Werbung Neue Gasplattform bedroht deutsches Meeresschutzgebiet vor Borkum Forschungs-Mitteilungen Ökologie Technik Verbraucherberatung 8. Juni 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Die DUH geht rechtlich gegen Pläne des niederländischen Konzerns One-Dyas für eine weitere Gasplattform in der Nordsee vor Borkum vor. Gaskonzern One-Dyas plant weitere Förderplattform in der Nordsee – trotz maximaler Naturrisiken und minimaler Gasmengen Erstmals drohen Bohrungen durch deutsches Meeresschutzgebiet: DUH warnt vor massiver Gefährdung für Schweinswale, Robben und einzigartige Steinriffe Fadenscheinige Aufteilung des Projektes, um umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung zu umgehen: DUH reicht Einwendung ein (WK-intern) – Mit der geplanten Plattform N04-A soll ein neues Gasfeld in direkter räumlicher und technischer Verbindung zur umstrittenen bestehenden Plattform N05-A erschlossen werden. Die DUH fordert die zuständigen Behörden in einer Einwendung auf, die neue Plattform nicht als isoliertes Einzelprojekt zu behandeln, sondern als Erweiterung des gesamten Gasförderkomplexes „Gateway to the Ems“. Das würde One-Dyas zu einer neuen und vollständigen Prüfung der Umweltfolgen verpflichten. Das geplante Projekt greift in ein ökologisch hochsensibles Gebiet in unmittelbarer Nähe zum deutschen Natura-2000-Gebiet Borkum Riffgrund sowie zum Gebiet Borkumse Stenen ein, für das ebenso die Ausweisung als Natura-2000-Gebiet beantragt ist. Die DUH warnt vor einer massiven Belastung deutscher Meeresschutzgebiete und der Zerstörung einzigartiger Steinriffe vor Borkum. Streng geschützte Arten wie Robben und Schweinswale würden durch Schwermetall-belastetes Produktionswasser gefährdet, das One-Dyas direkt neben dem Schutzgebiet ins Meer entsorgen will. Auch der geplante Standort am Rand einer Hauptschifffahrtsroute ist aus Sicht der DUH hoch riskant. Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer: „One-Dyas will ein weiteres fossiles Projekt in einem der sensibelsten Meeresgebiete der Nordsee vorantreiben – diesmal nur 650 Meter vom deutschen Meeresschutzgebiet Borkum Riffgrund entfernt und mit Bohrungen durch dessen Untergrund. Schweinswale, Robben und einzigartige Steinriffe sollen gefährdet werden für die Förderung geringfügiger Mengen Gas. Wir fordern die Genehmigungsbehörden auf deutscher und niederländischer Seite auf, dieser unnötigen Plattform eine klare Absage zu erteilen.“ Die DUH kritisiert zudem, dass das Projekt nur einen minimalen Beitrag für die Versorgungssicherheit leisten würde. Selbst in dem Szenario mit der höchsten Förderrate könnten rechnerisch gerade einmal rund 0,2 Prozent des aktuellen deutschen Gasverbrauchs pro Jahr gedeckt werden. Noch nicht eingerechnet ist dabei die minderwertige Qualität des Gases: Nach Angaben des Konzerns ist die Energiedichte des Gases so gering, dass es gar nicht mehr als Erdgas bezeichnet werden kann. Constantin Zerger, DUH-Leiter Energie und Klimaschutz: „Neue Gasbohrungen vor Borkum sind klimapolitisch eine Farce und energiepolitisch nicht zu rechtfertigen. Es geht hier um minimale Mengen, maximale Naturrisiken und einen neuen fossilen Lock-in. Die Öffentlichkeit hat keinerlei Interesse an der Erschließung weiterer fossiler Gasfelder, sondern daran, die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten, den Gasverbrauch zu senken und unsere Riffe, Robben und Schweinswale in der Nordsee zu beschützen.“ Hintergrund: Eine niederländische Behörde hat erst kürzlich festgestellt, dass die Umsetzung aller geplanten Industrieprojekte die Schweinswalpopulation auf dem niederländischen Kontinentalschelf um 3,3 Prozent verringern würde – das entspricht 2.080 getöteten Schweinswalen. Zusätzlich zum physischen Habitatverlust durch Plattform, Leitungen und Eingriffe in den Meeresboden droht ein funktionaler Verlust der Habitate: Gebiete bleiben zwar räumlich vorhanden, werden aber durch Lärm, Stress, Ausweichverhalten und wiederholte Störungen für Meeressäuger faktisch unbrauchbar. PM: DUH PB: Karten des Projekts / ©: DUH Weitere Beiträge:Gründung eines Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerks für die Hotellerie in DeutschlandGüterverkehr: Wer nachhaltig wirtschaftet, fährt am bestenErster AlpenKlimaGipfel lädt zu Gesprächen auf der Zugspitze