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Windenergiezubau an Land im Jahr 2025

Windkrananlage 1 / Foto: HB
Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels

Starken Zubau verstetigen, Resilienz gewährleisten

  • Genehmigungsrekord mit 3.310 Anlagen und 20.765 Megawatt (MW) Leistung sowie weiterhin positive Zubauentwicklung mit 958 Anlagen und 5.232 MW
  • Jahresprognose 2026: 8 – 8,5 GW Zubau möglich

  • Netzzugang muss sichergestellt werden!

  • Resilienz der kritischen Energieinfrastruktur muss lückenlos gewährleistet werden

  • Investitionen in Lieferkette erfordern Kontinuität im Zubau und politische Verlässlichkeit

  • Ausbau der Windenergie stärkt Wertschöpfung am Standort Deutschland

(WK-intern) – Berlin, Frankfurt – Im Jahr 2025 setzte sich das sichtbare Wachstum der Windenergie an Land fort.

Insgesamt wurden in Deutschland 3.310 Windenergieanlagen (WEA) an Land mit einer Leistung von 20.765 MW neu genehmigt.

Bei den deutlich überzeichneten Ausschreibungen der Bundesnetzagentur wurden 2.348 WEA mit 14.449 MW bezuschlagt. Damit werden die Rekorde des Jahres 2024 nochmals übertroffen. Der Wettbewerb in den Ausschreibungen funktioniert und führte in den vergangenen Runden zu sinkenden mittleren Zuschlagswerten. Folgerichtig hat die BNetzA für dieses Jahr den Höchstwert leicht abgesenkt.

Der Bruttozubau im Jahr 2025 liegt mit 958 WEA und 5.232 MW Leistung deutlich über dem Niveau des Vorjahres und somit in der Prognosespanne der beiden Verbände, die einen Zubau von 4.800 bis 5.300 MW prognostiziert hatten. Die insgesamt installierte Leistung erhöht sich auf rund 68.100 MW. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung im Auftrag der Verbände BWE und VDMA Power Systems, die erneut von der Fachagentur Wind und Solar durchgeführt wurde.

„Windenergie gewinnt stetig weiter an Bedeutung im deutschen Energiesystem. Gleichzeitig nehmen die Sicherheitsbedrohungen, auch durch geopolitische Entwicklungen, deutlich zu. Der politische und regulative Rahmen muss die lückenlose Sicherheit und Resilienz aller am Stromnetz angeschlossenen Energieanlagen wirksam adressieren, um bestehende Risiken zu minimieren und die Versorgungs- und nationale Sicherheit zu gewährleisten. Dies betrifft sowohl die physische und die digitale Sicherheit der Anlagen als auch den Zugriff auf kritische Anlagen durch Hersteller. Ausdrücklich geht es hier um den Schutz nationaler Sicherheitsinteressen“, erklärt Dr. Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer von VDMA Power Systems.

„Die Zubaudynamik ist positiv und muss mit einem ambitionierten Kurs und dem richtigen politischen Rahmen fortgeschrieben und verstetigt werden. Sie sendet zwei wichtige Signale: Die Windindustrie kann liefern und Kosten senken. Die Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette brauchen Planbarkeit und politische Verlässlichkeit, auch mit Blick auf Realisierungsrahmenbedingungen etwa bei weiter bestehenden Transporthürden. Die bevorstehende EEG-Novelle muss Investitionen mit verbindlichen Ausbauzielen anreizen – nur so können Kosteneffizienz, Versorgungssicherheit, technologische Souveränität und industrielle Wertschöpfung langfristig gesichert werden“, so Rendschmidt.

Herausforderungen sieht auch BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek: „So erfreulich die Rekorde bei Neugenehmigungen und Zuschlägen auch sind, legen diese die Probleme eines zu langsamen Netzausbaus offen: Der Netzzugang für neue Projekte wird immer schwieriger. Wenn man von einer durchschnittlichen Umsetzungsdauer von fast zwei Jahren ausgeht, erwarten wir ab Ende 2026 einen Zubau-Boom der im Jahr 2024 bezuschlagten Projekte. Bis zu zehn Gigawatt sind unter den richtigen Rahmenbedingungen möglich. Lange Wartezeiten und die geringe Verfügbarkeit von Anschlüssen hemmen die Zubaudynamik erheblich. Das Netz muss endlich konsequent und mit hoher Dringlichkeit ausgebaut, modernisiert und digitalisiert werden. Einschränkungen beim Netzanschluss für Erneuerbare Energien sind der falsche Weg. Die Versäumnisse der vergangenen Jahre beim Netzausbau dürfen jetzt nicht dazu führen, dass die Windenergie ausgebremst wird.“

