Werbung Wie können Kundinnen und Kunden dazu beitragen, Stromnetze effizienter zu nutzen E-Mobilität Erneuerbare & Ökologie Technik Veranstaltungen 29. Januar 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Pilotprojekt zeigt: Dynamische Netzentgelte entlasten Stromnetze und senken Kosten für Endkunden (WK-intern) – Grids & Benefits präsentiert Ergebnisse zur Abschlussveranstaltung im Munich Urban Colab Wie können Kundinnen und Kunden dazu beitragen, Stromnetze effizienter zu nutzen? Das zeigt das Co-Innovationsprojekt Grids & Benefits. In einem Pilotvorhaben wurde erstmals praxisnah demonstriert, wie dynamische Netzentgelte im Verteilnetz umgesetzt werden können – und wie sie markt- und netzdienliches Laden von Elektrofahrzeugen ermöglichen. Stromnetze sind das Rückgrat des Energiesystems. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien sowie der zunehmenden Elektrifizierung von Mobilität und Wärme geraten sie jedoch zunehmend unter Druck. Vor diesem Hintergrund gewinnen neue Instrumente für eine effizientere Netzauslastung an Bedeutung. Auch die Bundesnetzagentur reformiert derzeit im Rahmen des AgNes-Prozesses die Netzentgeltsystematik – hier setzt Grids & Benefits an. Partner und Umsetzung Zwischen März und Dezember 2025 entwickelte ein interdisziplinäres Konsortium aus Netzbetreibern, Energieversorgern, Aggregatoren, Fahrzeugherstellern, Wissenschaft und Beratung ein grundlegendes Konzept zur Berechnung dynamischer Netzentgelte und erprobte dieses in einem Feldtest. Ziel war es, das Lastverschiebepotenzial sowie mögliche Kosteneinsparungen für Verbraucher zu bewerten. Unter der Leitung von UnternehmerTUM waren beteiligt: Bayernwerk Netz GmbH, BMW AG, LEW Verteilnetz GmbH, EWE NETZ GmbH, TransnetBW GmbH, MAINGAU Energie GmbH, Neon Neue Energieökonomik, Octopus Energy, The Mobility House Energy GmbH, TenneT Germany sowie die RWTH Aachen Universität. Entlastung der Stromnetze durch markt- und netzdienliche Preisanreize Mit der zunehmenden Elektrifizierung steigt die Belastung der Verteil- und Übertragungsnetze deutlich. Für eine breite Marktdurchdringung der Elektromobilität ist daher eine intelligente Steuerung von Ladevorgängen entscheidend. Elektrofahrzeuge sollten bevorzugt dann laden, wenn viel erneuerbarer Strom verfügbar ist oder das Netz freie Kapazitäten aufweist. Bislang fehlte jedoch ein wirksames Signal für die aktuelle Netzauslastung sowie ein Anreiz für Endverbraucher, sich netzdienlich zu verhalten. Grids & Benefits schließt diese Lücke: Erstmals wird der Netzzustand über dynamische Netzentgelte transparent abgebildet. Die Wirkung eines solchen Preissignals wurde anhand von Elektrofahrzeugen in der Niederspannung untersucht. Das Netzentgelt leitete sich aus Netzlast und spezifischen Engpasskosten auf Höchst-, Hoch- und Mittelspannungsebene ab. Ziel ist es, Engpasskosten zu senken und den Netzausbau langfristig effizienter zu gestalten. „Mit Grids & Benefits zeigen wir, wie Flexibilität auf der Nachfrageseite gezielt aktiviert werden kann – technisch machbar, automatisiert und mit echtem Mehrwert für Netzinfrastruktur und Kund:innen“, sagt Veronika Brandmeier, Head of UnternehmerTUM Energy. Pilotierung und Ergebnisse Im Rahmen des Pilotprojekts wurden 10.600 Kundinnen und Kunden von MAINGAU an öffentlichen Ladepunkten durch vergünstigte Ladepreise dazu angereizt, in netzdienlichen Zeitfenstern zu laden. Zusätzlich nahmen rund 500 Personen der Aggregatoren The Mobility House Energy und Octopus Energy beim Laden zu Hause mit dynamischen Netzentgelten