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Energiepolitische Debatte zu globalen Krisen und lokalen Herausforderungen im NRL

PB: Mitglieder der Projektsteuerungsgruppen der Energiewende-Verbundprojekte NRL gemeinsam mit Vertreter:innen der norddeutschen Landesregierungen: (v.l.n.r.) Matthias Boxberger (Avacon), Dr. Alexander von Vogel (Energie-Staatsrat Umweltbehörde HH), Tobias Goldschmidt (Umweltminister SH), Ines Jesse (Staatssekretärin Wirtschaftsministerium MV), Prof. Dr. Hans Schäfers (CC4E/HAW Hamburg), Michael Dammann (Hamburger Energienetze), Mike Blicker (NRL-Projektkoordinator) / ©: Frank Molter
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Zwischen Krise und Aufbruch: Norddeutschland treibt die Energiewende voran

(WK-intern) – Norddeutsches Reallabor diskutiert in Kiel über den Stand der Transformation und Zukunftsperspektiven für Norddeutschland

Geopolitische Spannungen, wirtschaftlicher Druck und steigende Anforderungen an die Versorgungssicherheit stellen die Energiewende zunehmend auf den Prüfstand.

Beim Konsortialtreffen des Energiewende-Großprojekts Norddeutsches Reallabor (NRL) in Kiel wurde dennoch deutlich: Der Umbau des Energiesystems schreitet voran – und Norddeutschland will bei der Transformation weiterhin eine Vorreiterrolle spielen.

Seit gut fünf Jahren arbeiten mehr als 50 Partner aus Industrie, Energiewirtschaft, Wissenschaft und Politik im Norddeutschen Reallabor gemeinsam daran, grüne Wasserstofftechnologien, klimaneutrale Industrieprozesse und sektorenübergreifende Infrastrukturen in die Praxis zu bringen. Viele der Vorhaben befinden sich inzwischen auf der Zielgeraden. Im Mittelpunkt des diesjährigen Konsortialtreffens standen daher nicht mehr nur Visionen, sondern praktische Erfahrungen aus der Umsetzung der Projekte, konkrete Studienergebnisse sowie die notwendigen Rahmenbedingungen für eine resiliente Energieversorgung.

Mike Blicker, NRL-Projektkoordinator: „Das NRL zeigt, dass es für die Transformation des Energiesystems notwendig und zielführend ist, wenn Akteure aus unterschiedlichen Bereichen konsequent zusammenarbeiten. Gleichzeitig sehen wir an den Erfahrungen des NRL deutlich, dass die Frühphase des Aufbaus einer Wasserstoffwirtschaft andere Rahmenbedingungen braucht als ein vollendeter Hochlauf. Die restriktiven Anforderungen an die Produktion von grünem Wasserstoff und der unausgereifte Rechtsrahmen führen zu einer Verteuerung, die die Investitionsbereitschaft von Unternehmen gefährdet.“

Energiepolitische Debatte zu globalen Krisen und lokalen Herausforderungen

Einen Schwerpunkt der Veranstaltung bildete eine energiepolitische Podiumsdiskussion unter dem Titel „Globale Krisen, lokale Herausforderungen: Ist die Transformation des Energiesystems in Gefahr?“. Erörtert wurde, wie sich internationale Krisen, volatile Energiemärkte, Investitionsunsicherheiten und regulatorische Hürden auf den Hochlauf klimaneutraler Technologien auswirken. Auf dem Podium diskutierten Energiewendeminister Tobias Goldschmidt aus Schleswig-Holstein, Wirtschafts-Staatssekretärin Ines Jesse aus Mecklenburg-Vorpommern und Hamburgs Energie-Staatsrat Dr. Alexander von Vogel sowie Prof. Dr. Claus Hartmann von der Hochschule Flensburg und Avacon-Vorstandsvorsitzender Matthias Boxberger als Mitglied der NRL-Projektsteuerungsgruppe.

Deutlich wurde: Die Transformation des Energiesystems bleibt trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten ein zentraler Standort- und Wettbewerbsfaktor für Norddeutschland. Durch die kontinuierliche Weiterarbeit an einem Transformationspfad, der auf den spezifischen regionalen Gegebenheiten im Norden aufbaut, liefern Pionierprojekte wie das NRL damit einen wichtigen Beitrag zur Resilienz und politischen Unabhängigkeit der hiesigen Energieversorgung.

Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein: „Wir sind mitten in einer fossilen Inflation und die Auswirkungen sind deutlich zu spüren. Mit der Energiewende liegt der Schlüssel zur energetischen Unabhängigkeit auf dem Tisch, doch statt die Weichen auf Erfolg zu stellen, bremst die Bundesregierung die Zukunft aus – auf dem Rücken der Verbraucherinnen und Verbraucher. Dabei sehen wir in Schleswig-Holstein längst, wie die Transformation gelingen kann. Das Norddeutsche Reallabor ist dabei wichtiges Bindeglied zwischen den Akteuren. Der Norden bleibt Vorreiter in Sachen Freiheits-Energien.“

Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern: „Das Norddeutsche Reallabor hat gezeigt: Die Wasserstofftechnologien funktionieren. Entscheidend ist jetzt, den Schritt aus der Erprobung in den wirtschaftlichen Hochlauf zu schaffen. Dafür braucht es jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, Nachfrageimpulse und den zügigen Ausbau der Infrastruktur. Nur so kann aus erfolgreichen Demonstrationsprojekten eine tragfähige Wasserstoffwirtschaft entstehen. Davon profitieren die Menschen und die Unternehmen in unserem Land nachhaltig – mit neuem Wachstum, regionaler Wertschöpfung und zukunftsfähigen Arbeitsplätzen. Jetzt muss die Wertschöpfung vor Ort stattfinden!“

Dr. Alexander von Vogel, Staatsrat für Energie in der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft der Freien und Hansestadt Hamburg: „Strenge Regulatorik und hohe Kosten können den grünen Hochlauf entscheidend ausbremsen. Unser Hamburger Gegenentwurf lautet: ins Handeln kommen und verlässliche Strukturen schaffen. Mit dem Ausbau des Wasserstoffnetzes HH-WIN geben wir der Wirtschaft Sicherheit, während wir bei Großprojekten wie dem Bau der neuen U5 mit 70 Prozent CO2-Einsparung zeigen, wie nachhaltige Wertschöpfung schon heute praktisch funktioniert. Wir warten nicht auf bessere Zeiten, sondern packen an. Umso wichtiger ist der Austausch im Norddeutschen Reallabor: Die Energiewende gelingt am besten, wenn wir länderübergreifend voneinander lernen und uns bei der Umsetzung gegenseitig über die Schulter schauen.“

Projektverbund Moin Zero in Planung

Vor diesem Hintergrund spielte auch der Blick in die Zukunft beim Konsortialtreffen eine wichtige Rolle. Unter dem Namen Moin Zero entstehen gerade erste Ideen für ein Folgeprojekt des NRL. Ziel ist es, die norddeutsche Zusammenarbeit für ein klimaneutrales Energiesystem durch den Aufbau einer länder- und branchenübergreifenden Transformationsplattform langfristig fortzuführen und die Treibhausgasemissionen der Region auf netto Null zu senken.

Mike Blicker, NRL-Projektkoordinator: „Das Norddeutsche Reallabor und sein Vorgängerprojekt NEW 4.0 haben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie aus Kooperation konkrete Transformation entstehen kann. Mit Moin Zero wollen wir diesen Weg konsequent weitergehen und die nächsten Schritte für eine resilienten Energieversorgung gemeinsam konkretisieren. Denn die globale energiepolitische Krise erfordert ein klares Bekenntnis zur Transformation, um eine klimaneutrale Wirtschaft aufzubauen, die das Zieldreieck von Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit im Blick behält.“

Über das Norddeutsche Reallabor

Das Norddeutsche Reallabor (NRL) ist ein innovatives Verbundprojekt, das neue Wege zur Klimaneutralität aufzeigt. Dazu werden Produktions- und Lebensbereiche mit besonders hohem Energieverbrauch schrittweise defossilisiert – insbesondere in der Industrie, aber auch in der Wärmeversorgung und dem Mobilitätssektor. Hinter dem im April 2021 gestarteten Projekt steht eine wachsende Energiewende-Allianz mit mehr als 50 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Das Großprojekt hat eine Laufzeit von sechs Jahren (04/2021-03/2027). Das Investitionsvolumen der beteiligten Partner beträgt über 200 Mio. Euro. Das NRL ist Teil der Förderinitiative „Reallabore der Energiewende“ und wird mit rund 30 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Weitere Fördermittel werden durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) bereitgestellt. Das NRL versteht sich als ausbaufähige Plattform auch für weitere Projekte. Mehr Informationen zum Norddeutschen Reallabor finden Sie unter www.norddeutsches-reallabor.de/.

PM: NRL / HOCHSCHULE FÜR ANGEWANDTE WISSENSCHAFTEN HAMBURG

PB: Mitglieder der Projektsteuerungsgruppen der Energiewende-Verbundprojekte NRL gemeinsam mit Vertreter:innen der norddeutschen Landesregierungen: (v.l.n.r.) Matthias Boxberger (Avacon), Dr. Alexander von Vogel (Energie-Staatsrat Umweltbehörde HH), Tobias Goldschmidt (Umweltminister SH), Ines Jesse (Staatssekretärin Wirtschaftsministerium MV), Prof. Dr. Hans Schäfers (CC4E/HAW Hamburg), Michael Dammann (Hamburger Energienetze), Mike Blicker (NRL-Projektkoordinator) / ©: Frank Molter








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