Werbung WWEA: 40 Jahre nach Tschernobyl: Die Welt setzt auf erneuerbare Energien Erneuerbare & Ökologie Ökologie Technik Windenergie Windparks Wirtschaft 27. April 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Bonn/Kiew – Am 26. April 1986 ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Sowjetunion die bis dato verheerendste Nuklearkatastrophe der Geschichte. (WK-intern) – Eine Reaktorexplosion setzte große Mengen radioaktiven Materials frei und verseuchte weite Teile Europas. Die sowjetischen Behörden verschleierten zunächst das Ausmaß der Katastrophe, und die Welt erfuhr erst Tage und Wochen später von ihrem vollen Ausmaß. Zehntausende Menschen wurden evakuiert, und die langfristigen gesundheitlichen und ökologischen Folgen sind bis heute spürbar. Tschernobyl ist weiterhin eine Sperrzone und mahnt eindringlich an das verheerende Potenzial der Kernenergie. Die Katastrophe führte weltweit zu einer Neubewertung der Kernenergie. Im Jahr 2011 legte die Nuklearkatastrophe von Fukushima Daiichi – ausgelöst durch ein schweres Erdbeben und einen Tsunami – die Anfälligkeit der Kernenergie, selbst in technologisch hochentwickelten Ländern, erneut offen. Diese beiden Ereignisse veranlassten viele Regierungen, ihre Energieprioritäten zu ändern. Infolgedessen ist der weltweite Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung von seinem Höchststand von rund 18 % Mitte der 1990er-Jahre auf heute etwa 10 % stetig gesunken. Gleichzeitig verstärkten Regierungen, Industrie und Gemeinden weltweit ihre Bemühungen, erneuerbare Energiequellen, insbesondere Wind- und Solarenergie, auszubauen. Heute, 40 Jahre nach Tschernobyl, hat die Welt einen historischen Meilenstein erreicht: Erstmals hat der Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms den der Kohle übertroffen. Allein die Windenergie produziert mittlerweile mehr Strom als die Kernenergie. Die anhaltenden russischen Angriffe auf ukrainische Kernkraftwerke erhöhen das Risiko der Kernenergie zusätzlich und unterstreichen die Dringlichkeit des Übergangs zu sichereren Alternativen. Dr. Irfan Mirza, Präsident der WWEA: Vierzig Jahre nach Tschernobyl muss die Welt nicht nur die Tragödie selbst, sondern auch die daraus gezogene Lehre beherzigen: Energieentscheidungen haben Konsequenzen für kommende Generationen. Tschernobyl hat gezeigt, dass die Auswirkungen des Zusammenbruchs von Energiesystemen weit über nationale Grenzen hinausreichen und die menschliche Gesundheit, Ökosysteme, Lebensgrundlagen und das Vertrauen der Öffentlichkeit beeinträchtigen können. Heute ist die Argumentation für erneuerbare Energien überzeugender denn je. Windkraft bietet zusammen mit anderen erneuerbaren Energiequellen einen sicheren, sauberen, bezahlbaren und zunehmend zuverlässigen Weg, den weltweit steigenden Energiebedarf zu decken. Im Gegensatz zu zentralisierten und risikoreichen Energiesystemen lassen sich erneuerbare Energien regions-, gemeinschafts- und länderübergreifend einsetzen und stärken so die Energiesicherheit bei gleichzeitiger Verringerung der Abhängigkeit von Brennstoffen und Technologien mit erheblichen Umwelt-, Sicherheits- oder geopolitischen Risiken. Der weltweite Fortschritt der Windenergie beweist, dass die Energiewende bereits im Gange ist. Windkraft ist keine alternative Energiequelle mehr, sondern eine zentrale Säule der globalen Energiewende. Wir müssen diese Energiewende jedoch durch eine stärkere Politik, schnellere Genehmigungsverfahren, Investitionen in Netze und Speicher, den Aufbau lokaler Kapazitäten und eine sinnvolle Einbindung der Bevölkerung beschleunigen. An diesem feierlichen Jahrestag ruft die WWEA Regierungen, Institutionen, die Industrie und die Bevölkerung dazu auf, sich für eine sichere, demokratische, widerstandsfähige und nachhaltige Energiezukunft zu entscheiden. Der beste Weg, die Opfer und Lehren von Tschernobyl zu ehren, besteht darin, sicherzustellen, dass künftige Generationen ein Energiesystem erben, das auf erneuerbaren Energien, Frieden und gemeinsamem Wohlstand basiert. Dr. Andriy Konechenkov, Präsident des Ukrainischen Windenergieverbands: Die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe sind auch 40 Jahre später noch spürbar. Ein riesiges Gebiet ist weiterhin unbewohnbar und ungeeignet für Landwirtschaft und Industrie. Die Anlage „Shelter“ zählt nach wie vor zu den gefährlichsten Orten, insbesondere angesichts des andauernden Krieges der Russischen Föderation gegen die Ukraine. Resilienz und Energiesicherheit sind nicht länger bloße Komfortfragen; sie sind überlebenswichtig geworden. Erneuerbare Energiequellen wie Windkraft bieten dezentrale Resilienz. Jeder errichtete Windpark erzeugt nicht nur saubere Energie, sondern ist auch ein entscheidender Baustein für den Aufbau eines dezentralen und schwer zu zerstörenden Systems. Stefan Gsänger, Generalsekretär des WWEA: Sonne, Wind, fließendes Wasser, Biomasse, Geothermie und andere erneuerbare Energiequellen sind reichlich vorhanden und können den globalen Energiebedarf decken. Im Gegensatz zur Kernenergie bergen erneuerbare Energien weder das Risiko katastrophaler Unfälle noch die geopolitischen Schwachstellen fossiler Brennstofflieferketten. Menschen und Gemeinschaften weltweit können diese Technologien nutzen, um ihre Lebensgrundlagen zu verbessern und zu einer blühenden, nachhaltigen Zukunft beizutragen. 