Werbung Die Chemieindustrie ist eine tragende Säule der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt Bioenergie Forschungs-Mitteilungen Ökologie Technik 18. Juli 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Förderbescheid übergeben: Wissenschaftsminister Willingmann besucht Fraunhofer CBP (WK-intern) – Am Donnerstag, den 16. Juli 2026, besuchte Prof. Dr. Armin Willingmann, Wissenschaftsminister Sachsen-Anhalts, im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna. Im Gepäck hatte er EU-Fördermittel aus dem »Just Transition Fund«. Diese werden in die Forschungsinfrastruktur des Fraunhofer CBP investiert, um Leuna zu einem Nukleus für chemisch-biotechnologische Innovationen zu machen und damit die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der mitteldeutschen Chemieindustrie zu stärken. Globale Herausforderungen wie Klimawandel und geopolitische Instabilitäten machen auch der Chemieindustrie zu schaffen. Damit erforderliche Innovationen, etwa in neue energieeffiziente Verfahren auf Basis erneuerbarer Rohstoffe und ihrer Kreislaufführung, in einem größeren Maßstab erprobt und neue Produkte schließlich auf den Markt gebracht werden können, benötigen Unternehmen eine optimal aufgestellte Infrastruktur für den Betrieb von Pilot- und Demonstrationsanlagen. Im Rahmen seiner Sommertour unter dem Motto »Energie und Innovation« machte Prof. Dr. Armin Willingmann, Landesminister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, am 16. Juli 2026 auch Halt am Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna. Die Forschungseinrichtung fungiert als Plattform für das sogenannte »Scale-up« verschiedener chemischer und biotechnologischer Herstellungsprozesse – also der Übertragung neuer Verfahren vom Labor auf einen für die Industrie relevanten Maßstab. Just Transition Fund: Strukturwandel gerecht und nachhaltig gestalten – Innovationen in der Chemieindustrie fördern Der Minister überreichte persönlich einen Förderbescheid über 4,7 Millionen Euro aus dem Just Transition Fund (JTF) des Landes Sachsen-Anhalt. Insgesamt erhält das Fraunhofer CBP rund 13 Millionen Euro für die Erweiterung seiner Forschungsinfrastruktur, vier weitere JTF-Bescheide hatte das Zentrum in den vergangenen Monaten bereits erhalten. Dieser Fördertopf der Europäischen Union, der über das Land vergeben wird, ist dafür vorgesehen, den Strukturwandel im ehemaligen mitteldeutschen Braunkohle-Revier gerecht und nachhaltig zu gestalten und zum Erfolg zu führen. »Die Chemieindustrie ist eine tragende Säule der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt, sie steht für Wertschöpfung und gut bezahlte Arbeitsplätze«, betonte Willingmann. »Zweifellos steht die Branche mit Blick auf höhere Energiepreise und die klimaneutrale Transformation vor Herausforderungen. Diese lassen sich aber bewältigen, wenn konsequent in Innovation investiert wird. Wir stärken mit der JTF-Förderung unsere Forschungsinfrastrukturen am Fraunhofer CBP, damit unsere Unternehmen in Leuna beste Voraussetzungen für die Entwicklung technischer Innovationen haben. Sei es mit Blick auf energieeffiziente Verfahren oder auch die Nutzung erneuerbarer Rohstoffe. Wirtschaft ist immer dann erfolgreich, wenn sie innovativ ist. Mit dem Blick in den Rückspiegel zurück in das fossile Zeitalter sollten wir uns nicht aufhalten, wenn wir auch in Zukunft hohe Wertschöpfung und Arbeitsplätze bei uns im Lande haben wollen.« »Am Fraunhofer CBP verbinden wir unsere Entwicklungs- und Skalierungskompetenzen in der Chemie und Biotechnologie, um die Innovationslücke zwischen Forschung und industrieller Umsetzung zu schließen. Mit den vom Land bewilligten Investitionen für den Ausbau unserer Forschungsinfrastruktur können wir Unternehmen bei den kapitalintensiven Schritten der Skalierung in den Pilotmaßstab noch besser unterstützen und Risiken unserer Partner minimieren. Davon profitiert die mitteldeutsche Industrie, aber auch der Standort Deutschland und die Zukunftsfähigkeit Europas«, sagt Prof. Dr. Petra Kluger, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, zu dem das CBP als Institutsteil gehört. »Darüber hinaus ist die JTF-Förderung auch ganz im Sinne der Hightech-Agenda Deutschland, die von der Bundesregierung verabschiedet wurde, um unser Land wirtschaftlich zu stärken. Mit dem Ausbau der Biotechnologie-Infrastruktur, einer der Schlüsseltechnologien der Hightech-Agenda, sichern wir die Herstellung innovativer Produkte für Ernährung und Chemie. Biotechnologische Verfahren machen uns zudem unabhängig und resilienter. Mit den Investitionen in das CBP gehen wir in Sachsen-Anhalt also mit gutem Beispiel voran.