teil.Hierfür berechneten EWE NETZ, LEW Verteilnetz, Bayernwerk Netz und TransnetBW netzgebietsspezifische, viertelstundenscharfe Netzentgelte, die jeweils am Vortag veröffentlicht wurden. Die Aggregatoren integrierten diese in ihre Optimierungslogiken und machten die Netzauslastung erstmals zu einem wirksamen Preissignal. Die Wirkung war deutlich: Über 80 % der Ladevorgänge sowie rund 20 % der geladenen Energie wurden im Aggregatoren-Anwendungsfall netzdienlich verschoben. Für Verbraucher ergab sich im Pilot eine durchschnittliche Reduktion der Netzentgelte um 2 Cent pro Kilowattstunde, in der Spitze bis zu 10 Cent. Beim öffentlichen Laden informierte die MAINGAU Autostrom App über vergünstigte Zeitfenster. Ab einer Preisreduzierung von 20 Cent pro Kilowattstunde zeigten Kundinnen und Kunden eine erkennbare Bereitschaft zur Anpassung ihres Ladeverhaltens; rund 10 % der Ladevorgänge konnten so verschoben werden. Die Ergebnisse deuten auf eine geringere zeitliche Flexibilität beim öffentlichen Laden hin. Systemische und volkswirtschaftliche Effekte wurden im Projekt nicht abschließend untersucht. Vollautomatisierte, skalierbare Technologiekette Technisch umgesetzt wurde das Projekt über die IT-Infrastruktur der StromGedacht App von TransnetBW. Das Konsortium zeigt damit, wie dynamische Netzentgelte automatisiert sowie zeitlich und räumlich aufgelöst über Netzebenen hinweg an Marktteilnehmer übermittelt werden können. Für eine flächendeckende Skalierung gilt es nun, die pilotierte Prozesskette in die bestehende Marktkommunikation zu integrieren. Ausblick Die Ergebnisse von Grids & Benefits wurden am 29.01.2026 im Munich Urban Colab vorgestellt und vor dem Hintergrund der laufenden Netzentgelt-Reformen der Bundesnetzagentur (AgNes) mit einem Fachpublikum diskutiert. Im Fokus standen neben den Erfahrungen aus der Pilotierung auch praxisnahe Umsetzungsvorschläge aus dem Projektkonsortium. UnternehmerTUM Energy ist ein branchenübergreifendes Innovations- und Kooperationsformat innerhalb des UnternehmerTUM-Ökosystems. Es bringt Unternehmen, Startups, Technologiepartner und Forschungseinrichtungen zusammen, um die Energiewende voranzutreiben und nachhaltige Lösungen für aktuelle Herausforderungen der Energieversorgung zu entwickeln. UnternehmerTUM – Europas führendes Zentrum für Innovation und Gründung UnternehmerTUM ist eine einzigartige Plattform für die Entwicklung von Innovationen. Startups bietet UnternehmerTUM einen Rundum-Service von der ersten Idee bis zum Börsengang. Ein Team aus über 500 erfahrenen Mitarbeitenden, darunter Unternehmer, Wissenschaftler und Investoren, unterstützt beim Aufbau des Unternehmens, beim Markteintritt und bei der Finanzierung – auch mit Venture Capital. Etablierten Unternehmen bietet ein Team aus erfahrenen Beratern den optimalen Zugang zum Ökosystem von UnternehmerTUM. UnternehmerTUM verfügt über langjährige Expertise bei der Entwicklung von Innovationsstrategien und der Umsetzung und Ausgründung technologiegetriebener Geschäftsideen. 2002 von der Unternehmerin Susanne Klatten gegründet, ist die gemeinnützige UnternehmerTUM GmbH mit jährlich mehr als 100 wachstumsstarken Technologiegründungen – u. a. Celonis, Konux und Isar Aerospace – das führende Zentrum für Gründung und Innovation in Europa. PM: TUM GmbH PB: UnternehmerTUM Weitere Beiträge:Leitmessen: Tierwohl, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Robotik und dezentrale EnergieversorgungAktuelles Programm zum Geothermiekongresses in MünchenHUSUM Wind auf der WIND EXPO 2013 in Japan