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Chinesische Hersteller dominieren die Top Ten der E-Fahrzeugmodelle

PB: Die weltweiten Neuzulassungen an Elektroautos zum 31. Dezember 2025. / ©: ZSW
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Weltweit nun über 74 Millionen Elektro-Pkw auf den Straßen

(WK-intern) – Der Markt für Elektrofahrzeuge gewinnt wieder an Dynamik

Das Marktwachstum für Elektrofahrzeuge hat 2025 wieder Fahrt aufgenommen:

Weltweit wurden 21,4 Millionen Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Dies ist ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit über 14 Millionen Neuzulassungen dominiert China den Elektro-Pkw-Markt weiterhin vor den USA. Deutschland holt nach zwei schwächeren Jahren wieder auf: Die Zahl der Neuzulassungen stieg um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 856.500 Elektro-Pkw. Damit sind nun 3.157.200 Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs. Die aktuellen Zahlen zur Elektromobilität hat das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ermittelt. Erhoben wurden dabei rein-batterieelektrische Pkw, Plug-in Hybride sowie Fahrzeuge mit Range Extender.

Der weltweite Bestand an Elektroautos beläuft sich Ende 2025 auf 74,3 Millionen Fahrzeuge.
Rund 60 Prozent bzw. rund 44 Millionen davon sind in China zugelassen, die USA liegen mit 7,1 Millionen Elektro-Pkw auf Platz 2 vor Deutschland mit 3,2 Mio. Fahrzeugen. Die größten Wachstumsraten im Bestand erzielten mit Ausnahme des chinesischen Markts (+40 Prozent) vor allem kleinere Märkte wie Spanien mit 50 Prozent (+232.200 Fahrzeuge) und Dänemark mit 42 Prozent (+206.600 Fahrzeuge).

Der globale Elektrofahrzeugmarkt wird dabei immer stärker von China beherrscht: Auch wenn in fast allen Märkten ein teilweise deutliches Wachstum zu verzeichnen ist, entfallen von 21,4 Millionen Neuzulassungen nunmehr zwei Drittel bzw. 14,2 Millionen Fahrzeuge auf China. Dort ist zudem fast jeder zweite neu zugelassene Pkw ein Elektrofahrzeug. Dabei dominieren chinesische Hersteller den Heimatmarkt und Hersteller anderer Länder sind nur in sehr geringem Umfang vertreten. In den USA nahmen die Neuzulassungen aufgrund im September 2025 ausgelaufener Steuergutschriften für den Kauf oder das Leasing von Elektrofahrzeugen hingegen etwas ab. Erfreulich ist die Entwicklung in Europa: Nach einer Stagnation im Vorjahr stiegen die Neuzulassungen 2025 deutlich auf rund drei Millionen Elektrofahrzeuge an. Damit sichert sich die EU erneut den zweiten Rang im Fahrzeugmarkt hinter China. Diese beiden Märkte stellen zugleich die größten Wachstumstreiber für die Elektromobilität dar.

Nach zwei schwächeren Jahren hat die Dynamik auch in Deutschland wieder deutlich zugenommen: Der Markt für Neuzulassungen wuchs um 50 Prozent und erreichte mit 856.500 Elektrofahrzeugen erstmals seit 2022 wieder einen Rekordwert. Gründe hierfür sind unter anderem sinkende Fahrzeugpreise – auch durch verstärkte Herstellerrabatte – im vergangenen Jahr und eine breiter werdende Auswahl an Fahrzeugen. Im internationalen Vergleich gilt es nun, diese Entwicklung weiter zu beschleunigen. Denn hierzulande ist bislang nur rund jeder Dritte neu zugelassene Pkw elektrisch angetrieben. Ganz anders sieht das dagegen in den nordeuropäischen Ländern aus: In Dänemark und Schweden sind zwei Drittel aller Neufahrzeuge Elektro-Pkw, in Norwegen wurde sogar eine Quote von über 97 Prozent erreicht. In Norwegen ist zudem bereits jeder Dritte Pkw im Fahrzeugbestand elektrisch, in Deutschland beträgt der Anteil an Elektro-Pkw an den Gesamt-Pkw hingegen nur etwas über sechs Prozent.

Elektrofahrzeuge machen weniger abhängig von fossilen Energiepreisen

„Die Entwicklungen der Kraftstoffpreise in den letzten Wochen zeigen eindrücklich, dass Länder mit einem hohen Anteil an Elektrofahrzeugen resilienter aufgestellt sind als Länder mit geringen Anteilen. Besitzer von Elektroautos sind nicht von fossilen Kraftstoffen abhängig und dadurch besser gegen extreme Preissprünge geschützt, was soziale und wirtschaftliche Belastungen in Krisenzeiten begrenzen kann“, so Andreas Püttner, Projektleiter im Fachgebiet Systemanalyse des ZSW. „Ein beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien für Elektrofahrzeuge reduziert nicht nur die Abhängigkeiten von Preisschwankungen fossiler Energieträger, sondern stärkt zugleich den Klimaschutz im Verkehrssektor.“

Deutsche Hersteller: Position im internationalen Wettbewerb gehalten

Neben der dynamischen Marktentwicklung gibt es weitere positive Signale aus Deutschland: So schnitten die deutschen Hersteller auf internationaler Ebene in Bezug auf die kumulierten Verkaufszahlen vergleichsweise erfolgreich ab: VW, BMW und Mercedes finden sich alle drei in der globalen Top 10 der Hersteller von Elektrofahrzeugen. Die Volkswagen-Gruppe steht mit über 5,7 Millionen verkauften Elektrofahrzeugen weiterhin auf Platz 3. Verglichen mit dem Branchenführer BYD aus China, der seinen Abstand gegenüber dem zweitplatzierten Tesla (USA) weiter ausbauen konnte, besteht jedoch rein zahlenmäßig eine wachsende Lücke: so konnte BYD bislang über 15 Millionen Elektro-Pkw weltweit verkaufen – also etwa die dreifache Anzahl im Vergleich zu VW. Neben dem Heimatmarkt nimmt das Unternehmen auch immer stärker internationale Märkte in den Blick, was die Wettbewerbssituation für die dort etablierten Hersteller verschärft. Hinzukommt das Aufstreben vieler noch eher unbekannterer Fahrzeughersteller aus China wie Li Xiang oder Chery Automobile in globalen Märkten.

