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Bayern will Windräder bauen und die Rahmenbedingungen des Bundes verhindern es

Windenergie deckeln ist der falsche Weg / Bild: HB
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Aiwanger: „Bayern will Windräder bauen und die Rahmenbedingungen des Bundes verhindern es. Bei innovativer Solarenergie sind wir weiter Spitze“

(WK-intern) – MÜNCHEN – Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger sieht die Ergebnisse der letzten Ausschreibung der Bundesnetzagentur mit großer Sorge und fordert weiterhin eine stärkere Berücksichtigung süddeutscher Standorte beim Ausbau der Windenergie.

Die Bundesnetzagentur hat Ende Juni die Zuschläge der Ausschreibungsrunde vom 1. Mai 2026 veröffentlicht: Bundesweit erhielten 270 Gebote von 628 eingereichten Geboten einen Zuschlag.

Auf Bayern entfielen nur vier Zuschläge mit einem Volumen von 2,2 % des bezuschlagten Gesamtvolumens. Auch auf Baden-Württemberg entfielen nur acht Zuschläge mit einem Volumen von insgesamt 60,2 Megawatt (MW) und damit 2,4 % des bezuschlagten Gesamtvolumens. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert ist gegenüber der vorherigen Gebotsrunde erneut deutlich gesunken, auf nunmehr 5,06 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) (Vorrunde: 5,54 ct/kWh).

Damit zeigt sich einmal mehr, dass Süddeutschland trotz vorhandener Genehmigungen bzw. weit fortgeschrittener Projekte in den Ausschreibungen systematisch unterrepräsentiert ist. Bayern verzeichnet bei Windenergie inzwischen ein kräftiges Wachstum der Antrags- und Genehmigungszahlen: Allein 2025 wurden Genehmigungen für 198 Windenergieanlagen erteilt, damit warten 350 genehmigte bayerische Windräder vergeblich darauf, bei einer Ausschreibung den Zuschlag zu bekommen, Genehmigungsanträge für 819 Windenergieanlagen wurden zusätzlich gestellt. Diese erfreuliche Dynamik wird vom Bund ausgebremst.

Aiwanger fordert: „Um genehmigte Projekte zügig realisieren zu können, müssen dringend Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bayerischer Projekte in den bundesweiten Ausschreibungen ergriffen werden. Bayern will Windrädern bauen und der Bund blockiert es. Ein ausgewogener Ausbau der Windenergie in ganz Deutschland muss gewährleistet werden. Strom wird am besten dort erzeugt, wo er auch gebraucht wird. Die Erzeugung muss nahe den großen Verbrauchszentren der Industrie in Bayern mit hohem Strombedarf erfolgen. Jede Kilowattstunde, die in Bayern produziert und auch hier genutzt wird, entlastet die Netze, reduziert den Bedarf an Stromtransporten und verbessert die regionale Versorgungssicherheit bei Terroranschlägen auf die Netze wie wir sie zuletzt hatten.

Die bisher im EEG 2027-Entwurf vorgesehenen Rahmenbedingungen reichen nicht aus, um den Ausbau der Windenergie an Land in Süddeutschland verlässlich abzusichern. Erforderlich sind eine Anhebung der jährlichen Ausschreibungsmenge für Windenergie an Land von 10.000 MW auf 14.000 MW, eine zusätzliche Windsonderausschreibung im Jahr 2027 mit 5.000 MW, ein Korrekturfaktor von 1,70 statt 1,50 für windschwächere Standorte der Südregion sowie ein gesondertes Zuschlagssegment für die Südregion im Umfang von mindestens 20 % des Ausschreibungsvolumens. Hintergrund ist, dass süddeutsche Windenergieprojekte aufgrund geringerer Windhöffigkeit und teilweise höherer Investitionskosten strukturelle Wettbewerbsnachteile haben.

Ohne die genannten Maßnahmen droht, dass genehmigte und weit fortgeschrittene Projekte nicht realisiert werden und der Ausbau sich weiter auf besonders windstarke Regionen konzentriert. Dies würde nicht nur den Ausbau in Bayern bremsen, sondern auch den Netzausbaubedarf erhöhen.

Erfreuliches bei der letzten Innovationsausschreibung:
Beim Ausbau innovativer Solarenergie konnte Bayern seine Spitzenposition bestätigen: Bei der Innovationsausschreibung der Bundesnetzagentur vom 1. Mai 2026 gingen 15 der bundesweit 27 Zuschläge an Projekte im Freistaat. Mit 287 von insgesamt 482 MW entfiel damit deutlich mehr als die Hälfte der bezuschlagten Leistung auf Bayern. Bundesweit wurden ausschließlich Photovoltaik-Anlagen mit Speicher berücksichtigt. Diese Anlagenkombinationen stehen für den innovativen Ansatz der Ausschreibung: Sie ermöglichen eine besonders systemdienliche Einspeisung, weil Solarstrom gespeichert und dadurch flexibler genutzt werden kann. Die bezuschlagten Gebote lagen zwischen 4,75 und 5,61 ct/kWh, die durchschnittliche Vergütung betrug 5,34 ct/kWh. Für das Jahr 2026 sind insgesamt 950 MW in zwei Innovationsausschreibungen vorgesehen; der nächste Gebotstermin ist der 1. September 2026.

PM: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

Bayern will Windräder bauen und die Rahmenbedingungen des Bundes verhindern es / Foto: HB








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