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Entscheidungsträger im Energiesektor erwarten bei Verzögerungen oder Kostenüberschreitungen

PB: Harald Schreiber / ©: Jacobs
Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels

Jacobs-Studie: 84 Prozent der deutschen Entscheidungsträger im Energiesektor erwarten bei Großprojekten Verzögerungen oder Kostenüberschreitungen

  • Regulatorische Unsicherheit, langwierige Genehmigungsverfahren und Störungen der Lieferketten zählen zu den größten Herausforderungen beim Ausbau der Energieinfrastruktur in Deutschland.
  • 84 Prozent erwarten, dass bei mindestens einem Viertel ihrer großen Energieinfrastrukturprojekte in den kommenden drei Jahren Verzögerungen oder Kostenüberschreitungen drohen.
  • 73 Prozent zählen politische und regulatorische Unsicherheiten zu den größten Hindernissen bei der Umsetzung von Energieinfrastrukturprojekten.
  • 68 Prozent sehen in Lieferkettenstörungen ein potenzielles Betriebsrisiko, der höchste Anteil unter den fünf untersuchten Ländern.

(WK-intern) – MÜNCHEN – Jacobs (NYSE: J), ein weltweit führender Anbieter von Ingenieurleistungen sowie technischen und professionellen Dienstleistungen, hat eine neue Studie veröffentlicht, die die zentralen Herausforderungen beim Ausbau der Energieinfrastruktur in Deutschland analysiert.

Demnach erwarten 84 Prozent der deutschen Entscheidungsträger im Energiesektor, dass bei mindestens einem Viertel ihrer Großprojekte in den kommenden drei Jahren Verzögerungen oder Kostenüberschreitungen drohen.

Regulatorische Unsicherheit, langwierige Genehmigungsverfahren und Engpässe in den Lieferketten zählen zu den größten Hindernissen beim Ausbau der Infrastruktur, die für die Energiewende und die Elektrifizierung der Industrie in Deutschland benötigt wird.

Die Studie The Energy Readiness Equation basiert auf einer von Jacobs durchgeführten Befragung von 600 Entscheidungsträgern aus dem Energiesektor in Deutschland, den USA, Großbritannien, Singapur und Australien. Sie verdeutlicht die zunehmende Herausforderung, Investitionen und technologischen Fortschritt im Energiesektor in konkrete Infrastrukturprojekte zu überführen und diese erfolgreich umzusetzen.

Die Ergebnisse für Deutschland verdeutlichen den wachsenden Druck auf die Umsetzung von Energieinfrastrukturprojekten. Netzausbau, Elektrifizierung und der steigende industrielle Energiebedarf führen zu einem zunehmenden Wettbewerb um Fachkräfte, wichtige Anlagenkomponenten und Netzkapazitäten.

Regulatorische Unsicherheiten und Genehmigungsverfahren erweisen sich als wesentliche Hindernisse bei der Umsetzung von Energieinfrastrukturprojekten. 73 Prozent der Befragten in Deutschland zählen Unsicherheiten bei den politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen zu den drei größten Umsetzungshürden, während 63 Prozent Genehmigungs- und Zustimmungsverfahren nennen. 49 Prozent sehen Engpässe in den Lieferketten als Hindernis, 48 Prozent die unzureichende Verfügbarkeit beziehungsweise Leistungsfähigkeit der Netzinfrastruktur. Über die Projektumsetzung hinaus erwarten die Entscheidungsträger im deutschen Energiesektor auch erhebliche Betriebsrisiken. 68 Prozent sehen in Störungen der Lieferketten eine potenzielle Gefahr für den Betrieb der Energieinfrastruktur in den kommenden drei Jahren. Das ist der höchste Anteil unter den fünf untersuchten Ländern. Für 62 Prozent stellen zudem geopolitische Verwerfungen ein wesentliches Risiko dar.

Energiewende erhöht den Druck auf den Infrastrukturausbau in Deutschland

Angesichts eines Anteils erneuerbarer Energien von knapp 60 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2025, bleiben der Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze entscheidende Voraussetzungen für die deutsche Energiewende. Eine leistungsfähige Netzinfrastruktur ist zudem unerlässlich, um die Elektrifizierung der Industrie und das künftige Wirtschaftswachstum zu unterstützen. Lange Lieferzeiten für kritische Anlagenkomponenten, Fachkräftemangel und komplexe Genehmigungsverfahren bremsen die Umsetzung. So kann die Beschaffung von Transformatoren in einigen Fällen mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Deutschland beschleunigt den Ausbau der Stromnetze: 2025 wurden rund 2.000 Kilometer neue Stromleitungen genehmigt, 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit dem im Juli 2026 vom Bundeskabinett beschlossenen Netzanschlusspaket will die Bundesregierung Engpässe beim Netzanschluss beheben. Ein schnellerer Ausbau der Infrastruktur hängt jedoch auch von besser planbaren Genehmigungsverfahren, einer frühzeitigen Beschaffung und einer engeren Abstimmung zwischen Regulierungsbehörden, Projektentwicklern und Lieferanten ab.