« Geförderte CBP-Projekte stärken die Wettbewerbsfähigkeit der mitteldeutschen Chemieindustrie Unter den mit JTF-Mitteln geförderten Projekten ist das Vorhaben »Aufbau der biotechnologischen ATEX Transfer-Infrastruktur zur Stärkung der chemischen Industrie in Sachsen-Anhalt« mit der Fördersumme von 4,7 Millionen Euro das größte. Mit dieser Investition in einen speziellen 5-m³-Bioreaktor werden Fermentationen, bei denen eine explosionsfähige Atmosphäre entsteht (frz. Atmosphères Explosibles) – etwa, wenn Mikroorganismen entzündliche Produkte bilden, in einem größeren Maßstab möglich. So können biotechnologische Verfahren in Zukunft auch unter industrierelevanten Sicherheits- und Explosionsschutzbedingungen untersucht und das Technologie-Portfolio am Fraunhofer CBP und am Chemiestandort Leuna erheblich erweitert werden. Für vier weitere Vorhaben hatte das Fraunhofer CBP bereits in diesem und im vergangenen Jahr Förderungszusagen über insgesamt 7,75 Millionen Euro erhalten, um neue Infrastruktur zur Aufbereitung pflanzlicher Rohstoffe, zur biotechnologischen Stoffumwandlung sowie zur Aufarbeitung chemisch oder biotechnologisch hergestellter Produkte zu installieren. Mit den neuen Anlagen wird eine leistungsfähige Infrastruktur geschaffen, die den Wandel der Chemie- und Biotechnologiebranche hin zu nachhaltigen, emissionsarmen Produktionsweisen unterstützt und Unternehmen in Sachsen-Anhalt bei zukünftigen technologischen Herausforderungen stärkt. So erlaubt das Projekt »BioTraIn4Eco – Ausbau der biotechnologischen Transfer-Infrastruktur« beispielsweise die Erweiterung der Fermentations- und den direkt verbundenen Aufarbeitungskapazitäten im Benchtop- und kleineren Pilotmaßstab. Mit dem Vorhaben »ETiB – Effiziente Trennprozesse in Bioraffinerien: Beitrag zur Zukunft der Chemieindustrie in Sachsen-Anhalt« können energieeffiziente Technologien für das sogenannte Downstream Processing weiterentwickelt werden, um auf diese Weise die Wirtschaftlichkeit des gesamten Herstellungsprozesses zu erhöhen. Skalierungsplattform, Infrastruktur und Fläche für Industriepartner Das Fraunhofer CBP befindet sich auf dem Chemiewerksgelände der InfraLeuna GmbH. »Wir verstehen uns als Brücke zwischen Forschung und Industrie. Als Skalierungseinrichtung stellen wir unseren Partnern und Kunden die benötigte Infrastruktur und Technikumsanlagen bereit, über die sie selbst nicht verfügen. Das spart Zeit und Geld und senkt die Entwicklungsrisiken für Firmen enorm«, erklärt Dr. Christine Rasche, Bereichsleiterin Chemische und biotechnologische Prozesse. So kann die modular einsetzbare Reaktor- und Anlagentechnik integrierte Verfahren von der Fraktionierung erneuerbarer Rohstoffe (u. a. Lignocellulose, Ölsaaten, Reststoffe) über verschiedene Konversionsprozesse (biotechnologisch, chemisch) bis hin zu komplexen Downstream-Verfahrensschritten auch in einer kontinuierlichen Fahrweise abbilden. »Damit ist es möglich, im Pilotmaßstab innovative und nachhaltige Prozessketten zu überprüfen, Mustermengen bereitzustellen, Produktspezifikationen zu validieren und wichtige Daten hinsichtlich Auslegung und Wirtschaftlichkeit von Produktionsanlagen zu gewinnen«, so Rasche. Zudem begleitet das Fraunhofer CBP den Aufbau kundeneigener Demonstrationsanlagen auf seinem Gelände. Die Erfahrung und das Know-how der Mitarbeitenden mit Inbetriebnahme und Betrieb kundeneigener Anlagen ermöglicht eine sichere, schnelle und zielgerichtete Umsetzung der Demonstrationsprojekte unter Berücksichtigung aller Aspekte, die für die anschließende industrielle Umsetzung von Bedeutung sind. PM: Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB PB: Übergabe des Förderbescheids am Fraunhofer CBP in Leuna. V. l.: Sandra Torkler, Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann, Prof. Dr. Petra Kluger und Dr. Christine Rasche / ©: Fraunhofer IGB Weitere Beiträge:Kreislaufwirtschaft-Veranstaltung des WCEF2021 erweitert die Vielfalt der Lösungen nach der COVID-19...UFOP kritisiert Inkohärenz zwischen politischen Absichtserklärungen und agrarpolitischer RealitätWissenschaftler machen Eisen durchsichtig