Werbung Stellenabbau in der deutschen Autoindustrie übertrifft die Erwartungen der E-Mobilitäts-Transformation E-Mobilität Erneuerbare & Ökologie Forschungs-Mitteilungen 16. August 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Kurzanalyse Prof. Dr. Stefan Bratzel (WK-intern) – Der seit 2019 anhaltende Beschäftigungsrückgang in der deutschen Automobilindustrie war absehbar – fällt aber inzwischen deutlich stärker aus, als es die Trans formation zur Elektromobilität allein erklären würde. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Center of Automotive Management (CAM). Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts belegen: Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 waren in der Branche nur noch rund 691.500 Menschen beschäftigt – der niedrigste Stand seit Beginn der Erhe bung im Jahr 2005. Gegenüber dem Beschäftigungshöchststand von 834.000 im Jahr 2018 sind das rund 142.500 Arbeitsplätze bzw. ein Rückgang von 17 Prozent (vgl. Abb. 1). „Dass der Wandel zur Elektromobilität Beschäftigung kosten würde, haben wir bereits 2017 in unserer CAM-Studie zu den „Beschäftigungstrends der Elektromobilität in Deutschland“ belegt – dieser Effekt war erwartet worden und ist eingetreten“, so Studienleiter Stefan Bratzel. Die damalige Untersuchung über die u.a. auch ARD Plusminus berichtete, bezifferte den Beschäftigungseffekt bei einem Marktan teil von 50 Prozent batterie- und plug-in-elektrischer Fahrzeuge auf minus 135.000 Stellen bzw. -17 Prozent gegenüber 2016 (vgl. Abb. 2). Genau diese Größenordnung ist inzwischen erreicht – obwohl der tatsächliche Anteil rein batterie elektrischer Neuzulassungen in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 erst bei rund 25 Prozent und der von Plug-in-Hybriden (PHEV) bei 11 Prozent lag und damit deutlich unter der 2017 unterstellten Marke von 50 Prozent. „Der Stellenabbau, den wir heute sehen, geht damit klar über das hinaus, was der reine Antriebswech sel erklären würde“, so Stefan Bratzel weiter. „Wir beobachten bereits jetzt einen Beschäftigungsrück gang, den unsere damalige Studie erst bei einem sehr viel höheren Elektrifizierungsgrad erwartet hatte. Das zeigt: Ein erheblicher Teil des Rückgangs ist nicht der Transformation selbst, sondern der sich verschlechternden Wettbewerbsposition des Standorts Deutschland zuzuschreiben – hohe Ener gie- und Arbeitskosten, regulatorische Lasten und zunehmender Konkurrenzdruck durch chinesische Hersteller, auch auf traditionellen Exportmärkten.“ Besonders betroffen sind die Zulieferer: Ihre Beschäftigung sank zum Ende des ersten Halbjahres 2026 um 7,6 Prozent, bei den Fahrzeugherstellern lag der Rückgang bei 6,1 Prozent – beides deutlich über dem Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes insgesamt (-2,7 Prozent). „Die Transformation an sich hätte diesen Aderlass so früh und in diesem Tempo nicht erfordert“, so Bratzel. „Umso wichtiger ist es, jetzt an den Standortbedingungen anzusetzen, statt den Stellenabbau pauschal der E-Mobilität zuzuschreiben. Gleichzeitig gilt es für die Automobilindustrie Abhängigkeiten in den Transformationsfeldern der Elektromobilität und Software / KI zu reduzieren und kritische bzw. differenzierende Teile beschäftigungsrelevanter Wertschöpfung nach Deutschland zu holen. Gleichzei tig müssen mittel- und langfristig neue Wachstumsfelder, wie etwa automotisiertes Fahren und Robo tik, mutig erschlossen werden.“ Dr. Bratzel Center of Automotive Management GmbH & Co. KG Das Center of Automotive Management (CAM) ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung sowie für strategische Beratung an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach. Das Institut unterstützt seine Kunden auf Basis umfangreicher Datenbanken, ins besondere zu fahrzeugtechnischen Innovationen der globalen Automobilindustrie sowie zur Markt- und Finanz Performance von Automobilherstellern und Automobilzulieferunternehmen. Mittels eines fundierten Branchen Know-hows und fundierter Marktkenntnisse erarbeitet das Auto-Institut individuelle Marktforschungskonzepte und praxisorientierte Lösungen für seine Kunden aus der Automobil- und Mobilitätswirtschaft. PM: Dr. Bratzel Center of Automotive Management GmbH & Co. KG PB: Stellenabbau in der deutschen Autoindustrie übertrifft die Erwartungen der E-Mobilitäts-Transformation Weitere Beiträge:Das weltweit wohl kleinste Microgrid: Eine e-Mobility LadestationPositive Kabinettsbefassung zum geplanten Wasserspeicherkraftwerk Schmalwasser-TalsperreEnzyme aus der Natur lassen chemische Produktionsprozesse vereinfachen und umweltschonender gestalte...