Werbung Spatenstich für die Wiesbadener Energiewende Erneuerbare & Ökologie Ökologie Technik Veranstaltungen 16. Juli 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Die Themen „Energiewende“ und „Wärmewende“ bewegen die Öffentlichkeit – auch in der hessischen Landeshauptstadt. (WK-intern) – Zum Baubeginn eines neuen Umspannwerks in der Hölderlinstraße haben die Stadtwerke Wiesbaden Netz GmbH (sw netz), eine hunderprozentige Tochter der ESWE Versorgungs AG, jetzt zum „Spatenstich für die Energiewende“ eingeladen. „Was hier entstehen wird, ist ein Umspannwerk, das zukünftig nicht nur den Energiebedarf des Behördenbergs, sondern auch eines erheblichen Teils der Innenstadt decken wird“, erklärt sw-netz-Geschäftsführer Peter Lautz. „Dieses Projekt bringt uns dem Ziel der Treibhausgas-Neutralität in der Landeshauptstadt wieder ein Stück näher.“ Umspannwerke sind Knotenpunkte im Stromnetz, an denen Strom aus dem Hochspannungsnetz (110.000 V), d. h. von Kraftwerken und insbesondere aus Erneuerbaren Energien, in die richtige Spannung für die Weiterverteilung über das Mittelspannungsnetz (20.000 V) im Stadtgebiet umgewandelt wird. Das geschieht mit der Hilfe von Transformatoren. Im neuen Umspannwerk in der Hölderlinstraße werden nach Fertigstellung gleich zwei Mittelleitungstransformatoren mit einer elektrischen Leistung von je 63 Megavoltampere (MVA) in Betrieb gehen, um Energie von 110.000 Volt in 20.000 Volt umzuwandeln. Zur Einschätzung: 63 MVA reichen aus, um etwa 15.000 bis 20.000 Haushalte und Gewerbebetriebe mit Strom zu versorgen. Für die Einbindung in das Hoch- und Mittelspannungsnetz werden im Umspannwerk sechs 110-kV-Schaltfelder und sechsunddreißig 20-kV-Schaltfelder benötigt. Diese Schaltanlagen sind das „Verkehrskreuz“ des Stromnetzes: Sie verteilen die Energie auf verschiedene Leitungen oder Transformatoren und sorgen dafür, dass bei einem Kurzschluss nur der betroffene Netzbereich abgeschaltet wird. Vergleichbar mit dem Sicherungskasten zu Hause steuern, schützen und verteilen sie die elektrische Energie. Erstmals im Versorgungsgebiet von sw netz werden dabei Schalter eingesetzt, die der neuen F-Gas-Verordnung entsprechen und vollständig auf das Treibhausgas Schwefelhexafluorid (SF6) als Isoliergas verzichten, dafür jedoch mehr Platz benötigen. Entsprechend imposant wird das neue Gebäude ausfallen: Die Baugrube misst 33 mal 21 Meter. Das Besondere: Der Bau wird neben 2 Stockwerken (10,25 Meter) über der Erde auch noch 3 Stockwerke (10,60 Meter) in die Tiefe gebaut. Die geplanten Projektkosten liegen bei 39 Millionen Euro. Dabei entfallen 20 Millionen Euro auf den bautechnischen Teil einschließlich Tiefbau und 19 Millionen Euro auf die elektrotechnischen Komponenten (u. a. rund 4 Millionen Euro für die beiden Transformatoren, 6 Millionen Euro für die Hochspannungs-Schaltanlage, 4 Millionen Euro für die Mittelspannungs-Schaltanlage). Als Projektpartner hat sw netz die Ingenieurgesellschaft „Schüßler-Plan“ aus Frankfurt und das Bauunternehmen „Implenia Deutschland“ beauftragt. Der Spatenstich für das Umspannwerk Hölderlinstraße ist der Startpunkt für weitere Maßnahmen: sw netz hat mit der Syna GmbH und der Mainzer Netze GmbH ein gemeinsames Netzentwicklungskonzept für das Hochspannungsnetz der Region erarbeitet. Zusammen mit der Syna werden mehrere, räumlich getrennte Netzkuppelstellen des Wiesbadener Hochspannungsnetzes zum Netz der Syna GmbH und auf diesem Weg auch zum Höchstspannungsnetz von Amprion errichtet. Zusätzlich entstehen weitere Einspeisestellen aus dem Hochspannungsnetz in die Mittelspannungsnetze von sw netz. „Dass der Startpunkt ausgerechnet in der Hölderlinstraße stattfinden wird, hätte ich noch bis vor wenigen Monaten nicht gedacht“, berichtet Peter Lautz. „Denn viele andere Maßnahmen sind bereits seit längerem in der Planung und Vorbereitung. Oft hängt es aber am Grundstückserwerb, an erforderlichen Genehmigungen oder an Planfeststellungsverfahren, dass es zu erheblichen Verzögerungen kommt.“ Der Standort Hölderlinstraße wurde jedoch angetrieben vom Projekt „Seven Gardens“ (geplant ist am Schiersteiner Berg ein Quartier mit sechs Gebäuden und sieben unterschiedlichen Gärten auf rund 38.000 Quadratmetern) und der Umgestaltung des Behördenbergs. Lautz: „Der konstruktiven und zielgerichteten Zusammenarbeit aller Beteiligten, insbesondere des Landes Hessen und der beteiligten städtischen Ämter, ist es zu verdanken, dass das Projekt Hölderlinstraße alle unsere anderen Umspannwerk-Projekte überholt hat und wir bereits mit den Tiefbaumaßnahmen beginnen konnten.“ Nach den Aushubarbeiten soll der Rohbau von November 2026 bis April 2028 realisiert werde. Der Einbau der elektrischen Komponenten und die Einbindung in die Hoch- und Mittelspannungsnetz werden dann rund 1,5 Jahre benötigt. Eine Inbetriebnahme des Umspannwerks ist somit für Anfang 2031 geplant. PM: ESWE Versorgungs AG PB: Gutgelaunter Einsatz für die Energiewende (v. l.): Dr. Oliver Malerius (Vorstand ESWE Versorgungs AG), Peter Lautz (Geschäftsführer sw netz), Jörg Höhler (Vorstandsvorsitzender ESWE Versorgungs AG) und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. Foto: Paul Müller Weitere Beiträge:Klärungsbedarf: WELTEC optimiert kommunale AbwasseranlagenVLINK überzeugt Energiedienstleister swb als digitale VertriebsplattformStudie des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) - 3D-Druck in der maritimen Branche