Werbung Fortschrittsmonitor Energiewende 2026 Bioenergie E-Mobilität Erneuerbare & Ökologie Geothermie Ökologie Solarenergie Technik Veranstaltungen Windenergie 2. Juni 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Die Energiewende stärkt mit niedrigen Strompreisen Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Wirtschaft – die Umsetzung braucht aber mehr Tempo und Verlässlichkeit Große Zuwächse bei Wärmepumpen und E-Fahrzeugen Fortschritt beim Ausbau Erneuerbarer Energien, Treiber: PV-Ausbau Klare Investitionsanreize für Netze, Wärme und Wasserstoffhochlauf nötig (WK-intern) – Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat heute gemeinsam mit EY die vierte Ausgabe des Fortschrittsmonitors Energiewende veröffentlicht. Diese stellen wir Ihnen gerne in einem Webinar am 8. Juni 2026 um 15.00 Uhr – 16.00 Uhr mit Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung und Metin Fidan, Partner bei EY vor (Link zu Anmeldung). In einer geopolitisch unsicheren Lage ist die Energiewende längst mehr als ein Klimaschutzprojekt: Sie ist Voraussetzung für Energiesouveränität, Resilienz und die Modernisierung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Der Fortschrittsmonitor zeigt: Die Energiewende ist auch 2025 weiter vorangeschritten – insbesondere beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und bei der Elektrifizierung. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch stieg trotz eines windschwachen ersten Quartals auf 56 Prozent, Photovoltaik war hier Wachstumstreiber. Gleichzeitig kommt die Elektrifizierung voran: 2025 wurden so viele E-Autos verkauft wie noch nie und die Wärmepumpe hat sich zur meistverkauften Heizungsart entwickelt. Der Fortschrittsmonitor macht auch deutlich: Damit die bestehenen klimapolitischen Ziele erreicht werden, müssen noch zahlreiche Hürden abgebaut werden. Aus Zielpfaden muss nun konkrete Umsetzung folgen: mit schnellerem Ausbau, digitalisierten Netzen, steuerbarer Leistung, Speichern, Wasserstoffhochlauf, einem stimmigen Wärmepaket und klaren Investitionsbedingungen. Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung: „Die Energiewende ist ein Standort- und Sicherheitsprojekt. Sie senkt langfristig Kosten und reduziert Importabhängigkeiten. Dafür braucht es zwingend politische Verlässlichkeit und mehr Umsetzungsgeschwindigkeit. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen weiter vereinfacht, Erneuerbare Energien und Speicher weiter zugebaut, Netze schneller ausgebaut, steuerbare Kraftwerkskapazitäten verlässlich angereizt und der Wasserstoffhochlauf pragmatisch ermöglicht werden. So kann im Sinne des energiewirtschaftlichen Dreiecks Versorgungssicherheit, Klimaziele und Wirtschaftlichkeit erreicht werden. Nötig ist ein wirtschaftlicher Regulierungsrahmen für Milliardeninvestitionen in Strom-, Gas- und Wasserstoffnetze der Unternehmen.“ Metin Fidan, Partner bei EY, Industrials & Energy: „Die Energiewende ist kein reines Transformationsprojekt, sondern eine strategische Chance: Sie stärkt Wettbewerbsfähigkeit, reduziert Abhängigkeiten und schafft die Grundlage für ein resilientes Energiesystem. Der Weg dorthin erfordert ein auf Effizienz ausgerichtetes Zusammenspiel von Erzeugung, Netzen, Speichern und Flexibilitäten, um ein skalierbares und robustes Energiesystem als neues volkswirtschaftliches Fundament zu etablieren.“ Die Ergebnisse im Einzelnen: Energie- und volkswirtschaftliche Betrachtung: Die strukturelle Entwicklung des Energiesystems ist bereits heute auf dem Weg zu einer effizienteren, kostengünstigeren und resilienteren Energiezukunft. Ein zunehmend auf erneuerbarem Strom basierendes Energiesystem wird zum zentralen Treiber von Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Dekarbonisierung. Eine Entwicklung geht damit einher: Der Wandel von einem Opex- zu einem Capex-basierten Energiesystem, das sich durch zunächst hohe Investitions-, dann aber niedrigere Betriebskosten auszeichnet. Dies muss bei der Förderung berücksichtigt werden. Gleichzeitig bleibt der Handlungsdruck hoch: Gegenüber 2024 gingen die THG-Emissionen 2025 nur noch um 0,1 Prozent zurück; um das Klimaschutzziel 2030 zu erreichen, wären ab 2026 jährliche Rückgänge von mehr als sieben Prozent erforderlich. Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung: Photovoltaik bleibt der Wachstumsmotor der Energiewende: Mit knapp 18 Gigawatt Zubau wurde 2025 erneut ein Rekord erreicht. Der EE-Anteil am Bruttostromverbrauch liegt mit rund 56 Prozent noch knapp über dem Zielpfad. Der Windenergieausbau gewinnt zwar an Dynamik, bleibt aber hinter den notwendigen Zielwerten zurück: Wind an Land legte 2025 netto um 4,6 Gigawatt zu, Offshore-Wind lediglich um 0,5 Gigawatt. Fortschritte bei Planungs- und Genehmigungsverfahren sind zwar erkennbar, sie bleiben dennoch ein zentraler Engpass; zugleich gewinnen Batteriespeicher weiter an Bedeutung. Insgesamt ist eine weitere Stärkung des Ausbaus von Windenergie, Flexibilitäten und Netze erforderlich, um die energiepolitischen Ziele zu erreichen. Erneuerbare und kohlenstoffarme Gase: Wie auch Biomethan und Biogas bleibt Wasserstoff ein unverzichtbarer Baustein für Industrie, Energiewirtschaft und nicht direkt elektrifizierbare Anwendungen. Der Markthochlauf ist jedoch weiter zu langsam. Zwar ist die Wasserstoffproduktion 2024 wieder gestiegen, sie basiert aber fast ausschließlich auf fossilem Wasserstoff. Das Ziel der vorherigen Bundesregierung von 10 Gigawatt Elektrolysekapazität bis 2030 erscheint zunehmend unwahrscheinlich: Zwar sind bis zu 13 Gigawatt an Projekten angekündigt, finanziell gesichert, im Bau oder in Betrieb sind aber erst rund 1,3 Gigawatt. Nötig sind verlässliche Nachfrageinstrumente, pragmatische, einfache Regulierung, Import-, Transport- und Speicherinfrastruktur sowie der zügige Bau H₂-fähiger Kraftwerke. Energienetze: Die Stromnetze sind das Rückgrat der Energiewende. Die Investitionsplanungen der Übertragungsnetzbetreiber stiegen 2025 auf 22,2 Milliarden Euro, die der Verteilnetzbetreiber auf 11 Milliarden Euro. Eine verlässliche und auskömmliche regulatorische Ausgestaltung ist dabei zentrale Voraussetzung für Investitionen in Netzaus- und -umbau sowie die zunehmende Digitalisierung. Bis 2030 wird ein starker Zuwachs neuer Netznutzer erwartet – darunter Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Ladepunkte. Parallel hat die Transformation der Gasnetze begonnen: Für das Wasserstoff-Kernnetz wurden die ersten rund 525 Kilometer bereits umgestellt oder neu errichtet. Für die Transformation notwendig sind beschleunigte Genehmigungen, Digitalisierung, Smart-Meter-Rollout, wettbewerbsfähige Kapitalbedingungen und eine integrierte Planung von Strom-, Gas-, Wasserstoff- und Wärmenetzen. Wärmewende: Der Wärmesektor ist der größte Endenergieverbraucher und damit entscheidend für das Gelingen der Energiewende. 2025 stammten rund 229 Terawattstunden des Wärme- und Kältebedarfs aus Erneuerbaren Energien und Abwärme; der Anteil lag bei rund 20,7 Prozent und damit weiterhin deutlich unter der Zielmarke von 32 Prozent klimaneutraler Wärme bis 2030. Positiv ist der Wärmepumpenhochlauf: Der Bestand stieg 2025 auf rund 2,2 Millionen Geräte, Wärmepumpen wurden erstmals häufiger verkauft als Gaskessel. Die Fernwärme stagniert bei etwa 10 Prozent Marktanteil. Die kommunale Wärmeplanung kommt voran, bereits 56 Prozent der Städte über 100.000 Einwohner haben ihre Wärmeplanung abgeschlossen. Verkehrswende: Der Verkehrssektor bleibt der größte Rückstand der Energiewende. 2025 lagen die Emissionen bei 146 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten und damit deutlich über dem Zielwert von 73 Millionen Tonnen bis 2030. Der Anteil rein elektrischer Pkw an den Neuzulassungen stieg zwar auf rund 19 Prozent, der Fahrzeughochlauf bleibt aber zu langsam. Positiv entwickelt sich die Ladeinfrastruktur: Die öffentliche Ladeleistung erreichte 2025 rund 10 Gigawatt und übertrifft das AFIR-Ziel von rund 4 Gigawatt deutlich. Für den nächsten Schritt braucht es verlässliche Flottengrenzwerte, langfristige steuerliche Leitplanken, eine bezahlbare Modellpalette sowie schnellere Genehmigungen und verfügbare Flächen für Ladeinfrastruktur – insbesondere auch für schwere Nutzfahrzeuge. Hintergrund Der Fortschrittsmonitor Energiewende wird jährlich vom BDEW in Zusammenarbeit mit EY erstellt und analysiert auf Basis aktueller Daten den Stand der Energiewende in Deutschland. PM: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. Die Energiewende stärkt mit niedrigen Strompreisen Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Wirtschaft – die Umsetzung braucht aber mehr Tempo und Verlässlichkeit / Fotos: HB Weitere Beiträge:Klimaziele der Vereinten Nationen rücken in weite FerneEnergieverbrauch 2015, Windkraftleistung an Land und auf See legen um 50% zuNeue Lösungen für die Vollwartung und Optimierung von Windkraftanlagen