Werbung Satellitenkommunikationszentrum entsteht in Köln Forschungs-Mitteilungen Technik 16. Juni 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Spatenstich beim DLR: Europäischer Hub für sichere Satellitenkommunikation entsteht in Köln Der GOVSATCOM-Hub am DLR-Standort Köln wird in Zukunft eine zentrale Rolle für die Sicherheit Deutschlands und Europas einnehmen. Mit sicheren Kommunikationsdiensten über den Hub bleiben Behörden und behördliche Hilfsorganisationen auch dann handlungsfähig, wenn herkömmliche Kommunikationswege ausfallen. Parallel entwickelt die EU die Satellitenkonstellation IRIS², deren leistungsfähige, sichere Dienste künftig ebenfalls über den Kölner Hub bereitgestellt werden sollen. Schwerpunkte: Raumfahrt, Sicherheit, Satellitenkommunikation (WK-intern) – Mit dem Spatenstich am 16. Juni 2026 am Standort Köln des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) startet der Bau eines zentralen europäischen Knotenpunkts für sichere Satellitenkommunikation. Der sogenannte GOVSATCOM-Hub (Governmental Satellite Communications) wird künftig eine zentrale Rolle für die Sicherheit Deutschlands und Europas einnehmen. Hier werden sensible Kommunikationsdienste für Behörden und Einsatzkräfte gebündelt. „In Zeiten von Krisen und Wandel muss sich Europa auf Kommunikationssysteme verlassen können, die auch bei gestörten terrestrischen Netzen funktionsfähig bleiben. GOVSATCOM ist weit mehr als ein technisches Programm – es ist eine strategische Investition in die Resilienz und die Zukunft Europas“, sagt die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla. „Dass einer von zwei zentralen EU-Knotenpunkten hier beim DLR entsteht, unterstreicht unsere Schlüsselrolle bei der Gestaltung einer souveränen und krisenfesten europäischen Weltraum-Infrastruktur. Der DLR-Standort Köln hat sich gemeinsam mit der ESA, der Wissenschaft und der Industrie als wichtiges Zentrum für die Luft- und Raumfahrt etabliert. Diese Investition wird die Entwicklung des Space Hub Cologne weiter deutlich vorantreiben und neue Möglichkeiten für technologischen Fortschritt, Zusammenarbeit und nachhaltiges Wachstum am Standort schaffen.“ Stéphane Beemelmans, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DLR, ergänzt: „Mit der Ansiedlung des GOVSATCOM-Hubs in Köln stellt das DLR eindrucksvoll seine Fähigkeit unter Beweis, Verantwortung für strategische Raumfahrtprojekte zu übernehmen.“ Souveränität und Schutz im Fokus Die Raumfahrt gilt zunehmend als fundamentale Säule der europäischen Sicherheitsarchitektur, wobei Satelliten den entscheidenden Faktor für Information und Kommunikation darstellen. Durch den neuen Hub in Köln übernimmt Deutschland eine Führungsrolle beim Aufbau einer souveränen und widerstandsfähigen europäischen Infrastruktur. In dem neuen Gebäude erfolgt das sogenannte „Pooling und Sharing“ – die effiziente Verschaltung von Service-Anbieter und -Nutzer für behördliche und sensible Anwendungen. Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, betont: „Der GOVSATCOM-Hub steht für technologische Exzellenz, europäische Zusammenarbeit und die Fähigkeit, unsere Sicherheit und Handlungsfähigkeit im digitalen Zeitalter nachhaltig zu stärken. Deutschland und Europa rüsten sich mit souveränem Zugang zur Satellitenkommunikation, um auch in Krisen- und Ausnahmesituationen handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig stärkt das Projekt den Raumfahrtstandort Deutschland, fördert Innovationen und schafft zukunftssichere Arbeitsplätze.