Dr. Dennis Rendschmidt betont die zentrale Rolle der Windenergiebranche als Standortfaktor: „Investitionen in Energieinfrastruktur setzen starke Wertschöpfungsimpulse. Sie schaffen Nachfrage nach Anlagen und Komponenten, sichern Beschäftigung und generieren Steueraufkommen. Damit leisten sie einen Beitrag zur langfristigen wirtschaftlichen Stabilität und industriellen Basis Deutschlands. Dies ist ein wichtiges Signal in der aktuellen konjunkturellen Situation. Darüber hinaus ist der Erhalt von technologischem Know-how in Deutschland und Europa ein zentraler Faktor für die Bedeutung eines resilienten Energiesystems, das weniger abhängig von außereuropäischen Energielieferanten ist.“

Um diesen Standortfaktor abzusichern, brauche es dringend die seit Jahren angekündigte Reform des Stromsystems. Bärbel Heidebroek: „Das deutsche Energiesystem bleibt noch immer in einer Logik weniger Großkraftwerke verhaftet. Die Realität ist aber längst eine andere: Erneuerbare Energien, allen voran Wind- und Solarenergie, sind das Rückgrat der deutschen Stromerzeugung. An ihren Bedarfen muss das Energiesystem ausgerichtet werden. Das bedeutet vor allem eine deutliche Flexibilisierung auf Erzeugungs- und Verbraucherseite sowie in den Netzen, zum Beispiel durch Speicher, den Hochlauf der grünen Wasserstoffwirtschaft, konsequentes Cable Pooling und eine Stärkung der Direktbelieferung. Diese Flexibilisierung entlastet die Netze und schafft einen zeitlichen Puffer, bis der Netzausbau an Fahrt gewinnt. Die Windenergiebranche hat ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt sind die Netzverantwortlichen in der Bringschuld.“

Prognose Deutschland im Jahr 2026

Für das Jahr 2026 prognostizieren die Verbände bei unveränderter Realisierungsgeschwindigkeit einen zu erwartenden Zubau in Höhe von 8 bis 8,5 GW.

Zum Factsheet: Status des Windenergieausbaus an Land in Deutschland (Jahr 2025)

Zahlen im Überblick

Status des Windenergieausbaus an Land

Anzahl Anlagen

Leistung in MW

Neu genehmigt

3.310

20.765

Brutto-Zubau 2025

958

5.232

Davon Repowering

279

1.548

Stilllegungen 2025

456

631

Netto-Zubau 2025

502

4.602

Gesamtbestand am 31.12.2025

29.225

68.065

Über den Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)

Als Mitglied im Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) vertritt der BWE mit seinen rund 17.000 Mitgliedern die gesamte Windenergiebranche. Gemeinsam sorgen die im deutschen Maschinenbau verankerte Zulieferer- und Herstellerindustrie, Projektierer, spezialisierte Rechtsanwälte, die Finanzbranche sowie Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Bau, Service/Wartung sowie Speichertechnologien, Stromhändler, Netzbetreiber und Energieversorger dafür, dass der BWE zu allen Fragen rund um die Windenergie erster Ansprechpartner für Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Medien ist.

Über VDMA Power Systems

VDMA Power Systems ist der Verband für den Energieanlagenbau. Er vertritt die Interessen der Hersteller und Zulieferer von Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen im In- und Ausland. Dazu zählen Windenergie-, Photovoltaik- und Wasserkraftanlagen, Motoren und thermische Kraftwerke sowie Speicher- und Sektorkopplungstechnologien. Für sie dient VDMA Power Systems technologieübergreifend als Informations- und Kommunikationsplattform mit dem Fokus auf Energie- und Industriepolitik, Innovationen und Technik, Märkte und Messen sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. VDMA Power Systems ist ein Fachverband im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA e.V.

Über die Fachagentur Wind und Solar

Die Fachagentur Wind und Solar ist ein gemeinnütziger Verein. Mitglieder sind Bund, Länder, die kommunalen Spitzenverbände, Wirtschafts- und Naturschutzverbände sowie Unternehmen. Der Verein unterstützt die natur- und umweltverträgliche Nutzung der Windenergie an Land und der Solarenergie in Deutschland. Er erstellt u. a. Analysen, Informationssammlungen und Gutachten. Grundlage der Arbeit sind die klima- und energiepolitischen Ziele der Europäischen Union. Der Verein arbeitet fakten-, rechtsprechungs- und wissenschaftsbasiert.

PM: Bundesverband WindEnergie e.V. / VDMA Power Systems / Fachagentur Wind und Solar

Windenergieausbau an Land im Jahr 2025 / Foto: HB








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