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ISO 9001:2026 veröffentlicht: Qualität wird wieder zur Führungsaufgabe

PB: Martina Scharwey, Senior Lead Auditorin der DQS und TQM-Assessorin. / ©: Fotocredits "Martina Scharwey/DQS".
Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels

Mit der heute veröffentlichten ISO 9001:2026 liegt die weltweit meistgenutzte Managementsystemnorm in einer neuen Version vor. 

  • Qualitätskultur, ethisches Verhalten und Führungsverantwortung rücken in den Fokus.
  • Seit 40 Jahren Wegbegleiter von ISO 9001: DQS stellte 1986 das erste ISO 9001-Zertifikat in Deutschland aus.
  • Übergangsfrist von drei Jahren erwartet: Zertifikate nach ISO 9001:2015 bleiben voraussichtlich bis 30. September 2029 gültig.

(WK-intern) – In den vier Jahrzehnten seit ihrer Entstehung hat sich ISO 9001 von einem Instrument der Qualitätssicherung in Produktion und industriellen Lieferketten zu einem generischen Managementinstrument für Organisationen aller Branchen und jeder Größe entwickelt.

Die revidierte Version passt die Norm erneut an aktuelle Geschäftsrealitäten an und macht Qualität ausdrücklich zur Führungsaufgabe.

Die DQS hat die Entwicklung der Norm für Qualitätsmanagement von Anfang an begleitet: 1986 stellte sie das erste ISO 9001-Zertifikat in Deutschland aus, noch auf Grundlage des Normentwurfs und vor der offiziellen Veröffentlichung der ISO-9000-Reihe im Jahr 1987. Damit hat die DQS als erste deutsche Zertifizierungsgesellschaft für Managementsysteme maßgeblich zur Akzeptanz der völlig neuen Norm durch die deutsche Wirtschaft beigetragen. Während des nunmehr abgeschlossenen Revisionsprozesses hat die DQS Anwenderorganisationen mit Fachinformationen und Orientierung zu den erwarteten Änderungen begleitet.

ISO 9001:2026 mit Fokus auf Qualitätskultur und ethisches Verhalten

Die Revision von 2026 zielt vor allem auf eine stärkere Wirksamkeit des Managementsystems ab. Mehr Aufmerksamkeit verlangt der Kontext der Organisation in seiner strategischen Dimension, was auch Aspekte wie digitale Technologien, organisationale Resilienz und Klimawandel umgreift. Die Ansprüche und Bedarfe der Stakeholder müssen in Entscheidungen einbezogen werden. Der Umgang mit Chancen und Risiken wird voneinander getrennt betrachtet, um vor allem strategischen Chancen mehr Raum zu geben.

Werte wie Integrität, Verlässlichkeit, Transparenz und verantwortliches Handeln gewinnen an Bedeutung. Neu ist, dass diese „weichen“ Erfolgsfaktoren normativ eingefordert werden. Qualität wird damit zur Führungsaufgabe und gelebtes Qualitätsmanagement zu einer Frage der Unternehmenskultur.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • ISO 9001:2026 verpflichtet die oberste Leitung künftig ausdrücklich dazu, eine Qualitätskultur sowie ethisches Verhalten aktiv zu fördern.
  • Prozesse und Maßnahmen für das Chancenmanagement müssen gestaltet und deren Wirksamkeit bewertet werden.
  • Anforderungen zum Kontext der Organisation verlangen die Bewertung von externen umweltbezogenen Einflüssen wie den Klimawandel.
  • Die Norm folgt nun der im Mai 2021 eingeführten Harmonized Structure, um die Integration mit anderen ISO-Normen zu erleichtern.

Was die Revision für zertifizierte Organisationen bedeutet

Für zertifizierte Organisationen besteht kein unmittelbarer Handlungsdruck. Wie bei früheren Revisionen ist eine Übergangsfrist von drei Jahren vorgesehen, sodass Zertifikate nach ISO 9001:2015 vorbehaltlich einer abschließenden Festlegung durch die Global Accreditation Cooperation Incorporated (GAC Inc.) bis 30. September 2029 gültig bleiben. Unternehmen sollten jetzt aber beginnen, sich mit den neuen Anforderungen in ISO 9001 vertraut zu machen, Handlungsbedarf in ihrer Organisation zu erkennen und relevante Themen bereits in die interne Auditplanung aufzunehmen. Die DQS informiert in den kommenden Monaten insbesondere mit Blick auf die Übergangsphase, unter anderem in Trainings der DQS Academy und in einer Online-Tagung am 30.11.2026 gemeinsam mit DGQ und DIN Media.

