Werbung Speicherung großer Mengen Wasserstoff in Bayern Erneuerbare & Ökologie Forschungs-Mitteilungen Technik Wasserstofftechnik 10. April 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Studie zeigt Alternativen zu Salzkavernen in Norddeutschland – Großes Wasserstoffspeicherpotenzial in Bayern (WK-intern) – Südbayerns geologische Formationen bieten ein bislang unterschätztes Potenzial zur Speicherung großer Mengen Wasserstoff. Damit könnten sie eine Alternative zu norddeutschen Salzkavernen sein und somit zu einer besseren geografischen Verteilung der Speicherkapazitäten beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universität München (TUM) in Kooperation mit der Montanuniversität Leoben (MUL) im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Damit erneuerbare Energien effektiv und nachhaltig genutzt werden können, muss es möglich sein, die erzeugte Energie zu speichern. Ein wichtiger Ansatz hierfür ist die Umwandlung in Wasserstoff, der jedoch in großen Mengen gespeichert und dem saisonalen Bedarf entsprechend zur Verfügung gestellt werden muss. Die geologische Speicherung an geeigneten Orten im Erdboden bietet sich hierfür besonders an und kann eine Schlüsselrolle in der Energiewende einnehmen. Die Studie SpeicherCHeck soll herausfinden, ob es auch in Bayern potenzielle geologische Formationen gibt, die für eine sichere Lagerung geeignet sind. Im Fokus stehen dabei ehemalige Öl- und Gaslagerstätten sowie aktive Erdgas-Porenspeicher. Der nun veröffentlichte Zwischenbericht des bis 2027 laufenden Projekts liefert erste Ergebnisse. Besonders geeignet sind demnach in Bayern die bestehenden Erdgas-Porenspeicher im Alpenvorland – beispielsweise in Bierwang und Inzenham. Erdgas-Porenspeicher sind unterirdische Speicher in natürlichen, porösen Gesteinsschichten, die bislang genutzt wurden, um überschüssiges Erdgas zwischenzulagern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Der Großteil der notwendigen Infrastruktur ist an diesen Standorten also bereits vorhanden. Das Speicherpotenzial in allen betrachteten Lagerstätten wird von den Forschenden auf derzeit 12,6 bis 25,2 Terawattstunden (TWh) geschätzt. Die Speicherkapazitäten der norddeutschen Salzkavernen werden vom Nationalen Wasserstoffrat auf 33 TWh geschätzt. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Süddeutschland ebenfalls sehr gute Voraussetzungen für die geologische Wasserstoffspeicherung besitzt“, sagt Michael Drews, Professor für Geothermal Technologies an der TUM. „Die hier vorhandenen Porenspeicher könnten somit einen substanziellen Beitrag zur Standortdiversifizierung von notwendigen Untertagespeichern und zur Energieversorgungssicherheit einer zukünftigen Wasserstoffwirtschaft leisten.“ „Die Projektbeteiligung der Montanuniversität ist im Sinne der grenzübergreifenden Bemühungen zur Weiterentwicklung dringend benötigter Speicherkapazitäten äußerst wertvoll und bringt auch für andere Anwendungsmöglichkeiten geologischer Speicherkomplexe wichtige Grundlagenerkenntnisse“, sagt Prof. David Misch, Leiter des Lehrstuhls für Energy Geosciences an der Montanuniversität Leoben. Strategische Bedeutung für die Energiewende in Bayern Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betont: „Für den Aufbau einer zukunftsfähigen Wasserstoffversorgung werden wir auf große, unterirdische Speicherkapazitäten angewiesen sein. Die Studie der Technischen Universität München verdeutlicht: Unsere bestehenden Erdgasspeicher in Bayern haben erhebliches Potenzial, um künftig auch Wasserstoff zu speichern. Deshalb müssen wir die bayerischen Speicher erhalten. Zunächst für die sichere Erdgasversorgung und in der Transformationsphase zunehmend für die Nutzung mit Wasserstoff.“ PM: TUM PB: Mit lokalen Wasserstoffspeichern kann die Industrie, wie hier im südostbayerischen Chemiedreieck, sauberer werden. / ©: TUM / iStockphoto.com / Dirschl Weitere Beiträge:PwC-Experte Henry Otto meldet: Hohe Zuschlagswerte bei KWK-Anlagen trotz steigendem WettbewerbGJETC präsentiert erste Studienergebnisse zur Digitalisierung der EnergiewendeNeue Geschäftsmodelle für Energiegenossenschaften