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Digitalisierung als Schlüssel für die erfolgreiche Energiewende

PB: Ingo Kocke ist Senior Industry Consultant Project Performance bei Octave.
Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels

Die Energiewirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung:

(WK-intern) – Einerseits steigt die Nachfrage nach Strom durch Bevölkerungswachstum, die Elektrifizierung des Verkehrs und den enormen Energiebedarf von KI-Rechenzentren massiv an.

Gleichzeitig wächst der Druck, die Ziele im Hinblick auf die weltweite Dekarbonisierung der Energieerzeugung zu erreichen. Erfolgreich meistern lässt sich dieser Spagat durch gezielte digitale Transformation.

Hoofddorp, Niederlande – Für ein Gelingen der Energiewende richtet sich der Fokus mehr und mehr auf nachhaltige Investitionen, die Integration erneuerbarer Energien und die anhaltende Reduzierung von Emissionen. Selbst in den USA wurden bereits mehr als 242 Milliarden Dollar in saubere Energietechnologien investiert. In diesem Kontext erlebt auch die Kernkraft eine Renaissance. Obschon sie in Deutschland keine Zukunft hat, betrachten zahlreiche Staaten sie als notwendige Ergänzung zu erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarkraft, um die globalen Dekarbonisierungsziele zu erreichen. So haben die Gesamtinvestitionen in Kernkraft im Jahr 2024 die Marke von 80 Milliarden Dollar überschritten, was nahezu dem Doppelten des Niveaus von 2018 entspricht.

Für eine erfolgreiche Energiewende müssen Energieversorgungsunternehmen laut Deloitte Research Center for Energy & Industrials ihr Geschäftsmodell neu erfinden. Ansätze wie Utility-as-a-Platform, bei dem Versorger über die reine Stromlieferung hinausgehende Dienste anbieten, oder Energy-as-a-Service-Modelle gewinnen an Bedeutung. Auch die Anpassung von Tarifen und Verträgen an die Echtzeit-Marktentwicklung durch dynamische Preismodelle spielen eine wichtige Rolle. Versorger positionieren sich hierdurch als zentrale Vermittler auf dem Energiemarkt.

Transformation treibt Komplexität voran

Mit der Transformation steigt jedoch die Komplexität. Versorgungsunternehmen müssen heute ein sehr breites Projektportfolio verwalten, die Netze gegen Cyberangriffe schützen und strengere regulatorische Anforderungen erfüllen. So verlangt die EU-Energieeffizienz-Richtlinie von Unternehmen jährliche Energieeinsparungen von 1,5 Prozent des Gesamtumsatzes.

Als besonders kritisch erweist sich das Projektmanagement: Viele Versorgungsunternehmen steuern oft mehr als 10.000 Projekte gleichzeitig. Kommen hierbei noch manuelle Prozesse oder isolierte Excel-Tabellen zum Einsatz, drohen bei Fehlern enorme finanzielle Verluste. Ein einziges falsch gesetztes Feld in einer Tabelle führte bei einem Energieerzeuger zu einem Schaden von 24 Millionen Dollar. Bei der US-amerikanischen Großbank JP Morgan Chase summierten sich Verluste durch fehlerhafte Formeln gar auf 6,5 Milliarden Dollar.

Digitalisierung im Energiesektor: Zwischen Anspruch und Realität

Obwohl der Energiesektor bei der Digitalisierung im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittlich gut abschneidet, scheitern viele Initiativen. So ergab eine Befragung der Unternehmensberatung Oliver Wyman, dass zwar alle teilnehmenden Führungskräfte in den vergangenen drei Jahren Digitalisierungsprojekte auf den Weg brachten. Lediglich 25 Prozent konnten sie jedoch erfolgreich abschließen. Als Hauptgründe für das Scheitern nannten die Befragten eine von Datensilos geprägte Infrastruktur (81 Prozent) sowie eine fehlende gemeinsame Vision.

Silo-Strukturen und schlecht vernetzte Daten wirken sich auch negativ auf den Betrieb aus. Laut einer Umfrage von Octave haben 66 Prozent der Energieversorger allein in den vergangenen zwölf Monaten die Anzahl ihrer Software- und Datenquellen erhöht. Dazu zählen GIS (Geografische Informationssysteme), SCADA und fortschrittliche Energiemanagementsysteme (EMS). Auch KI-basierte Plattformen für vorausschauende Wartung sowie Business-Intelligence-Dashboards werden zunehmend genutzt.

Die Herausforderung besteht nun darin, dass diese neuen Quellen neben Altsystemen existieren und kaum miteinander kommunizieren. So berichten 78 Prozent der Führungskräfte in der Energiebranche von Störungen aufgrund mangelhafter Datenintegration. Zudem sehen sich 69 Prozent mit Einschränkungen durch ungenaue Berichterstattung konfrontiert. Infolgedessen gibt mehr als jeder zweite Befragte an, dass die Initiativen zur digitalen Transformation nicht den erwarteten Nutzen gebracht haben.

Vom System-Wildwuchs zum zentralen Netzwerkmodell

Alectra Utilities liefert hierfür ein anschauliches Beispiel: Nach einer Fusion verfügte das Unternehmen über vier verschiedene GIS- und Versorgungssysteme. Dies führte zu isolierten Datenbeständen, uneinheitlichen Prozessen und eingeschränkter Transparenz. Mithilfe von Octave NetWorks konsolidierte das Unternehmen diese Systeme zu einem zentralen Netzwerkmodell, standardisierte die Arbeitsabläufe und führte Governance-Maßnahmen ein. Im Ergebnis profitiert das Unternehmen von sauberen und leicht zugänglichen Echtzeitdaten, geringeren Projektrisiken und vereinfachtem Support.

Für ein weiteres Plus an Effizienz rückt das Konzept der Enterprise Project Performance (EPP) in den Mittelpunkt. Dabei handelt es sich um eine Strategie, die Portfolio-Management, Steuerung sowie die Verwaltung von Projekten auf einer einheitlichen Plattform abbildet. Ziel ist die Schaffung einer Single Source of Truth – also einer konsistenten Datenbasis, die manuelle Fehler eliminiert und eine Echtzeit-Übersicht über alle Projekte bietet. Die Vorteile einer solchen zentralisierten Steuerung lassen sich durch Zahlen belegen: Laut Studien von Forrester wird die Überschreitung von Projektkosten um 20 Prozent reduziert und die Produktivität der Verantwortlichen um ein Viertel gesteigert. McKinsey schätzt zudem, dass Versorgungsunternehmen ihr Kapital um bis zu 20 Prozent effizienter einsetzen können, wenn sie sich auf die größten Risiken konzentrieren und ihre Ausgabenmodelle überdenken.

Fazit

Für die Energiebranche ist die digitale Transformation unabdingbar. Der Erfolg hängt dabei weniger von der Technologie ab, sondern von einer klaren Vision, der Einbindung der Belegschaft und der Abkehr von fragmentierten Arbeitsprozessen. Nur durch die integrierte Sicht auf alle Projekte und Ressourcen lassen sich die notwendigen Investitionen tätigen, um die Energiewende rechtzeitig und wirtschaftlich umzusetzen.

Autor: Ingo Kocke, Senior Industry Consultant Project Performance bei Octave

PM: Octave

PB: Ingo Kocke ist Senior Industry Consultant Project Performance bei Octave.








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