Werbung EVN konkretisiert Strategie bis 2030 Erneuerbare & Ökologie Finanzierungen Solarenergie Technik Windenergie Windparks 27. Oktober 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Investitionsprogramm, Ergebnisziele und langfristige Infrastrukturplanung (WK-intern) – Die EVN AG (ISIN: AT0000741053) hat auf ihrem Capital Markets Day am 1. Oktober 2026 ihre aktualisierten finanziellen Ziele bis 2030 vorgestellt und zugleich einen Ausblick auf die Zeit danach gegeben. Zum Auftakt richtete sich der Blick auf die grundlegenden Veränderungen in der europäischen Energiewirtschaft. Sie bilden den Rahmen für die strategische Ausrichtung der EVN. Besonders deutlich zeigt sich der Wandel am steigenden Bedarf an Flexibilitätsmanagement und Speicherlösungen. Denn je stärker Europa die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren möchte und Wind- und Sonnenkraft das Energiesystem prägen, desto wichtiger wird es, Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch auszugleichen und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Alexandra Wittmann, die Finanzvorständin der EVN, stellte dann das Investitionsprogramm, die Entwicklung des regulierten Netzgeschäfts, der Ausbau erneuerbarer Energien und Batteriespeicher sowie die langfristige Ergebnis- und Dividendenplanung in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Bis 2030 sieht die Unternehmensplanung jährliche Investitionen von rund einer Milliarde Euro vor. Rund 80 Prozent davon sollen in Niederösterreich erfolgen. Für das Geschäftsjahr 2029/30 strebt die EVN ein Konzern-EBITDA von rund 1,2 Milliarden Euro an. Ergänzend wurden Ziele für die Kapitalrendite, die einzelnen Geschäftsbereiche und die Ausschüttungspolitik präsentiert. Investitionsprogramm mit regionalem Schwerpunkt Das geplante Investitionsvolumen liegt über den 910 Millionen Euro, die die EVN im Geschäftsjahr 2024/25 investierte. Die Mittel sollen insbesondere in den Ausbau und die Modernisierung der Netzinfrastruktur, in Windkraft- und Photovoltaikanlagen sowie in Batteriespeicher fließen. Weitere Investitionsbereiche sind die Wärmeversorgung, die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und die regionale Trinkwasserversorgung. Mit der Konzentration von rund vier Fünfteln des Investitionsprogramms auf Niederösterreich setzt die EVN ihren regionalen Schwerpunkt fort. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei die Anpassung der Energieinfrastruktur an veränderte Anforderungen bei Stromerzeugung und -verbrauch. Die zunehmende dezentrale Einspeisung aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen erfordert zusätzliche Netzkapazitäten und eine entsprechende Steuerung der Infrastruktur. Gleichzeitig verändern die Elektrifizierung von Wärme, Verkehr und industriellen Prozessen sowie der Einsatz von Speichern die Anforderungen an das Stromsystem. Die EVN stellte in diesem Zusammenhang auch langfristige Entwicklungen des österreichischen Strommarktes dar. Die auf dem Capital Markets Day vorgestellte Prognose von Compass Lexecon weist für Österreich einen Anstieg der jährlichen Stromnachfrage von 68 TWh im Jahr 2020 auf 123 TWh im Jahr 2040 aus. Für die erneuerbare Stromerzeugung weist die Prognose im selben Zeitraum einen Anstieg von 72 auf 126 Terawattstunden aus. Dabei handelt es sich um externe Szenariowerte, nicht um eine eigene Absatz- oder Erzeugungsprognose der EVN. Netzgeschäft und regulierte Kapitalbasis Einen wesentlichen Teil der vorgestellten Strategie bildet das regulierte Netzgeschäft. Die EVN plant, die regulatorische Vermögensbasis ihres Stromverteilnetzes in Niederösterreich von rund 2,0 