Aber auch bei den weltweiten Neuzulassungen im Jahr 2025 konnten die deutschen Produzenten ihre Wettbewerbsposition halten. VW erreicht erneut den vierten Rang mit über 1,4 Millionen verkauften Elektrofahrzeugen – einem Wachstum von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. BMW verkaufte fast 650.000 Elektrofahrzeuge und liegt damit auf dem siebten Platz. Auf dem ersten Rang dominiert jedoch auch in dieser Kategorie BYD mit fast 4,5 Millionen verkauften Fahrzeugen. Das stärkste Wachstum in den Top Ten zeigte das chinesische Unternehmen Geely, zu dem auch Volvo gehört. Geely verdrängte mit über 1,8 Millionen Neuzulassungen Tesla auf Rang drei (1,7 Millionen).

Dienstwagen: CO2-Flottengrenzwert könnte deutsche Hersteller stärken

„Die deutschen Hersteller sollten ihre Erfolge nutzen und sich noch stärker in Richtung Elektromobilität positionieren“, so Andreas Püttner. „Angesichts eines global schrumpfenden Marktvolumens für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor können so Wertschöpfung und Wohlstand erhalten werden. Ein wichtiger Impuls zur Stärkung der Wachstumsdynamik in Deutschland und der EU könnte die Einführung von verbindlichen CO2-Flottengrenzwerten für Dienstwagen darstellen. Davon könnten insbesondere deutsche Hersteller profitieren, da Dienstwagen für diese ein besonders wichtiges Absatzsegment im Heimatmarkt darstellen.“ Laut dem Kraftfahrtbundesamt entfielen 2025 rund zwei Drittel aller Pkw-Neuzulassungen in Deutschland auf Dienstwagen. Und gerade deshalb würde eine stärkere Elektrifizierung des Dienstwagensegments auch den Gebrauchtwagenmarkt für Elektrofahrzeuge anschieben, argumentiert ZSW-Experte Andreas Püttner.

Chinesische Hersteller dominieren die Top Ten der E-Fahrzeugmodelle

Abschließend noch ein Blick auf die global verkauften einzelnen Fahrzeugmodelle: Das Ausmaß der Konkurrenz aus China wird auch hier deutlich. Zwar liegt Tesla bei den globalen kumulierten Neuzulassungen mit seinen Modellen Model Y und Model 3 an der Spitze des Rankings. Auch VW verbleibt mit dem ID.4 in den Top Ten. Die übrigen Fahrzeuge in den Top Ten stammen jedoch aus China.

In den Top Ten der globalen Neuzulassungen im Jahr 2025 ist gar kein europäisches Modell zu finden und acht der zehn Fahrzeugmodelle stammen von chinesischen Herstellern. Ein besonderer Erfolg gelang dabei Geely mit dem EX2, der auf Anhieb mit 479.000 verkauften Fahrzeugen auf dem fünften Platz landete.

Weitere Daten rund um die Elektromobilität finden Sie unter: www.zsw-bw.de/mediathek/datenservice.html

Informationen zur Datenerhebung

  • Wieso werden Plug-In-Hybride in der Statistik mitgezählt?

Das ZSW berücksichtigt in der Datenauswertung neben rein batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeugen (BEV) auch Fahrzeuge mit Plug-In-Hybrid-Antrieb (PHEV) und mit Range Extender (REEV), da diese Fahrzeuge nach offiziellen Statistiken, z. B. in Deutschland und der EU, aber auch der International Energy Agency (IEA) als Elektrofahrzeug definiert werden.

  • Welche Arten von Fahrzeugen zählen zur Kategorie Elektrofahrzeugen?
  • Neben klassischen Pkw fasst das ZSW auch leichte Nutzfahrzeuge (LNF) kleiner 3,5 Tonnen darunter. Dazu zählen beispielsweise auch Liefer- oder Handwerksfahrzeuge.
  • Wie viele Neuzulassungen gab es bei Pkw mit reinem Batterieantrieb (BEV)?

Rund 70 Prozent der weltweiten Neuzulassungen 2025 entfielen auf BEV. Beim globalen Bestand sind rund zwei Drittel BEV und ein Drittel PHEV bzw. REEV.

Über das ZSW

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gehört zu den führenden Instituten für angewandte Forschung in den großen Themen der Energiewende: Photovoltaik, Windenergie, Batterien, Brennstoffzellen, Elektrolyse, eFuels, Circular Economy, Politikberatung sowie die Nutzung von KI zur Prozess- und Systemoptimierung. Gemeinsam mit der Industrie ebnen wir neuen Technologien den Weg in den Markt. An den ZSW-Standorten Stuttgart und Ulm arbeiten dafür mehr als 300 Kolleginnen und Kollegen sowie rund 100 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte. Das ZSW betreibt ein Testfeld für Windenergie und ein weiteres Testfeld für PV-Anlagen. Das ZSW ist Mitglied der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW), ein Bündnis aus zehn wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen.

PM: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)

PB: Die weltweiten Neuzulassungen an Elektroautos zum 31. Dezember 2025. / ©: ZSW








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