Werbung BMWE Mitteilung: Diese Änderungen bringen EEG-Novelle und Netzanschlusspaket Behörden-Mitteilungen Erneuerbare & Ökologie 16. September 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Ende Juli hat das Bundeskabinett die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. (WK-intern) – Der Erneuerbaren-Zubau soll damit effizienter werden und sich stärker an den Systemkosten orientieren. „Ein neues Kapitel der Energiewende“ lautet die Überschrift über der Meldung zur Verabschiedung der EEG-Novelle und des Netzanschlusspaketes durch das Bundeskabinett Ende Juli 2026. Neu ist dabei vor allem der Fokus auf das Gesamtsystem und dessen Kosten. Erstmals seit Einführung des EEG, das die Erneuerbaren zu einer Erfolgsgeschichte gemacht hat, soll beim Ausbau berücksichtigt werden „wo neue Anlagen sinnvoll sind“, wie Bundesministerin Katherina Reiche in der Pressemitteilung zu den Beschlüssen erklärt. Der Ausbau soll sich künftig stärker am Netz orientieren und so helfen, die Redispatch-Kosten von derzeit mehr als drei Milliarden Euro jährlich zu senken. Am 80-Prozent-Ziel für das Jahr 2030 ändert sich dagegen nichts. Mindestens 80 Prozent soll der Erneuerbaren-Anteil am Strommix in Deutschland dann betragen. Auch die Ausbaupfade und Ausschreibungsmengen für erneuerbare Energien bleiben weithin bestehen. Bei Wind an Land sollen zwölf Gigawatt zusätzlich ausgeschrieben werden. Biomasse übernimmt eine starke Rolle als flexible Ergänzung zu Wind- und Sonnenenergie. Kabinettsbeschlüsse: mehr Markt, Wettbewerb und Kosteneffizienz Mit den Kabinettsbeschlüssen sollen die Erneuerbaren klare Zukunftsperspektiven sowie einen verlässlichen Rahmen für den weiteren Zubau und damit die Erreichung der Ausbauziele bekommen. Unter der Überschrift „mehr Markt und Wettbewerb, mehr Kosteneffizienz und mehr Verantwortung für das Gesamtsystem“ müssen alle neuen Anlagen ihren Strom künftig eigenverantwortlich vermarkten. Ein schrittweiser Übergang soll dabei das notwendige Zeitfenster schaffen, um auch für kleinere Anlagen lohnende Angebote am Markt zu entwickeln. Denn mit dem neuen EEG endet die Einspeisevergütung für Wind- und Sonnenenergie sowie Biomasse. Ein zentrales Ziel des Netzanschlusspaketes ist es, den Erneuerbaren-Zubau mit dem Netzausbau zu synchronisieren. Die wichtigsten Ziele im Überblick: In Regionen, die absehbar die Stromerzeugung aus Wind oder PV aus Freiflächenanlagen nicht aufnehmen können, entfallen temporär die Entschädigungszahlungen bei Abregelungen. Dadurch wird der Anlagenzubau besser auf den Netzausbau abgestimmt. Durch Einziehung eines „Deckels“ soll das Risiko des Anlagenbetreibers begrenzt werden. Die Netzanschlusskapazität neuer Wind- und PV-Anlagen wird künftig nicht mehr auf die nur vereinzelt vorkommenden Einspeisespitzen ausgelegt, sondern auf ein netzdienliches Maß begrenzt. Das soll einen effizienten Umgang mit knappen Kapazitäten anreizen und auf lange Sicht Netzausbau sparen. Daneben soll das Netzanschlussverfahren insgesamt neu aufgestellt werden. Angesichts knapper Kapazitäten stößt das Windhundprinzip („first come, first served“) zunehmend an seine Grenzen. Netzbetreiber sollen daher die Möglichkeit erhalten, Netzanschlussbegehren zu priorisieren. Photovoltaik: Fokus auf Freiflächenanlagen Bei Photovoltaik liegt der Fokus zukünftig stärker auf Freiflächenanlagen. Für neue Anlagen gilt: Anlagen unter 25 Kilowatt erhalten keine dauerhafte Förderung mehr, da diese oft bereits gute Renditen abwerfen. Bestandsanlagen behalten dagegen ihre zugesicherte Förderung für die gesamte Laufzeit. Auch die Einspeisevergütung (Fördermodell in Abgrenzung zur Marktprämie) fällt künftig weg. Für den Übergang von der Einspeisevergütung zur Direktvermarktung sind befristete Übergangszahlungen möglich. Das Ausbauziel für Biomasse wird für 2030 auf 9,5 Gigawatt (GW) installierte Leistung angehoben und bis 2035 fortgeschrieben. Dies gibt der Biomasse, insbesondere den vielen bestehenden Biomasseanlagen, klare Zukunftsperspektiven. Absicherungsmodell über zweiseitige Differenzverträge Die bisher einseitige Förderung über Marktprämien wird zu einem Absicherungsmodell über zweiseitige Differenzverträge ausgebaut, sogenannten Contracts for Difference (CfDs) Neben Zahlungen des Staates in Niedrigpreisjahren tritt die Abschöpfung von Übergewinnen in Hochpreisjahren, was insgesamt die Förderkosten senkt. Dies reizt nicht zuletzt Anlagen, die sich direkt am Markt finanzieren können, dazu an, außerhalb des EEG zu bauen. Die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Erneuerbaren-Zubau legen den Fokus vor allem auf die räumliche Steuerung mit Blick auf das Gesamtsystem. Das Steuerungselement ist auf sechs Jahre befristet. Das finanzielle Risiko für Betreiber wird auf 20 Prozent des Jahresstromertrages gedeckelt. In sogenannten Windvorranggebieten greift die Deckelung bei 18 Prozent. Weitere Maßnahmen für mehr Effizienz und ein modernes Netzanschlussverfahren Sogenannte Einspeisenetze fungieren als die „Steckdose“ für gebündelte Anschlüsse an einem Punkt (statt vieler Einzelanbindungen). Das spart Kosten und Zeit. Online-Portale und ein Fokus auf digitale Kommunikation sollen den Antragsprozess vereinfachen und beschleunigen. Mehr Transparenz über verfügbare Anschlusskapazitäten ermöglicht Projektentwicklern gezieltere Anschlussanfragen begrenzt spekulative Anfragen. Die Einführung von festen Rückmeldefristen und Statusmeldungen durch die Netzbetreiber soll zusätzlich mehr Verbindlichkeit schaffen und einem „Antragstau“ entgegenwirken. Hier finden Sie die Gesetzentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket im Detail. Weiterführende Informationen: BMWE-Pressemitteilung: „Die Bundesregierung schlägt das nächste Kapitel der Energiewende auf: EEG-Novelle und Netzanschlusspaket im Bundeskabinett beschlossen“ BMWE-Dossier: „Unsere Energiewende: sicher, sauber, bezahlbar“ BMWE-Dossier: „Ein Stromnetz für die Energiewende“ BMWE-Dossier: „Erneuerbare Energien“ PM: BMWE / Bundesministerium für Wirtschaft und Energie PB: Katherina Reiche / ©: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Weitere Beiträge:Der EEX-Börsenrat zeigten sich über die Situation der Energiemärkte betroffenErfolgreiche Migration von Stromspot-Clearingdiensten in SlowenienGebäudeenergiegesetz: DUH warnt vor Rechtsbruch durch neues Heizungsgesetz