Werbung Studie macht die Investitionshemmnisse beim Wasserstoffhochlauf transparent Forschungs-Mitteilungen Wasserstofftechnik 11. Februar 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Studie zum Wasserstoffhochlauf (WK-intern) – Ohne ein Zusammenspiel von Maßnahmen droht Stillstand im Wasserstoffhochlauf Heute hat der BDEW auf der E-World gemeinsam mit Capgemini eine Studie zur aktuellen Risikolage zum Wasserstoffhochlauf veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft derzeit nicht an mangelndem Interesse der Unternehmen scheitert. Ein ganzes Bündel aus regulatorischen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette bremst den Hochlauf aus. Die Studie macht diese Investitionshemmnisse transparent und zeigt, dass die Politik hier konkret handeln muss. Alle Stufen der Wertschöpfung – von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis hin zur Nutzung – sind gleichermaßen von Investitionshemmnissen und Risiken betroffen, so die Ergebnisse der Studie zur aktuellen Risikolage beim Wasserstoffhochlauf. Isolierte Einzelmaßnahmen reichen nicht aus, um Investitionen auszulösen oder belastbare Final Investment Decisions (FIDs) zu ermöglichen. Erst ein konsequent verzahntes Maßnahmenpaket kann die zentralen Risiken wirksam reduzieren und den Aufbau eines bislang nichtexistierenden Marktes ermöglichen. Die vorgeschlagenen Instrumente sind dabei ausdrücklich als temporäre, hochlaufbegleitende Maßnahmen konzipiert und nicht als dauerhafte Marktmechanismen. Klar ist aber, dass sie zusammenspielen und den Aufbau der Wertschöpfungskette auf allen Stufen unterstützen müssen. Als besonders zentrale Stellschrauben identifiziert die Studie die Entschärfung der hohen Anforderungen des Delegierten Rechtsakts zu RFNBOs, der die Vorgaben für die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff enthält, um die erheblichen und investitionshemmenden Kostenfaktoren abzufedern. Beispielsweise ist es nicht zielführend, zwingend neue Windparks errichten zu müssen, um als erneuerbar anerkannten Wasserstoff herstellen zu können. Aus systemischer Sicht ist es sinnvoller, Synergieeffekte im Energiesystem zu nutzen, statt neue Erzeugungsanlagen exklusiv für die Wasserstoffproduktion zu errichten. Darüber hinaus sind während der Hochlaufphase staatliche Contracts-for-Difference (CfD) notwendig, um die bestehende Kostenlücke zwischen erneuerbarem bzw. kohlenstoffarmen Wasserstoff und fossilen Alternativen zu schließen. Um die Kosten hierfür im Rahmen zu halten, könnten beispielsweise zusätzliche staatliche Garantien helfen. Flankierend braucht es den Aufbau verbindlicher Leitmärkte, um verlässliche Nachfrage zu schaffen und Investitionssicherheit zu erhöhen. „Die Studie zeigt, dass es jetzt Ziel der Politik sein muss, den Aufbau vollständiger Wertschöpfungsketten zu ermöglichen. Wir brauchen sichtbare Großprojekte, um die Machbarkeit und Skalierbarkeit von Wasserstoffprojekten zu zeigen. Die aktuellen Hürden sind zu hoch und die Risiken für die Unternehmen zu Beginn kaum zu tragen. Es braucht für die Aufbau- und Hochlaufphase beim Wasserstoff einen wirksamen Hebel. Dafür braucht es einen klugen Instrumentenmix, der effektiv Investitionen entlang der Kette ermöglicht“, erläutert Dr. Kirsten Westphal, Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim BDEW. “Die Investitionsbereitschaft in Deutschland ist eindeutig vorhanden. Was fehlt, ist Planbarkeit und die dafür notwendigen regulatorischen Voraussetzungen. Die Studie geht über eine bloße Auflistung von Risiken hinaus; sie beschreibt präzise das System der zugrunde liegenden Voraussetzungen. Indem wir diese Risiken ihren jeweiligen Treibern zuordnen und bewerten, was die Marktakteure tatsächlich beeinflussen können, zeigen wir auf, warum viele Projekte nicht bis zur finalen Investitionsentscheidung (FID) gelangen: Die kumulierten Unsicherheiten übersteigen schlicht die Risikotragfähigkeit der Unternehmen. Unsere Priorisierung macht zudem deutlich, wo Handlungsbedarf am größten ist: bei Finanzierung, Abnahmevereinbarungen und regulatorischer Stabilität. Wenn politische Entscheidungsträger an diesen Punkten ansetzen, insbesondere bei der Regulierung, kann der Wasserstoffmarkt endlich den Schritt von ambitionierten Zielen zu umsetzbaren Investitionsentscheidungen machen“, ergänzt Torben Schuster, Head of Energy Transition & Utilities bei Capgemini Invent. „Aus Unternehmenssicht bestätigt die Studie sehr klar, was wir in der Praxis sehen: Der Wasserstoffhochlauf scheitert derzeit nicht an fehlendem Interesse oder mangelnder Technologie, sondern an hohen Risiken und fehlender wirtschaftlicher Absicherung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zwar investiert EWE bereits konkret in integrierte Wasserstoffprojekte, dies ist in der frühen Hochlaufphase jedoch nur durch gezielte Bundes- und Landesförderung möglich. Für einen breiten und nachhaltigen Markthochlauf braucht es daher Instrumente, die perspektivisch Investitionen auch ohne projektbezogene Einzelförderung ermöglichen“, sagt Dr. Geert Tjarks, Geschäftsführer der EWE HYDROGEN GmbH. Tjarks hat als Praxisvertreter an der Studie von BDEW und Capgemini mitgewirkt. EWE bringt damit die Perspektive eines Unternehmens ein, das selbst konkret im Aufbau einer integrierten Wasserstoffwertschöpfungskette steht, unter anderem mit dem mehrteiligen IPCEI-Vorhaben „Clean Hydrogen Coastline“. Die Studienergebnisse können Sie hier abrufen. PM: BDEW PB: Studie Risikominimierung entlang der Wasserstoff Wertschöpfungskette Weitere Beiträge:Grüne Ammoniakproduktionsanlage in der norwegischen Gemeinde Sauda geplantWinfried Kretschmann und Robert Habeck besuchen das KITStudie: Wasserstoffbedarf von ca. 90 bis 110 TWh deutschlandweit