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Wärmepumpennachfrage steigt wegen Kürzungen im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz

PB: 55 % der Befragten lehnen die Förderkürzung ab. / ©: thermondo
Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels

Nach Förder-Reform: Fast jeder zweite Hausbesitzer will schneller zur Wärmepumpe wechseln

  • Förder-Reform bei Hausbesitzer:innen unbeliebt: Mehrheit bewertet Kürzungen negativ.
  • Abschmelzpfad erzeugt Handlungsdruck : 45 % der Befragten erwägen schnelleren Wechsel zur Wärmepumpe.
  • Wissen setzt sich durch: 52 % fühlen sich für die finanziell richtige Heizungswahl gut informiert.
  • Die Wärmepumpe bleibt die unangefochtene Nr. 1 beim Heizungstausch. 

(WK-intern) – Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und die Reform der Heizungsförderung (BEG) setzen neue Rahmenbedingungen für die Wärmewende im Eigenheim.

Wie reagieren Hausbesitzer:innen auf die veränderten Regeln?

Der neue thermondo Wärmepumpen-Monitor liefert Antworten. Für die Erhebung befragt das Berliner Cleantech thermondo seit 2023 in regelmäßigen Abständen jeweils 1.000 Hausbesitzer:innen über das Marktforschungsinstitut Appinio.

Förderkürzung stößt auf Ablehnung – aber erzeugt Zugzwang für schnelleren Umstieg

Die staatliche Heizungsförderung ist der Mehrheit von 83 Prozent der Befragten bekannt. Im Juli wurde die Förderung vor dem Hintergrund des wachsenden Kostendrucks im Bundeshaushalt reformiert: Im Regelfall ist der Fördersatz von 55 Prozent auf 46 Prozent gesunken – ein Minus von 3.620 Euro für Hausbesitzer:innen. Diese Maßnahme stößt bei den Befragten auf deutliche Kritik: 55 Prozent bewerten die Förderkürzung als eher oder sehr schlecht. Nicht einmal halb so viele (21 %) heißen den Schritt gut, 19 Prozent sind unentschlossen.

Gleichzeitig erzeugt der Abschmelzpfad der neuen Förderung Handlungsdruck. Die Fördersumme sinkt ab Februar 2027 alle sechs Monate um rund 1.300 Euro. Ende 2028 gibt es statt 12.880 Euro im Regelfall nur noch 7.500 Euro vom Staat. Diese Dynamik setzt sich bei den Umfrageteilnehmer:innen durch. 45 Prozent fühlen sich durch die sinkende Förderung zu einem schnelleren Umstieg auf die Wärmepumpe animiert. Davon möchten 11 Prozent den Wechsel definitiv vorziehen; 34 Prozent denken zumindest darüber nach. Für 51 Prozent der Befragten hingegen hat die abschmelzende Förderung keinen Einfluss auf ihren Zeitplan.
 
Die Einstellung zur Förderkürzung hat dabei keinen direkten Einfluss auf einen schnelleren Wechsel: 58 Prozent derjenigen, die definitiv schneller auf die Wärmepumpe wechseln möchten, bewerten die Reform sogar positiv. Umgekehrt ändert sich für 34 Prozent der Befragten, die die Kürzung negativ beurteilen, nichts am Tempo des Heizungstauschs.

Immerhin 55% der Hausbesitzer überlegen, schneller auf die Wärmepumpe zu wechseln.

Dr. Richard Lucht, VP Brand, Communication & Public Affairs bei thermondo, kommentiert die Ergebnisse: “Die neue Förderung macht klar: Wer wartet, zahlt drauf. Offenbar hat aber erst die Hälfte der Hausbesitzer verstanden, dass die Anschaffungskosten alle sechs Monate steigen. Wer jetzt noch zögert, verschenkt tausende Euro. Und noch schlimmer: Wer statt einer Wärmepumpe auf eine Gasheizung setzt, landet durch steigende Netzentgelte, CO2-Preise und teure Bio-Brennstoffe schnell in der Kostenfalle. Hier müssen wir als Branche, aber auch die Politik gegensteuern und noch klarer aufklären.“
 
Bei den Anschaffungskosten zeigt sich eine Erwartungslücke: Im Schnitt würden die Befragten nach Abzug der Förderung 15.575 Euro für eine Wärmepumpe ausgeben. Bei einem durchschnittlichen Preis von 30.000 Euro und dem aktuellen Regel-Förderbetrag von 12.880 Euro verbleibt jedoch ein höherer Eigenanteil von rund 17.120 Euro. Tendenz jedes halbe Jahr steigend.
 
Information schlägt Wissenslücken: Knappe Mehrheit fühlt sich gut gewappnet
 
Die Entscheidung für eine neue Heizung ist komplex und hat langfristige Folgen. Verschiedene Faktoren wie Anschaffungskosten, Förderung und Energiepreise entscheiden darüber, wie schnell sich die Investition rechnet. Beim Wissensstand zeigt die Umfrage ein zweigeteiltes Bild: 52 Prozent der Befragten schätzen sich als gut informiert ein. Dem stehen 45 Prozent mit Informationsdefiziten gegenüber; 11 Prozent in dieser Gruppe fühlen sich ganz und gar nicht informiert.

