Werbung BSH-Datenbasis im Vorfeld der Nationalen Maritimen Konferenz Behörden-Mitteilungen Offshore Ökologie Technik 27. April 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Resilienz: Das BSH liefert die Datenbasis für Deutschlands maritime Handlungsfähigkeit Hydrographische und ozeanographische Daten unterstützen auch die Marine Seevermessung und Wracksuche für die Sicherheit in der Schifffahrt Mehr Schiffe unter deutscher Flagge nötig (WK-intern) – Die Nordsee und Ostsee gewinnen sicherheitspolitisch und wirtschaftlich weiter an Relevanz. Insbesondere die Ostsee ist für die Marine vom reinen Übungs- zum potenziellen Einsatzgebiet geworden. Maritime Daten sind auch deshalb gefragter als je zuvor. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) stellt Marine, Schifffahrt und Infrastrukturbetreibern präzise, aktuelle und verlässliche Informationen zur Verfügung. „Kontrolle und Sicherheit im maritimen Raum ist gerade unter der Wasseroberfläche wichtig. Unser Daten schaffen die Voraussetzung dafür, dass Deutschland handlungsfähig bleibt“, betont BSH-Präsident Helge Heegewaldt im Vorfeld der Nationalen Maritimen Konferenz (NMK), die am 29./30. April in Emden stattfindet. Die NMK ist das zentrale Forum der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und das bedeutendste Branchentreffen des Sektors in Deutschland. Wer auf See operiert, braucht exakte Kenntnisse von Tiefe, Strömung und Bodenbeschaffenheit. In enger zivil-militärischer Zusammenarbeit stellt das BSH beispielsweise sicher, dass das Marinekommando jederzeit aktuelle hydrographische und ozeanographische Daten für seine Operationen erhält. Gleichzeitig schützt diese Datenbasis zivile Infrastruktur: Präzise Seekarten zeigen, wo Offshore-Windparks, Unterseekabel und Pipelines verlaufen – und helfen so, Kollisionen und Ankerschäden zu vermeiden. Das BSH stellt Meeres- und Umweltdaten öffentlich zur Verfügung und betreibt mit dem Wasserstandsvorhersage- sowie dem Sturmflutwarndienst eigene kritische Infrastruktur für Deutschland. Es trägt damit wesentlich zum Bevölkerungs- und Küstenschutz in Deutschland bei und sorgt auch mit seinen weiteren, gesetzlich verankerten Aufgaben aktiv für Sicherheit in der Schifffahrt und an den Küsten – insbesondere durch den Einsatz seiner fünf Mehrzweckschiffe. Sichere Schifffahrt und stabile Lieferketten – 3.700 Unterwasserhindernisse erfasst Mit seinen Schiffen, Messstationen und -bojen erhebt das BSH ozeanographische Daten wie Strömung, Wassertemperatur und Salzgehalt. Hydrographische Daten erfasst das BSH kontinuierlich im Rahmen der Seevermessung. Drei der fünf BSH-Schiffe spüren zudem gezielt Wracks und Unterwasserhindernisse auf. So trägt das BSH dazu bei, dass Seewege freibleiben, Deutschland verlässlich versorgt wird und wirtschaftliche Schäden abgewendet werden. In seiner Datenbank für Unterwasserhindernisse erfasst das BSH mittlerweile rund 3.700 Objekte, etwa die Hälfte davon Wracks – darunter auch der im vergangenen Juni entdeckte Panzerkreuzer „SMS Blücher“. „Sedimentverlagerungen, Wracks oder verlorene Ladung verändern die Bedingungen auf See fortlaufend. Auch bekannte Unterwasserhindernisse müssen regelmäßig überprüft werden. Die Freihaltung der Seewege ist daher eine essenzielle Daueraufgabe“, sagt Heegewaldt. Resiliente Schifffahrt: Mehr Personal und Schiffe unter deutscher Flagge nötig Deutschlands globalisierte Wirtschaft ist auf sichere Seewege angewiesen. Um diese Lebensadern zu schützen, braucht es mehr als Daten. Deutschland muss seine maritime Handlungsfähigkeit insgesamt resilienter aufstellen – mit mehr Schiffen unter deutscher Flagge. Die deutsche Flagge bietet handfeste Vorteile: schnelle Unterstützung durch die Flaggenstaatverwaltung, ein weltweit hohes Ansehen als Qualitätsflagge und Erleichterungen im Seeverkehr dank Verträgen mit über 80 Staaten. Hinzu kommen Zuschüsse, wie die Lohnnebenkostenförderung für Seeleute, und günstige Gebühren. Zugleich braucht es Ideen gegen den Fachkräftemangel: Denn ohne ausreichend qualifiziertes Personal an Bord und an Land lässt sich maritime Handlungsfähigkeit nicht aufrechterhalten. „Den Vorschlag eines Seedienstes vom Verband Deutscher Reeder (VDR) begrüße ich persönlich. Er eröffnet jungen Menschen den Einstieg in die Seefahrt und könnte langfristig die personelle Basis stärken“, sagt Heegewaldt. Das Konzept des VDR sieht vor, dass junge Menschen auf freiwilliger Basis und bezahlt von den Reedereien während einer Praxisphase von elf bis zwölf Monaten so ausgebildet werden, dass sie einen Beitrag in der für die nationale Daseinsvorsorge unverzichtbaren Handelsschifffahrt leisten können. Dieser Seedienst wäre nach der Vorstellung des VDR eine zivile Option im Rahmen des Wehrdienstes. Sichere Position ohne Satelliten: Neues Navigationsverfahren für Ostsee Gezielte Angriffe auf satellitengestützte Navigation zeigen, wie verwundbar die lebenswichtigen Seewege und Infrastrukturen sind. Besonders in der Ostsee häufen sich Störungen durch gestörte oder verfälschte Positionsdaten. „Die Risiken sind konkret: Kollisionen, unterbrochene Lieferketten, unsichere Routen. Das BSH entwickelt deshalb unter der Leitung des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und europäischen Partnern ein robustes Alternativsystem für die gesamte Ostsee, das ohne Satellitensignale funktioniert“, sagt Jörg Kaufmann, Leiter der Abteilung Schifffahrt. Im Projekt ORMOBASS erproben die Projektbeteiligten den sogenannten R-Mode. Das terrestrische Verfahren nutzt Funksignale von Küstenfunkstellen, um die Schiffsposition unabhängig von Satellitennavigationssignalen zu ermitteln. Bei Störungen der Satellitennavigation kann künftig R-Mode ergänzend zu anderen technischen Navigationsverfahren genutzt werden. Messkampagnen mit dem BSH-Schiff DENEB in der Ostsee zeigen: Mit R-Mode können Positionsgenauigkeiten von unter 20 Metern am Tag und etwa 50 bis 80 Metern nachts erreicht werden. Bildunterschriften: Ungewöhnlicher Fund: Ein Raupenbagger im Fehmarnsund wird mithilfe eines leistungsfähigen Fächerecholots problemlos erkannt. (Quelle: BSH) Helge Heegewaldt, Präsident des BSH (Quelle: BMV) Weitere Informationen: Alles zur deutschen Flagge: www.deutsche-flagge.de/de Jahresbericht 2025: Interview mit Kapitän zur See Dr. Martin Großklaus PM: BSH PB: BSH Jahresbericht 2025 / ©: BSH Weitere Beiträge:Trends und Perspektiven der EnergieforschungMit 100-%-tigem Biomethan das Klima schützenEquinor plant die Einführung eines schwimmenden Windkraftkonzepts im GW-Bereich in Schottland