Werbung Bezahlbare und verlässliche Wärme, Grubenwasser-Geothermie kann sie liefern Erneuerbare & Ökologie Forschungs-Mitteilungen Geothermie Ökologie 5. Oktober 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Grubenwasser-Geothermie – Fraunhofer IEG und Technische Hochschule Georg Agricola bündeln Kräfte (WK-intern) – Bezahlbare und verlässliche Wärme für Haushalte, Kommunen und Unternehmen: Grubenwasser könnte sie liefern. Bergbauregionen wie das Ruhrgebiet könnten so aus Ewigkeitslasten einen ewigen Nutzen ziehen. Ihre angewandte Forschung dahin wollen Fraunhofer IEG und das Forschungszentrum Nachbergbau der Technischen Hochschule Georg Agricola (FZN) weiter verzahnen. Die Partner wollen Grubenwasser als Wärmequelle entwickeln, Projekte vorbereiten sowie Nachwuchskräfte fördern und unterschrieben nun ein entsprechendes Memorandum of Understanding. »Ehemalige Bergbau-Infrastrukturen können für die Wärmewende einen relevanten Beitrag liefern. Zusammen mit dem Forschungszentrum Nachbergbau wollen wir angewandt forschen und aus wissenschaftlichen Erkenntnissen konkrete Lösungen für die Praxis entwickeln. Gerade Grubenwasser bietet die Chance, vorhandene Strukturen neu zu denken und für eine zukunftsfeste Wärmeversorgung zu erschließen«, sagt Dr. Frank Sachse, Leiter »Innovation und Transfer« am Fraunhofer IEG. Wärme aus dem Untergrund Die Partner wollen insbesondere untersuchen, wie sich Strukturen aus der Zeit des Bergbaus wirksam für die Energiewende nachnutzen lassen. Zum Beispiel mit Grubenwasser gefüllte Zechen, die als Quelle oder Speicher für Wärme- bzw. Kälte dienen können. Die Zusammenarbeit berücksichtigt neben technischen Fragen auch ökologische, rechtliche und wirtschaftliche Aspekte. Fraunhofer IEG bringt seine anwendungsnahe Forschung zur Transformation von Energiesystemen ein. Dazu zählen Sektorkopplung, Wärmepumpen und nicht zuletzt Geotechnologien. Das FZN ergänzt diese Kompetenzen mit Forschung und Lehre zum Nachbergbau. Es beschäftigt sich unter anderem mit Wasser, Umweltbeobachtung und der Entwicklung ehemaliger Industrieregionen. »Die Zusammenarbeit verbindet komplementäre Stärken: Die Hochschule verfügt über exzellente Kompetenzen in der Ausbildung und Forschung rund um Bergbau, Nachbergbau und Georessourcen, während das Fraunhofer IEG darauf spezialisiert ist, neue Technologien gemeinsam mit Wirtschaft und öffentlicher Hand in die Anwendung zu bringen. Dadurch können Forschungsergebnisse deutlich schneller in die Praxis überführt werden«, erläutert Dr. Florian Hahn, Leiter des Kompetenzzentrums Bergbaufolgenutzung am Fraunhofer IEG. Forschung für die Praxis Die Partner wollen nun gemeinsame Forschungs- und Innovations-Projekte anstoßen. Aus den Ergebnissen der Zusammenarbeit können Leitfäden oder Standards zur Grubenwassergeothermie entstehen. Kommunen, Energieversorger und weitere Akteure in den ehemaligen Bergbauregionen Deutschlands können langfristig von Lösungen profitieren, die vorhandene Infrastruktur mit neuen Aufgaben für die Energieversorgung verbinden. Junge Fachkräfte sollen durch Abschlussarbeiten, Praktika, Lehre und Exkursionen früh an praxisnahe Fragen herangeführt werden. Für das Ruhrgebiet und alle ehemaligen Bergbauregionen ist dies eine große Chance. Die Regionen verfügen über einzigartige Erfahrungen und Infrastrukturen aus dem Bergbau, die heute für die Energiewende genutzt werden können. Gemeinsam können Forschung Energieversorger innovative Lösungen entwickeln, die den Strukturwandel aktiv gestalten, neue Wertschöpfung schaffen und die Regionen Standorte für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien stärken. Das Forschungszentrum Nachbergbau ist Teil der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) in Bochum. Es bündelt Kompetenzen, um die Nachbergbauzeit nachhaltig zu gestalten. Hier arbeiten Expertinnen und Experten aus Bergbau, Geologie und Geotechnik, Hydrogeologie, Chemie, Elektrotechnik, Materialwissenschaften, Flächenentwicklung, Markscheidewesen und Wirtschaftswissenschaften Hand in Hand zusammen. Um diesen inneren Kern hat sich ein breites, interdisziplinäres Netzwerk gebildet. Die Technische Hochschule Georg Agricola ist eine private, staatlich anerkannte Hochschule in der Trägerschaft der DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung. Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG Wir gestalten die klimaneutralen Energiesysteme der Zukunft. Wir sind eine Denkfabrik für die Energiewende und entwickeln unsere Ideen von der Skizze bis zur Umsetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energiesystemtransformation. Mit unseren Partnern aus der Wirtschaft und der öffentlichen Hand identifizieren wir Projekte mit großer Relevanz für den Klimaschutz, machen echte Anwendungen möglich und gestalten die Energiewende. Unsere Standorte liegen in den Strukturwandelregionen Lausitz, Rheinland und Ruhrgebiet sowie in der Industrieregion Oberrhein. Mit dem Know-how unseres Teams unterstützen wir die nachhaltige Transformation vor Ort, auf nationaler Ebene und im internationalen Raum. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vereinen dafür die notwendigen Fachkompetenzen aus den Feldern Analyse, Betriebsführung und Planung sektorengekoppelter Strom-, Gas- und Wärmenetze, Bohr- und Geotechnologien, Energie- und Verfahrenstechnik, Energiewirtschaft, Georessourcen und Geowissenschaften, Speichersysteme und Wasserstoffinfrastrukturen. Weitere Informationen und Bilder finden Sie unter: www.ieg.fraunhofer.de PM: Fraunhofer IEG PB: Die Partner unterschrieben am Rande der NRW-Geothermiekonferenz ihr MoU. v.l.n.r.: Dr. Florian Hahn, Leiter Bergbaufolgenutzung am Fraunhofer IEG, PD Dr. Frank Sachse Leiter »Innovation und Transfer« am Fraunhofer IEG, Ulrich Wessel, Geschäftsführer der DMT, der DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung, Prof. Dr. Christian Melchers, Vizepräsident für das Forschungszentrum Nachbergbau. Bild: P. Lehmann/NRW.Energy4Climate Weitere Beiträge:Ausnahmeregelung untergräbt globale Bemühungen um eine globale MindeststeuerHydraGEN-Großauftrag für MexicoEQOS Energie erhält Großauftrag zur Stabilisierung des europäischen Verbundnetzes