40 Years After Chernobyl: The World Embraces Renewable Energy Bonn/Kyiv, 26 April 2026 (WWEA) – On 26 April 1986, the Chernobyl nuclear power plant in the Soviet Union suffered the most catastrophic nuclear accident in history to date. A reactor explosion released vast amounts of radioactive material into the environment, contaminating large areas of Europe. The Soviet authorities initially concealed the scale of the disaster, and the world only learned its full extent days and weeks later. Tens of thousands of people were evacuated, and the long-term health and environmental consequences persist to this day. Chernobyl remains a restricted exclusion zone, a stark reminder of the devastating potential of nuclear power. The disaster prompted a global reassessment of nuclear energy. Then, in 2011, the Fukushima Daiichi nuclear meltdown – triggered by a massive earthquake and tsunami – further exposed the vulnerabilities of nuclear power, even in technologically advanced countries. These two events led many governments to shift their energy priorities. As a result, the global share of nuclear power in electricity generation has steadily declined from its peak of around 18% in the mid-1990s to about 10% today. Simultaneously, governments, industries, communities around the world intensified their efforts to expand renewable energy sources, particularly wind and solar. Today, 40 years after Chernobyl, the world has reached a historic milestone: for the first time, the share of electricity generated from renewables has surpassed that of coal. Wind energy alone now produces more electricity than nuclear power. The ongoing Russian attacks on Ukrainian nuclear power plants have added yet another layer of risk to the use of nuclear energy, reinforcing the urgency of transitioning to safer alternatives. Dr. Irfan Mirza, WWEA President: Forty years after Chernobyl, the world must remember not only the tragedy itself, but also the lesson it left behind: energy choices carry consequences for generations. Chernobyl showed that when energy systems fail, the impacts can go far beyond national borders, affecting human health, ecosystems, livelihoods, and public trust. Today, the case for renewable energy is stronger than ever. Wind power, together with other renewable sources, offers a safe, clean, affordable, and increasingly reliable pathway to meet the world’s growing energy needs. Unlike centralized and high-risk energy systems, renewables can be deployed across regions, communities, and countries, strengthening energy security while reducing dependence on fuels and technologies that carry severe environmental, safety, or geopolitical risks. The global progress of wind energy demonstrates that the transition is already underway. Wind power is no longer an alternative source; it is a central pillar of the global energy transformation. But we must accelerate this transition through stronger policies, faster permitting, investment in grids and storage, local capacity building, and meaningful community engagement. On this solemn anniversary, WWEA calls on governments, institutions, industry, and communities to choose an energy future that is safe, democratic, resilient, and sustainable. The best way to honour the victims and lessons of Chernobyl is to ensure that future generations inherit an energy system built on renewables, peace, and shared prosperity. Dr. Andriy Konechenkov, President of the Ukrainian Wind Energy Association: The consequences of the Chernobyl disaster are still felt today, 40 years later. A vast area remains uninhabitable and unsuitable for agriculture or industry. The ‘Shelter’ facility continues to be one of the most dangerous sites, especially given the ongoing war unleashed by Russian federation against Ukraine. Resilience and energy security are no longer merely matters of convenience; they have become essential for survival. Renewable energy sources, such as wind, provide distributed resilience. Every wind farm built not only generates clean energy but also represents a crucial component in establishing a distributed system that is difficult to destroy. Stefan Gsänger, WWEA Secretary General: The sun, the wind, running water, biomass, geothermal energy, and other renewable sources are abundant and can meet global energy demands. Unlike nuclear power, renewables do not carry the risk of catastrophic accidents or the geopolitical vulnerabilities of fossil fuel supply chains. People and communities worldwide can harness these technologies to improve their livelihoods and contribute to a flourishing, sustainable future. PM: WWEA PB: Stefan Gsänger / ©: Secretary General Weitere Beiträge:Dänemark hat alle laufenden Ausschreibungen für drei Offshore-Windparks ausgesetztFREIE WÄHLER zur geplanten Stilllegung des Gaskraftwerkes IrschingAgora Energiewende: Klimaschutzziel 2020, mehr als erreicht