Dr. Richard Lucht ordnet ein: „Die Wärmepumpe ist im Bewusstsein der Hausbesitzer als Standardlösung angekommen. Viele informieren sich aktiv – aber es gibt noch Aufklärungsbedarf. Um eine fundierte Entscheidung zu fällen, muss die Vollkostenrechnung verstanden werden. Mit dem Vergleichsrechner geben wir einen transparenten Überblick über alle wichtigen Faktoren bei der Heizungswahl.”

Wärmepumpe als klarer Favorit: Sinkende Heizkosten sind wichtigster Treiber

Insgesamt bleibt die Wärmepumpe die klar bevorzugte Heizlösung für Hausbesitzer:innen: Knapp jede und jeder Zweite (49 %) würde bei einem spontanen Heizungstausch zur Wärmepumpe greifen – das ist der bisherige Höchststand im thermondo Wärmepumpen-Monitor. Weit abgeschlagen folgen Hybridsysteme (18 %) und Gasheizungen (14 %) vor allen anderen Heizlösungen.

Die Entscheidung für die Wärmepumpe wird vorrangig von wirtschaftlichen Fakten getrieben. 63 Prozent der Befürworter:innen nennen sinkende Heizkosten als stärkstes Kaufargument. Dahinter folgen Versorgungssicherheit sowie die Wertsteigerung der eigenen Immobilie mit jeweils 44 Prozent Zustimmung. Der Beitrag zum Umweltschutz spielt für 41 Prozent eine Rolle, während die staatliche Förderung nur noch von 33 Prozent als Argument für die Wärmepumpe angeführt wird.

Auf der Gegenseite dominieren finanzielle Vorbehalte: 35 Prozent der Befragten nennen hohe Anschaffungskosten als größtes Hindernis für den Wechsel zur Wärmepumpe, gefolgt von der Sorge vor laufenden Stromkosten (20 %) und unzureichenden finanziellen Mitteln (18 %). Die Unsicherheit über staatliche Förderungen geben 12 Prozent der Befragten als Hemmnis an; Zweifel an der grundsätzlichen Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe äußern lediglich 10 Prozent.

Mit Abstand das häufigste Argument für die Wärmepumpe: Sinkende Heizkosten. 

Dr. Richard Lucht von thermondo fasst zusammen: „Die Mehrheit hat verstanden: Die Wärmepumpe rechnet sich. Trotzdem bleiben finanzielle Hürden der Roadblock für die Wärmewende im Eigenheim. Die neue  soziale Staffelung der Förderung ist vielen Befragten schlicht noch nicht bewusst. Gleichzeitig stehen Hersteller und Handwerk in der Pflicht, durch Skalierung und Prozessstandards die Preise für Wärmepumpen weiter zu senken. Ein weiterer großer Hebel sind die Stromkosten: Wir brauchen spürbare Entlastungen beim Strompreis, damit sich die Elektrifizierung noch schneller rechnet. Wenn die Bundesregierung hier nicht wie im Koalitionsvertrag versprochen liefert, setze ich Hoffnungen auf die EU-Politik.”

Die Europäische Union strebt mit ihrem im Juli veröffentlichten “Electrification Action Plan” einElektrifizierungsziel von 46 Prozent bis 2040 in den Mitgliedsstaaten an. Der Plan soll die Wirtschaftlichkeit elektrischer Lösungen gegenüber fossilen Systemen strukturell verbessern – unter anderem durch eine niedrigere Besteuerung von Strom im Vergleich zu Erdgas.

Über die Umfrage:
Die Befragung wurde im Auftrag von thermondo über Appinio unter 1.000 Eigenheimbesitzer:innen online im Zeitraum vom 24.07. bis 31.07.2026 durchgeführt. Die Befragten sind keine Kund:innen von thermondo und zwischen 25 und 99 Jahren alt.

Über thermondo

thermondo ist der zentrale Möglichmacher der Energiewende für Deutschlands Ein- und Zweifamilienhäuser im Bestand. Das Unternehmen wurde 2013 in Berlin als digitaler Heizungsinstallateur gelauncht. Heute beschäftigt die thermondo-Gruppe, zu der auch der südwestdeutsche Photovoltaik-Champion FEBESOL zählt, über 1.200 Mitarbeitende, darunter über 600 festangestellte Handwerker:innen. Mit einer installierten Basis von über 60.000 Anlagen, davon über 16.000 Wärmepumpen, ist thermondo das CleanTech mit der größten Kundenbasis in Deutschlands Heizungskellern.

thermondo macht mit eigens entwickelter Software, standardisierten Prozessen und Finanzierungsmodellen aus einer Hand, klimaneutrales Wohnen für jede:n Hausbesitzer:in zugänglich, erschwinglich und so einfach und zuverlässig wie möglich – denn “Zuhause zählt’s” für 16 Millionen Eigenheime in Deutschland. 
Die Services von thermondo umfassen die Beratung, Förderung, Finanzierung, Installation und Wartung von Wärmepumpen, PV-Anlagen und allen weiteren Komponenten für klimaneutrales Wohnen im Eigenheim. Bis Ende 2025 hat thermondo mit seinen installierten Anlagen Einsparungen von insgesamt mehr als 3 Millionen Tonnen CO₂ ermöglicht.
Zu thermondos Investoren zählen Brookfield, Future Energy Ventures, HV Capital, Vorwerk, Rocket Internet und 10x.

Mehr Informationen unter: https://www.thermondo.de/

PM: thermondo

PB: 55 % der Befragten lehnen die Förderkürzung ab. / ©: thermondo








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