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2024/25 auf rund 3,9 Milliarden Euro bis 2030 zu erhöhen. Die sogenannte Regulatory Asset Base (RAB) bezeichnet die für die Regulierung maßgebliche Vermögensbasis. Sie ist eine Grundlage für die Ermittlung der zulässigen Kapitalvergütung im Netzgeschäft. In der noch bis Ende 2028 laufenden, fünfjährigen Regulierungsperiode erhalten Verteilnetzbetreiber in Österreich eine höhere Kapitalverzinsung für Neuinvestitionen. Im Fall der EVN liegt diese aktuell bei über 6 % per annum. Für das Netzsegment nennt die EVN ein EBITDA-Ziel von rund 560 Millionen Euro im Jahr 2030. Bezogen auf das angestrebte Konzern-EBITDA von rund 1,2 Milliarden Euro entspricht dies rechnerisch einem Anteil von knapp 47 Prozent. Neben dem Ausbau bestehender Kapazitäten umfasst die Netzstrategie die Modernisierung von Leitungen und Umspannwerken sowie die weitere Digitalisierung der Infrastruktur. Diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit der Integration zusätzlicher dezentraler Erzeugungsanlagen und den Veränderungen auf der Verbrauchsseite. Die geplante Entwicklung der RAB ist dabei von der tatsächlichen Ergebnisentwicklung zu unterscheiden, die auch von der regulatorisch festgelegten Kapitalverzinsung abhängt. Ausbauziele für erneuerbare Energien und Batteriespeicher Parallel zum Netzgeschäft hat die EVN ihre Ausbauziele für die erneuerbare Stromerzeugung präsentiert. Bis 2030 soll die installierte Windkraftleistung nach der Unternehmensplanung auf 770 Megawatt steigen. Für Photovoltaik nennt der Konzern ein Ziel von 300 Megawattpeak. Ein weiterer Bestandteil der Strategie ist der Aufbau eines Batteriespeicherportfolios mit insgesamt 300 Megawatt elektrischer Leistung bis 2030. Die Speicher sollen unter anderem an bestehenden Kraftwerksstandorten sowie in Verbindung mit Windkraft- und Photovoltaikanlagen eingesetzt werden. Batteriespeicher ermöglichen es, Strom zeitlich versetzt zur Erzeugung abzugeben. Darüber hinaus können sie abhängig von ihrer technischen Auslegung für Flexibilitäts- und Systemdienstleistungen eingesetzt werden. Die EVN verbindet ihre Speicherstrategie deshalb mit dem Ausbau des Flexibilitätsmanagements und der digitalen Steuerung des Anlagenportfolios. Über erste Umsetzungsschritte hatte das Unternehmen bereits vor dem Capital Markets Day berichtet. Bereits im Lauf des Jahres meldete die EVN neben der Inbetriebnahme eines Batteriespeichers in Probishtip in Nordmazedonien den Baustart für zwei Großbatteriespeicherprojekte mit einer Speicherleistung von insgesamt 86 MW an zwei ehemaligen thermischen Kraftwerksstandorten in Niederösterreich. Bei ihren Batteriespeicherprojekten nutzt die EVN gezielt bestehende Kraftwerksstandorte, entweder ehemalige thermische Kraftwerke oder Wind- bzw. Photovoltaik-Parks. Großer Vorteil ist dabei der bereits vorhandene Netzanschluss, der eine raschere Inbetriebnahme der Speicher ermöglicht und zudem Investitionskosten durch Synergien senkt. Ergebnisziele und Kapitalrendite Neben den operativen Ausbauzielen hat die EVN auf dem Capital Markets Day ihre mittelfristige Finanzplanung konkretisiert. Ausgehend von einem Konzern-EBITDA von 909 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024/25 strebt das Unternehmen für 2029/30 rund 1,2 Milliarden Euro an. Das Konzernergebnis soll nach der veröffentlichten Zielsetzung von 437 Millionen Euro auf rund 500 Millionen Euro steigen. Für die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, ROCE) nennt die EVN bis 2030 einen Zielwert von mehr als sechs Prozent, der den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz (WACC) übertreffen und somit