Werbung Neue PIK-Studie sieht die nächste Mega-Hitzewellen voraus Forschungs-Mitteilungen Ökologie Technik 7. November 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels „Mega-Hitzewellen” werden verstärkt durch Zusammenspiel von Bodenfeuchte, Luftdruck und Temperatur (WK-intern) – Bei großer Hitze können sich Temperatur, Bodenfeuchte und Luftdruck gegenseitig so verstärken, dass extreme Hitzewellen um zehn Prozent heißer ausfallen als ohne dieses Zusammenspiel. Das zeigt eine neue Studie unter Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA). Sie wurde heute in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht. In besonders von Hitzewellen betroffenen Regionen wurden lokale Temperaturrekorde in den vergangenen Jahren regelrecht gesprengt. Dort treten „Mega-Hitzewellen“ immer öfter auf; ihre Häufigkeit nimmt schneller zu als die weniger intensiver Hitzeextreme. Beispiele sind die Hitzewelle in Europa 2022, bei der die Temperaturen in Großbritannien erstmals über 40 °C stiegen, und die Hitzewelle im Nordwesten der USA im Sommer 2021, bei der die gemessenen Temperaturen bisherige Rekorde um 4,6 °C übertrafen. Mithilfe von maschinellem Lernen und statistischen Analysen haben die Forschenden einen physikalischen Mechanismus identifiziert, der bei den extremsten Hitzewellen zunehmend zum Tragen kommt. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Bodenfeuchte, Luftdruck und Temperatur bei diesen Hitzeereignissen in den mittleren Breiten zusammenwirken und die Temperaturen zusätzlich in die Höhe treiben. Das betrifft beispielsweise Europa, Südrussland und die Mongolei, den Osten und Nordwesten Nordamerikas, den Nordwesten Indiens, die Westküste Südamerikas, das zentrale und südliche Afrika sowie das nördliche Landesinnere Australiens. Unter Hochdruckeinfluss erreicht mehr Sonnenstrahlung die Erdoberfläche und erwärmt den Boden. Mit steigenden Temperaturen trocknen die Böden zudem allmählich aus. Dadurch verdunstet weniger Wasser, das die Oberfläche kühlen könnte und der Boden heizt sich weiter auf. „Dass sich steigende Temperaturen und austrocknende Böden gegenseitig verstärken, ist schon seit einiger Zeit bekannt und wird berücksichtigt, wenn wir abschätzen, wie heiß ein typisches extremes Hitzeereignis ausfällt“, erklärt Yinglin Tian, PIK-Forscherin und Erstautorin der Studie. „Wenn wir uns diese Mega-Hitzewellen ansehen, die bisherige Temperaturrekorde deutlich übertroffen haben, beobachten wir jedoch: Sobald eine bestimmte Temperatur erreicht ist, verstärken sich alle drei Faktoren, also austrocknende Böden, hoher Luftdruck und extreme Hitze, gegenseitig weiter. Wie sie dabei genau ineinandergreifen, war bislang unklar“, ergänzt Tian. Die Analyse zeigt: Weil sich die Erde durch den Klimawandel erwärmt hat, wird die Temperaturschwelle, ab der dieser Mechanismus einsetzt, inzwischen mit höherer Wahrscheinlichkeit überschritten. Dann treiben die sich gegenseitig verstärkenden Rückkopplungen die Temperaturen während einer Hitzewelle weiter nach oben. In Europa setzt dieser Mechanismus bei etwa vier Kelvin über der durchschnittlichen Sommertemperatur ein, also bei rund 29 °C. Zwischen 1979 und 1983 lag die Wahrscheinlichkeit, dass die Temperaturen in Mitteleuropa diese Schwelle überschreiten, bei sechs Prozent. Im Zeitraum 2018 bis 2022 waren es 23 Prozent. Klimamodelle, mit denen extreme Hitzeereignisse vorhergesagt werden, bilden diese sich selbst verstärkende Dynamik bislang nicht ausreichend ab. „Wenn unsere Analyse stimmt und dieses Zusammenspiel die extremsten Hitzeereignisse noch weiter verschärft, könnten uns künftig schwerwiegendere Risiken durch Hitzewellen bevorstehen als bislang erwartet“, sagt Kai Kornhuber, Ko-Autor der Studie vom IIASA und dem Max-Planck-Institut für Geoanthropologie. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist ein unabhängiges, gemeinnütziges Forschungsinstitut, das 1992 gegründet wurde. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die wissenschaftlichen Grenzen der interdisziplinären Klimaforschung für globale Nachhaltigkeit zu erweitern und Wissen und Lösungen für eine sichere und gerechte Klimazukunft beizusteuern. Die rund 500 Beschäftigten des Instituts sind hauptsächlich in Potsdam tätig. Das PIK ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. PM: PIK PB: Ottmar Edenhofer, der weltweit einzige „Experte für die CO2-Steuer“ und den „Emissions-Ablass-Handel“ wird zur EU-Klimagesetzgebung berufen und entwickelt nun eine Verdopplung der Fleisch-Mehrwertsteuer zur Rettung des Welt-Klimas / ©: PIK Weitere Beiträge:Energiequelle: Zertifizierung unter Einbeziehung der energiespezifischen Standards bestätigtRWTH verleiht Adjunct Professur an Wärmewende-Experten Energielabel für Verbundheizungsanlagen kommt nur langsam im Markt an