ISO 9001:2026 aus der Audit-Perspektive

Auditoren begutachten in den Organisationen, ob die Anforderungen einer Norm an das Managementsystem umgesetzt sind. Zwei Expertinnen aus der Auditpraxis ordnen zwei der wichtigsten Änderungen ein:

Martina Scharwey, Senior Lead Auditorin der DQS und TQM-Assessorin:

„Die neue ISO 9001:2026 markiert einen Wendepunkt, der mich als Auditorin begeistert: Endlich rücken die weichen Erfolgsfaktoren in den normativen Fokus. Weg von der reinen Prozessbetrachtung, hin zur gelebten Identität und gemeinsamen Werten. Die oberste Unternehmensleitung wird nun explizit verpflichtet, eine Qualitätskultur sowie ethisches Verhalten aktiv zu fördern und damit ein stabiles Fundament für echte Resilienz zu schaffen.“

Prof. Dr. Patricia Adam, Mitglied in ISO-Normungsgremien für ISO 9000/9001 und ISO 31000, DQS-Auditorin, EFQM-Assessorin:

„ISO 9001:2026 rückt Chancen stärker in den Mittelpunkt und trennt ihren Umgang klarer von der Risikobetrachtung. Denn beide folgen unterschiedlichen Logiken: Während Risiken nach möglichen Folgen und Eintrittswahrscheinlichkeiten bewertet werden, geht es bei Chancen um Fähigkeiten, Kompetenzen und Kapazitäten. Ziel ist kein neues Chancenmanagement, sondern bessere unternehmerische Entscheidungen.“

ISO 9001: Wandlungsfähiger Qualitätsstandard

Seit der ersten Ausgabe von ISO 9001 im Jahr 1987 hat sich das Verständnis von Qualitätsmanagement grundlegend gewandelt: von der reinen Dokumentation und Konformität mit festgelegten Vorgaben hin zu einer echten Managementaufgabe. Mit den wachsenden Anforderungen an komplexe Lieferketten rückte das Zusammenspiel von Entwicklung, Einkauf, Produktion, Logistik und Kundenservice in den Fokus. Qualitätsmanagement gestaltet seither Prozesse, verbessert Schnittstellen und steigert die Leistungsfähigkeit der Organisation. Spätestens mit ISO 9001:2015 wurde Qualitätsmanagement schließlich zum Faktor für strategische Entscheidungen, insbesondere mit Blick auf risikobasiertes Denken und die interessierten Parteien. ISO 9001:2026 ist ein konsequenter evolutionärer Schritt dieser Entwicklung.

Über die DQS

Die DQS unterstützt Organisationen weltweit, Vertrauen aufzubauen, Innovationen voranzutreiben und nachhaltiges Wachstum zu erzielen – mit Zertifizierungen, die den Erfolg von morgen sichern. Gegründet 1985 durch das Deutsche Institut für Normung (DIN) und die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ), hat sich die DQS zu einem weltweit führenden Anbieter für Assessment und Zertifizierung von Managementsystemen entwickelt. 3.000 hochqualifizierte Auditoren führen jährlich über 130.000 Audittage in mehr als 60 Ländern durch. International anerkannte Zertifizierungen nach über 200 Standards tragen dazu bei, Risiken zu managen, Vorgaben einzuhalten und neue Chancen in einem dynamischen wirtschaftlichen und regulatorischen Umfeld zu erschließen.

Mit einem Anspruch, der weit über Compliance hinausgeht, ist die DQS ein vertrauenswürdiger Partner für Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit. Ihre Expertise reicht von Cybersicherheit und AI-Governance bis hin zu ESG-Compliance, Lieferkettenmanagement, Sicherheit von Medizinprodukten und Zukunftsmobilität. Branchenübergreifend schafft sie somit einen entscheidenden Mehrwert für widerstandsfähige, nachhaltige und zukunftsfähige Prozesse. Fortschrittliche Auditmethoden, prädiktive Analysen und Echtzeit-Erkenntnisse helfen Organisationen dabei, ihre Geschäftsabläufe zukunftssicher zu gestalten und ihr Engagement für Exzellenz und verantwortungsbewusstes Wirtschaften zu demonstrieren.

Weitere Informationen unter www.dqsglobal.com 

PM: DQS GmbH

PB: Martina Scharwey, Senior Lead Auditorin der DQS und TQM-Assessorin. / ©: Fotocredits „Martina Scharwey / Deutsche Gesellschaft für Qualität „.








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