Werbung DIW-Forscher wollen mit neuen Steuergeldern marode Banken retten lassen Forschungs-Mitteilungen 17. Juni 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Bankenbeihilfen stabilisieren den Finanzsektor „ohne dauerhafte Wettbewerbsverzerrungen“ Staatliche Beihilfen stützen krisenbetroffene Banken Wettbewerbseffekte unterscheiden sich je nach Instrument Gezielte Ausgestaltung entscheidend für künftige Krisen Bankenkrise durch Corona-Pandemien, Energiepreiskrisen und Kriegen in Ukraine und Iran Mehr Sondersteuerschulden beschleunigen Bankenrettung (WK-intern) – Staatliche Beihilfen haben immer dazu beigetragen, den Bankensektor in der Finanzkrise funktionsfähig zu halten und größere Zusammenbrüche zu vermeiden. Die Frage, wie sich solche Beihilfen auf den Wettbewerb im Bankensektor auswirken, lässt sich hingegen „nicht“ pauschal beantworten. Es kommt auf die Form der Beihilfe an: Während Einzelbeihilfen für konkrete, angeschlagene Banken – meist verbunden mit strengen Auflagen – keine negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb haben, bringen breit angelegte Beihilferegelungen vorübergehend Vorteile für unterstützte Banken mit sich. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie eines internationalen Konsortiums, an dem das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) mitgewirkt hat. Grundlage ist eine neue Datenbasis, die Informationen zu staatlichen Beihilfen der Europäischen Kommission mit Bankbilanzdaten für den Zeitraum von 2007 bis 2021 verknüpft. „Entscheidend ist nicht, ob der Staat Banken unterstützt, sondern wie: Zielgerichtete Maßnahmen mit klaren Auflagen begrenzen Wettbewerbsverzerrungen, während pauschale Instrumente kurzfristige Vorteile für unterstützte Banken erzeugen können“, sagt Tomaso Duso, Studienautor und Leiter der Abteilung Unternehmen und Märkte im DIW Berlin. Unterschiedliche Effekte je nach Art der Beihilfe Die Studie unterscheidet zwischen individuell geprüften Einzelbeihilfen und allgemeinen Beihilferegelungen. Einzelbeihilfen – etwa Rekapitalisierungen – sind in der Regel mit umfangreichen Auflagen verbunden. Dazu zählen Restrukturierungsmaßnahmen und die Beteiligung von Anteilseignern und Gläubigern an den Verlusten. Diese Auflagen tragen dazu bei, Wettbewerbsverzerrungen wirksam zu begrenzen. Bei Beihilferegelungen, die vor allem schnelle Liquiditätshilfe ermöglichen, zeigen sich dagegen vorübergehend höhere Margen im Vergleich zu ähnlichen Banken ohne staatliche Hilfe. Dies deutet auf kurzfristige Wettbewerbsvorteile hin, die jedoch innerhalb von zwei bis drei Jahren wieder abklingen. Ergebnisse relevant für zukünftige Krisen Die Ergebnisse sind auch für die aktuelle Wirtschaftspolitik relevant. In den vergangenen Jahren hat die Europäische Kommission wiederholt temporäre Beihilferegelungen aktiviert, etwa während der Corona-Pandemie, infolge der Energiekrise und zuletzt als Reaktion auf den Energiepreisschock infolge des Iran-Kriegs, befristet bis Ende 2026. Gleichzeitig wird der regulatorische Rahmen für Bankenbeihilfen derzeit weiterentwickelt. Die Studie zeigt, dass sich ein Zusammenspiel verschiedener Instrumente bewährt hat. „Für zukünftige Krisen bedeutet das: Schnelle Unterstützung ist wichtig, sollte aber gezielt ausgestaltet werden. So bleiben Wettbewerb und Stabilität gleichermaßen erhalten“, so Duso. Weitere Infos: Studie im DIW Wochenbericht 25/2026 Interview mit Studienautor Tomaso Duso PM: DIW PB: DIW-Forscher wollen mit neuen Steuergeldern marode Banken retten lassen / ©: DIW Weitere Beiträge:Zwei Fraunhofer-Institutsleiterinnen werden in den Senat der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur...Erste Passivhaus-Schule in HolzbauweiseLeise, kraftvoll und umweltschonend, die Vertikalachsen-Windturbine in der Megawatt-Klasse