Wert schaffen soll. Die Umsetzung des Investitionsprogramms und die wirtschaftlichen Beiträge der einzelnen Geschäftsbereiche unterliegen dabei unterschiedlichen zeitlichen Abläufen. Zwischen Planung, Genehmigung, Bau und Inbetriebnahme neuer Infrastruktur liegen gerade in der Energiewirtschaft längere Zeiträume. Den bis 2030 in Aussicht gestellten Investitionen liegen jedoch konkrete Projekte mit den erforderlichen Genehmigungen zugrunde. Zudem wurden die Beschaffungsvorgänge für die erforderlichen Komponenten bereits vorausschauend abgesichert, sodass die bis 2030 geplanten Vorhaben planmäßig umgesetzt werden sollen. Investitionsperspektive über 2030 hinaus Der Capital Markets Day beschränkte sich nicht auf die Zielperiode bis 2030. Die EVN stellte auch Eckpunkte ihrer längerfristigen Planung vor. Für die Zeit nach 2030 nennt das Unternehmen ein jährliches Investitionsniveau von rund 900 Millionen Euro. Die Schwerpunkte sollen weiterhin auf Netzinfrastruktur, erneuerbarer Stromerzeugung und Flexibilitätslösungen liegen. Im Bereich Windkraft verwies die EVN auf eine Projektpipeline, die einen Ausbau auf bis zu 1,5 Gigawatt ermöglichen soll – das wäre eine weitere Verdopplung der bis 2030 geplanten Windkraftkapazität von 770 MW. Nach der vorgestellten Planung soll die Entwicklung zusätzlicher Windkraftkapazitäten mit weiteren Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekten kombiniert werden. Für das österreichische Stromnetz erwartet das Unternehmen nach 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum der regulatorischen Vermögensbasis von rund 200 Millionen Euro. Diese Angaben beschreiben die über den aktuellen Planungszeitraum hinausreichenden Unternehmensziele. Sie ergänzen die konkreteren Investitions- und Ergebniskennzahlen für die Jahre bis 2030. Dividendenpolitik und weitere Konzernplanung Ergänzend zu den Investitions- und Ergebniszielen erläuterte die EVN auf dem Capital Markets Day ihre Dividendenpolitik. Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet das Unternehmen vorbehaltlich des tatsächlichen Ergebnisses eine Dividende zwischen 0,90 und 0,95 Euro je Aktie. Bis zum Geschäftsjahr 2029/30 soll die jährliche Ausschüttung nach der veröffentlichten Zielsetzung auf mindestens 1,10 Euro je Aktie steigen. Dies entspricht einer angestrebten Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent. Für die Zeit nach Abschluss des aktuellen Investitionszyklus stellte das Unternehmen zudem eine mögliche langfristige Erhöhung der Ausschüttungsquote in Aussicht. Ein konkreter zusätzlicher Zielwert wurde hierfür nicht genannt. Zur Weiterentwicklung des Konzernportfolios gehört auch der im März 2026 abgeschlossene Verkauf der WTE Wassertechnik GmbH. Damit trennte sich die EVN von wesentlichen Teilen ihres internationalen Wasserprojektgeschäfts. Die regionale Trinkwasserversorgung in Niederösterreich bleibt Bestandteil der Infrastrukturaktivitäten des Konzerns. Die auf dem Capital Markets Day veröffentlichten Angaben umfassen damit sowohl die operativen Ausbauziele als auch die geplante Entwicklung von Investitionen, Ergebniskennzahlen und Ausschüttungen bis 2030 sowie ausgewählte langfristige Planungsgrößen der EVN AG (ISIN: AT0000741053) für die darauffolgenden Jahre. PM: EVN AG PB: EVN konkretisiert Strategie bis 2030: Investitionsprogramm, Ergebnisziele und langfristige Infrastrukturplanung Weitere Beiträge:Allianz Trade Studie: Elektromobilität zündet den Turbo - drohende Versorgungslücke bei LithiumLapp Gruppe mit Weltneuheit auf der Hannover Messe 2015Forschung des Fraunhofer ISE: Strommix 2023 - Deutscher Strom wird mit 57,7% Anteil immer grüner