“ Starke Zusammenarbeit von EU, Bund und Land Das Neubauprojekt basiert auf einer Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Land Nordrhein-Westfalen (NRW). NRW unterstützt das strategische Großprojekt mit einer Investition von bis zu 50 Millionen Euro. Der Kölner Hub wird künftig einer von zwei zentralen europäischen Knotenpunkten im Rahmen der EU-Raumfahrtprogramme zur staatlichen und kommerziellen Satellitenkommunikation sein. Er bildet damit einen wesentlichen Baustein für die europäischen Programme GOVSATCOM und das Satellitennetzwerk IRIS² (Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite). „Der GOVSATCOM-Hub in Köln ist ein wichtiger Baustein europäischer Handlungsfähigkeit in Krisensituationen. Er stärkt die sichere Satellitenkommunikation in Europa und trägt dazu bei, dass Staaten, Behörden und Einsatzkräfte auch in Krisensituationen verlässlich und souverän kommunizieren können. Das ist besonders in der aktuellen Zeit mit dem Krieg in der Ukraine, hybriden Bedrohungen und Angriffen auf kritische Infrastruktur entscheidend. Nordrhein-Westfalen leistet damit einen konkreten Beitrag zu mehr Sicherheit, Resilienz und technologischer Souveränität in Europa“, sagt der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst. Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, ergänzt: „Der GOVSATCOM-Hub in Köln ist beides: ein Sicherheitsgewinn für Europa und ein Standortsignal für Nordrhein-Westfalen. Souveränität im digitalen Zeitalter braucht Infrastruktur, die auch dann funktioniert, wenn terrestrische Netze versagen – bei Naturkatastrophen, Cyberangriffen oder geopolitischen Krisen. Nordrhein-Westfalen ist heute schon ein führender Raumfahrtstandort. Mit diesem Hub übernehmen wir Verantwortung für die Resilienz ganz Europas.“ Sichere, resiliente Satellitenkommunikation für Europa Mit dem GOVSATCOM-Programm sorgt die Europäische Union dafür, dass Behörden und Einsatzkräfte zuverlässig und sicher per Satellit kommunizieren können – zum Beispiel bei Naturkatastrophen, in Krisengebieten, bei der Überwachung von See- oder Landesgrenzen, bei Einsätzen in außereuropäischen Gebieten oder für diplomatische Einrichtungen. Rodrigo da Costa, Exekutivdirektor der EUSPA (European Union Agency for the Space Programme), ergänzt: „EUSPA, die EU-Agentur für das Weltraumprogramm, ist für den GOVSATCOM-Hub zuständig. Indem wir den Betrieb des GOVSATCOM-Hubs erfolgreich sicherstellen, helfen wir dabei, sichere, resiliente und kosteneffiziente Satellitenkommunikation für sicherheits- und schutzkritische Missionen sowie für den behördlichen Einsatz der EU und ihrer Mitgliedstaaten zu ermöglichen. Wir freuen uns, zum Aufbau dieser strategischen Fähigkeit der Europäischen Union beizutragen.“ Der GOVSATCOM-Hub in Köln verbindet die hoheitlichen Nutzerinnen und Nutzer mit bereits vorhandenen Satellitenressourcen und koordiniert die sichere Bereitstellung der Kommunikationsdienste. Dadurch bleiben Behörden und behördliche Hilfsorganisationen auch dann handlungsfähig, wenn herkömmliche Kommunikationswege ausfallen, gestört oder überlastet sind. Parallel entwickelt die EU die neue Satellitenkonstellation IRIS². Sie wird aus hunderten Satelliten bestehen und leistungsfähige, sichere Kommunikation ermöglichen – auch in Regionen ohne terrestrische Netzabdeckung. Die Dienste von IRIS² sollen künftig ebenfalls über den GOVSATCOM-Hub bereitgestellt werden. PM: DLR PB: Künstlerische Darstellung des GOVSATCOM-Hubs – Mit dem symbolischen Spatenstich am 16. Juni 2026 am Standort Köln des DLR startet mit dem GOVSATCOM-Hub der Bau eines zentralen europäischen Knotenpunkts für sichere, robuste und kosteneffiziente Satellitenkommunikation. / ©: DLR GfR mbH / Astoc Architects and Planners GmbH Weitere Beiträge:Neue Studie: Heimisches LNG könnte Deutschlands energiepolitische Resilienz stärkenEmissionen mit Qualitäts-Hackschnitzeln reduzierenVersteckte Kosten: Neue Studie errechnet „Konventionelle-Energien-Umlage“