„Die industrielle Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland hängt nicht nur von Investitionen in die Energieinfrastruktur ab, sondern auch davon, wie schnell Projekte umgesetzt werden können“, sagt Harald Schreiber, Director of Core Engineering im Bereich Energy & Power bei Jacobs. „Langwierige Genehmigungsverfahren, Fachkräftemangel und Engpässe in den Lieferketten können selbst gut finanzierte Projekte verzögern. Um den Fortschritt zu beschleunigen, müssen Planung, Engineering und Beschaffung bereits im frühen Stadium besser aufeinander abgestimmt werden, wobei der Fokus verstärkt auf Projekten liegen sollte, die tatsächlich umsetzungsreif sind.“

Eine globale Herausforderung, unterschiedliche lokale Rahmenbedingungen

Während in Deutschland besonders große Bedenken hinsichtlich Störungen in der Lieferkette bestehen, zeigt die Studie, dass sich die Herausforderungen bei der Umsetzung von Infrastrukturprojekten international unterscheiden. In den USA zählen 80 Prozent der Befragten Genehmigungsverfahren zu den drei größten Umsetzungshürden – der höchste Anteil unter den fünf untersuchten Ländern. In Großbritannien nennen 59 Prozent die unzureichende Verfügbarkeit beziehungsweise Leistungsfähigkeit der Netzinfrastruktur als eines der drei größten Hürden. Auch dies ist der höchste Anteil im Vergleich der fünf untersuchten Länder. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich die Herausforderungen beim Ausbau der Energieinfrastruktur je nach den nationalen Rahmenbedingungen unterscheiden.

Die Studie steht hier zum Download bereit: www.jacobs.com/energy-readiness-equation

Über die Studie

Die Studie basiert auf einer Befragung von 600 hochrangigen Entscheidungsträgern aus dem Energiesektor, die im Mai und Juni 2026 in den USA, Großbritannien, Deutschland, Singapur und Australien durchgeführt wurde. Die Befragten sind für Strategie, Beschaffung, Investitions-programme sowie die Umsetzung von Großprojekten verantwortlich. In Deutschland wurden 120 Personen befragt. Alle Prozentangaben wurden auf die nächste ganze Zahl gerundet.

Ergänzt wird die quantitative Untersuchung durch Interviews mit Energie- und Infrastruktur-experten von Jacobs sowie mit Kunden, Netzbetreibern und weiteren Branchenvertretern. Dazu zählen Marinus Link, PUB Singapore, Westnetz, Onyx Power, Statkraft, der National Energy System Operator (NESO), die Corporate Energy Buyers Association (CEBA), RDQ und National Grid.

Über Jacobs

Jacobs entwickelt innovative Lösungen für die Herausforderungen von heute und gestaltet damit die Welt von morgen. Mit einem Jahresumsatz von rund 12 Milliarden US-Dollar und etwa 47.000 Mitarbeitenden zählt Jacobs zu den weltweit führenden Anbietern von Ingenieur-, Beratungs- und technischen Dienstleistungen. Jacobs begleitet Kunden entlang des gesamten Projektlebenszyklus in den Bereichen moderne Fertigung, Stadt- und Standortentwicklung, Energie, Umwelt, Life Sciences, Verkehr und Wasser. Das Leistungsspektrum reicht von strategischer Beratung und Projektbegleitung über Machbarkeits-studien, Planung und Design bis hin zum Programm- und Lebenszyklusmanagement. Damit trägt Jacobs dazu bei, eine stärker vernetzte und nachhaltigere Welt zu gestalten.

Jacobs beschäftigt in Deutschland mehr als 300 Mitarbeitende und ist an drei Standorten vertreten. Das Unternehmen ist an der Gestaltung und Umsetzung bedeutender Infrastruktur-, Energie-, Umwelt- und Kommunalprojekte des Landes beteiligt und schafft damit einen gesellschaftlichen Mehrwert, indem es Resilienz stärkt, das Wirtschaftswachstum fördert und die Lebensqualität verbessert. Dazu zählt unter anderem SuedLink, eines der weltweit größten unterirdischen Hochspannungs-Stromübertragungsprojekte. Im Energiesektor begleitet Jacobs seine Kunden entlang des gesamten Projektlebenszyklus und hilft ihnen so, den Übergang zu nachhaltigeren, sichereren und widerstandsfähigeren Energiesystemen zu beschleunigen. Jacobs ist zudem am Netzausbau von TransnetBW, am Bau der wasserstofffähigen Direktreduktionsanlage von thyssenkrupp Steel in Duisburg sowie am Projekt Endlager Konrad der BGE beteiligt.

PM: Jacobs

PB: Harald Schreiber / ©: Jacobs








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