Werbung Pilotprojekt von SH Netz senkt Stromnetz-Kosten: Erster flexibler Netzanschluss für Biogasanlage Bioenergie Erneuerbare & Ökologie Neue Ideen ! Solarenergie 28. April 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Premiere im Norden: Flexible Netzanschlussverträge ermöglichen den schnelleren Anschluss für Grünstrom-Einspeiser und die Verringerung der Netzausbaukosten (WK-intern) – Grünstrom immer dann einspeisen, wenn im Stromnetz Kapazitäten frei sind: Dieses einfache wie clevere Prinzip steckt hinter dem Begriff des „flexiblen Netzanschlussvertrags“. Seit kurzem ermöglicht das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) solche Verträge, etwa wenn das Stromnetz bereits stark ausgelastet ist und Abschaltungen oder Anschlussverzögerungen drohen. Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) und Bioenergie Kropp (Kreis Schleswig-Flensburg) haben nun den ersten derartigen Vertrag für Schleswig-Holstein unterzeichnet. „Flexible Netzanschlussverträge leisten einen wichtigen Beitrag zu einer bezahlbaren Energiewende, indem vorhandene Netzkapazitäten effizienter genutzt und kostenintensiver Netzausbau reduziert werden können. Wir freuen uns, dieses Pilotprojekt gemeinsam mit der Bioenergie Kropp in unserem Netzgebiet starten zu können“, sagt Lisa Hebenstreit, Geschäftsführerin Technik von SH Netz. Konkret bedeutet der neue Vertrag, dass der Betreiber der Biogasanlage seinen erneuerbaren Strom in vorab festgelegten Zeiträumen in das Netz einspeist. Das gilt vor allem für die Morgen- und Abendstunden, wenn einerseits besonders viel Strom benötigt wird, aber nur begrenzt Strom aus den lokalen PV-Anlagen zur Verfügung steht. Die im Vertrag ausgewiesenen Zeitfenster berücksichtigen hierbei sowohl tages- als auch jahreszeitliche Schwankungen der Netzauslastung. Dadurch kann der Anlagenbetreiber die Fahrweise der Biogasanlage mit ihrer Leistung von acht Megawatt entsprechend planen. Eine kontinuierliche Anpassung der Anlage in Echtzeit ist also nicht erforderlich. „Mit dieser ersten flexiblen Netzanschlussvereinbarung haben wir eine innovative Lösung in die Praxis umgesetzt. Der offene Austausch und die enge Zusammenarbeit mit Bioenergie Kropp waren dabei ein zentraler Erfolgsfaktor“, sagt Jan-Arne Panten, bei SH Netz für das Projekt verantwortlich. „Der stark durch Photovoltaik geprägte Standort in Kropp eignet sich besonders gut für dieses Pilotprojekt, da sich die Einspeisezeiten zum Sonnenauf‑ und ‑untergang sowie auf Basis historischer Daten verlässlich vorab festlegen lassen“, ergänzt seine Kollegin Imke Hebbeln von SH Netz. In Kombination mit einem geplanten Wärmespeicher soll die Biogasanlage künftig auch klimafreundliche Wärme für Kropp bereitstellen, unter anderem für Schulen, Kindergärten, Turnhallen und Pflegeeinrichtungen. „Dieses Pilotprojekt zeigt, was möglich ist, wenn man offen für neue Wege ist. Die Kooperation mit SH Netz war dabei entscheidend. Jetzt können wir unser Vorhaben schneller realisieren, saubere Energie einspeisen und die Gemeinde Kropp zusätzlich mit klimaneutraler Wärme versorgen. Darauf sind wir wirklich stolz“, sagt Karsten Schwitzer, Betreiber Bioenergie Kropp. SH Netz entwickelt derzeit weitere flexible Netzanschlussvereinbarungen für unterschiedliche Technologien und Anwendungsfälle, um auch in Windenergieregionen, deren Einspeisung deutlich variabler ist und sich nicht an feste Tageszeiten binden lässt, einen flexiblen Netzanschluss zuverlässig zu ermöglichen. Ziel ist es, einen weiteren Beitrag zu einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien zu leisten. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der SH-Netz Homepage: FCA – Flexible Netzanschlussvereinbarung PM: SH-Netz Biogasanlagen / Foto: HB Weitere Beiträge:Der Schlüssel liegt in der dezentralen Erzeugung von Solarstrom zum EigenverbrauchKritische Infrastrukturen in Deutschland: KRITIS‑Gipfel 2026 von BDEW und VKUOrientierungshilfe für die Wärmewende: Leitfäden liefern Empfehlungen für die Praxis