Werbung GAIA warnt vor wachsender Ausbaulücke in Süddeutschland Finanzierungen Windenergie Windparks Wirtschaft 22. Juni 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Projektentwickler fordert Kurswechsel beim EEG: „Bundespolitik verhindert Windenergie-Ausbau dort, wo der Strom gebraucht wird“ (WK-intern) – Lambsheim – Der Vorreiter für Windenergie- und Photovoltaik-Freiflächenanlagen GAIA aus Rheinland-Pfalz fordert eine grundlegende Reform der EEG-Gesetzgebung. Das Unternehmen warnt vor einer zunehmenden Fehlsteuerung der Energiewende: Das aktuelle Fördersystem verhindere die wirtschaftliche Nutzung der Windenergiepotenziale in den großen Verbrauchsregionen Süddeutschlands. „Wir erleben aktuell einen politischen Irrsinn: Die Behörden genehmigen Projekte, die Länder weisen neue Windflächen aus, Investoren stehen bereit – und am Ende scheitern die Vorhaben am Fördersystem des Bundes. Millionenbeträge, die bereits in Planung und Genehmigungen geflossen sind, bleiben ungenutzt. Das kostet Investitionen, Wertschöpfung und Zeit bei der Umsetzung der Energiewende und im Kampf gegen den Klimawandel“, erklärt Torsten Szielasko, Geschäftsführer von GAIA. Nach Angaben der Energiewirtschaft entfällt rund ein Drittel des deutschen Stromverbrauchs auf Süddeutschland. Gleichzeitig werden dort lediglich rund 14 Prozent des deutschen Windstroms erzeugt. Ursache sei vor allem das bundesweite Ausschreibungssystem, das sich nahezu ausschließlich am günstigsten Strompreis orientiert und die systemische Notwendigkeit einer regional ausgewogenen Erzeugungsstruktur nicht ausreichend berücksichtigt, sagt Szielasko. Ausbaupfad realistisch absichern und Projektstau abbauen Besonders kritisch bewertet GAIA, dass in Süddeutschland inzwischen ein Projektüberhang von rund 20.000 Megawatt an bereits genehmigten Windenergievorhaben besteht, die trotz Baureife nicht realisiert werden können. Um diese Schieflage zu korrigieren, fordert GAIA eine stärkere regionale Steuerung des Windenergieausbaus. Dazu gehören eine temporäre Südquote von 35 Prozent des jährlichen Ausschreibungsvolumens für Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie ein rechtlich abgesicherter Realisierungsmechanismus für bereits genehmigte Projekte in Süddeutschland, beispielsweise durch jährliche Sonderausschreibungen sowie die Anhebung des jährlichen Ausschreibungsvolumens. Bezüglich der vorgesehenen Resilienzausschreibungen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit fordert GAIA die Einführung verbindlicher regionaler Mindestquoten von 20 Prozent, ausschließlich für Projekte in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. „Gerade diese Regionen sind in Dunkelflauten besonders auf lokale Erzeugung angewiesen, da Importstrukturen aus dem Norden allein keine ausreichende Versorgungssicherheit gewährleisten“, so Szielasko. Regionale Steuerung der Energiewende stärken Der Projektentwickler sieht in der wirtschaftlichen Ausgestaltung des Ausschreibungssystems einen weiteren zentralen Hebel zur Steuerung des regionalen Ausbaus. Der im EEG diskutierte Korrekturfaktor sowie das zugrunde liegende Referenzmodell bilden die strukturellen Unterschiede zwischen Nord- und Binnenlandstandorten nach Einschätzung von GAIA bislang nur unzureichend ab. Der aktuell vorgesehene Faktor von 1,50 werde den spezifischen Kosten- und Ertragsbedingungen süddeutscher Projekte nicht gerecht. Daher fordert das Unternehmen eine Anhebung auf mindestens 1,70 oder alternativ die Einführung eines weiterentwickelten Referenzmodells, das insbesondere Lastnähe und Versorgungssicherheit systematisch in die Vergütungssystematik integriert. Systemintegration im Binnenland sicherstellen – Systemkosten in Milliardenhöhe vermeiden Besonders kritisch sieht GAIA, dass die tatsächlichen Systemkosten der Energiewende im EEG kaum berücksichtigt werden. Eine Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) zeigt, dass der einseitige Ausbau im Norden Systemkosten von rund 1,8 Milliarden Euro pro Jahr allein durch Redispatch verursachen kann. „Der Strom wird immer häufiger dort erzeugt, wo er am günstigsten produziert werden kann, nicht dort, wo er benötigt wird. Die Kosten für Netzausbau, Netzengpässe und Redispatch zahlt am Ende die Allgemeinheit. Diese Kosten werden im Ausschreibungssystem praktisch ignoriert“, erklärt Torsten Szielasko. Regional erzeugter Windstrom könne dagegen Netze entlasten, Transportkosten reduzieren und die Versorgungssicherheit stärken. Neben einer Anpassung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Binnenlandprojekte steht insbesondere die bessere Integration von Speichertechnologien und Netzanschlüssen im Fokus, um Projekte zuverlässig realisieren zu können. Appell an den Gesetzgeber Mit Blick auf die Beratungen zum EEG 2027 appelliert GAIA an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die regionale Balance der Energiewende zu einem zentralen Bestandteil der Gesetzgebung zu machen. „Deutschland braucht nicht nur mehr Windenergie. Deutschland braucht Windenergie am richtigen Ort. Wenn die Energiewende dauerhaft akzeptiert, bezahlbar und sicher bleiben soll, muss die Politik jetzt die strukturelle Benachteiligung Süddeutschlands beenden“, so Szielasko. Das vollständige Positionspapier wurde den energiepolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Bundestagsfraktionen sowie weiteren Mitgliedern des Deutschen Bundestages übermittelt. Über GAIA Die Gesellschaft für Alternative Ingenieurtechnische Anwendungen (GAIA) mbH ist seit über 25 Jahren eine der führenden Projektentwickler im Bereich erneuerbarer Energien in Südwestdeutschland. Gegründet 1999 von Michael Wahl und Torsten Szielasko, hat sich das Unternehmen von einem spezialisierten Planungsbüro für Windenergie zu einem umfassenden Generalunternehmen entwickelt. Heute realisiert GAIA Projekte in den Bereichen Windenergie, Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Batteriespeichersysteme und agiert zudem als zuverlässiger Dienstleister für Kooperationspartner. Bis heute hat GAIA Wind- und PV-Projekte mit einer Gesamtnennleistung von über 270 Megawattpeak (MWp) erfolgreich umgesetzt. Für die kommenden drei Jahre befinden sich Wind- und PV-Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von nahezu 2 Gigawatt (GW) in Planung. Das inhabergeführte Unternehmen mit Sitz in Lambsheim beschäftigt über 70 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Expertise maßgeblich zum nachhaltigen Wachstum und zur erfolgreichen Energiewende in der Region beiträgt. PM: Gesellschaft für Alternative Ingenieurtechnische Anwendungen (GAIA) mbH PB: Firmensitz des Wind- und Photovoltaikprojektentwicklers GAIA in Lambsheim (Rheinland-Pfalz). / ©: GAIA Weitere Beiträge:Cadeler hat einen hervorragenden Zwischenabschluss für das erste Halbjahr 2025 veröffentlichtRLS-Analyse: Ob die EnergieSystemWende gelingtØrsted beauftragt Nexan für die Verkabelung im weltgrößten Offhore Windpark