestellt werden. Als Orientierung gelten auf Landstraßen etwa 100 Meter und auf Autobahnen, abhängig von Sicht, Straßenverlauf und Geschwindigkeit, etwa 150 bis 200 Meter. Vor Kurven und Kuppen muss das Warndreieck so weit entfernt aufgestellt werden, dass die Gefahrenstelle rechtzeitig erkennbar ist. Wenn die Unfallstelle gesichert ist, sollte der Notruf abgesetzt werden. Die Notrufnummer 112 funktioniert in allen EU-Ländern sowie in der Schweiz und Großbritannien in jedem Festnetz- und Mobilfunknetz und ist kostenfrei. Wichtig hierbei sind möglichst genaue Angaben zum Unfallort, zur Anzahl der Verletzten, zu offensichtlichen Verletzungen sowie zu besonderen Gefahren, etwa brennenden Fahrzeugen oder auslaufenden Betriebsstoffen. Um den Standort genau angeben zu können, sind folgende Informationen erforderlich: Fahrtrichtung, Autobahnnummer, die letzte Anschlussstelle und – wenn möglich – die Kilometerangabe. Der Standort lässt sich über die Kartenfunktion des Mobiltelefons oder eine Notruf-App genau bestimmen. Der Anrufer sollte erst auflegen, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet hat. Bei einer Panne oder einem Unfall im Tunnel gelten besondere Regeln: Warnblinkanlage einschalten, das Fahrzeug möglichst in einer Pannenbucht oder weit rechts abstellen, Motor ausschalten und den Schlüssel im Fahrzeug lassen. Insassen sollten Warnwesten anziehen und den Tunnel über gekennzeichnete Fluchtwege verlassen. Der Notruf sollte möglichst über die Notrufeinrichtungen des Tunnels abgesetzt werden, weil dadurch der genaue Standort unmittelbar übermittelt wird. Erste Hilfe: Eigenschutz hat Vorrang Niemand muss sich bei der Hilfeleistung selbst in erhebliche Gefahr bringen. Im Rahmen des Zumutbaren besteht jedoch die Pflicht, Hilfe zu leisten – mindestens durch das Absichern der Gefahrenstelle, das Absetzen des Notrufs und das Herbeiholen weiterer Unterstützung. Dabei gilt: Ruhe bewahren, sich einen Überblick über die Situation verschaffen und nur Maßnahmen ergreifen, die sicher durchgeführt werden können. Auf Autobahnen oder stark befahrenen Straßen ist besondere Vorsicht geboten: Helfende sollten die Fahrbahn nur betreten und nur dann in den Gefahrenbereich gehen, wenn dies zur Rettung von Menschen unbedingt erforderlich und sicher möglich ist. „Erste Hilfe darf niemals dazu führen, dass Helfende selbst in Gefahr geraten“, sagt Goebelt. „Die eigene Sicherheit und die Sicherheit der Mitfahrenden haben immer Vorrang.“ Familien stehen als Ersthelfende vor besonderen Herausforderungen. Eltern tragen auch in einer Notsituation die Verantwortung für ihre Kinder. Sie dürfen an Autobahnen oder stark befahrenen Straßen nicht unbeaufsichtigt zurückbleiben. Ist eine zweite erwachsene Person dabei, sollte sie die Betreuung übernehmen und die Kinder hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen. Ist eine Person allein mit Kindern unterwegs, sollten andere Anwesende gezielt um Unterstützung gebeten oder die Einsatzkräfte über den Notruf auf die Situation hingewiesen werden. Vor längeren Urlaubsreisen lohnt es sich, die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen – vor allem, wenn der letzte Erste-Hilfe-Kurs schon einige Jahre zurückliegt. Besonders wichtig ist es, einen Atemstillstand zu erkennen sowie die stabile Seitenlage, die Herzdruckmassage und das Stillen starker Blutungen sicher zu beherrschen. Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen. PM: TÜV-Verband e.V. PB: Sicher durch die Ferien: Tipps für Stau, Panne und Unfall / ©: TÜV-Verband Weitere Beiträge:Deutsche Post-DHL erweitert umweltfreundliches Null-Emissionen-KonzeptBundesländern fordern vom Bund deutsche Klimaschutzziel nicht zu gefährdenVom (K)althaus zum Energiesparhaus bei der Hessischen Energiespar-Aktion