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Ertragsprognosen für einzelne Windkraftanlagen auf wind-turbine.com verfügbar

wind-turbine.com
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Die Windindustrie-Plattform wind-turbine.com hat ihre Windkraftanlagen-Karte und ihr Betreiberverzeichnis um eine Prognose-Funktion erweitert.

(WK-intern) – Für jede Anlage in Deutschland schätzt sie den Jahresertrag der kommenden 15 Jahre unter drei Klimaszenarien und bewertet die Eintrittswahrscheinlichkeit klimabedingter Schäden.

Die Daten liefert das Frankfurter Unternehmen Envirotrust, ein Anbieter satelliten- und KI-gestützter Klimarisikoanalysen. Die Funktion läuft als Beta und steht registrierten Nutzern kostenlos zur Verfügung.

Gutachten rechnen mit der Vergangenheit, Anlagen laufen in die Zukunft
Ertragsgutachten für Windkraftanlagen korrigieren die Windverhältnisse am Standort über eine historische Referenzperiode. Die Anlage selbst bleibt danach zwei bis drei Jahrzehnte in Betrieb, und in dieser Zeit verschiebt sich das Klima. Für Käufer von Bestandsparks und für Betreiber vor der Entscheidung über Verkauf oder Weiterbetrieb entsteht damit eine Lücke in der Bewertung.

„Jedes Ertragsgutachten bezieht sich auf eine historische Referenzperiode, nur läuft die Anlage danach 20 bis 30 Jahre in ein Windregime hinein, das sich verändert. Wir rechnen das nicht mit Ländermittelwerten, sondern am konkreten Standort: 20 Jahre stündlich aufgelöste, satellitengestützte Winddaten an den Koordinaten der Anlage, Digitaler Zwilling, skaliert mit den regionalen Klimaprojektionen. Das ersetzt kein Gutachten, aber es zeigt mit ausgewiesener Unsicherheit, in welche Richtung sich der Ertrag einer Anlage bewegt. Auf wind-turbine.com steht das Ergebnis jetzt an der Anlage selbst, neben den abgerechneten Jahreserträgen“, sagt Boris Idesman, Gründer und Geschäftsführer von Envirotrust.

CMIP6-Projektionen, ERA5-Daten und die reale Leistungskurve
Envirotrust stützt die Prognose auf zwei Datenquellen. Die langfristigen Klimaprojektionen stammen aus dem europäischen Copernicus Climate Data Store (CMIP6), die historischen Wetterdaten aus dem ERA5-Datensatz, jeweils für die Koordinaten der Anlage. Beide kombiniert das Unternehmen mit der Leistungskurve, der Nabenhöhe und dem Rotordurchmesser des jeweiligen Turbinenmodells. Jede Anlage erhält damit eine eigene Berechnung. Envirotrust aktualisiert die Datengrundlage, sobald neue Klimamodell- und Betriebsdaten vorliegen.

Ertragskorridor, Szenariotabelle, Risikoprofil
Das Ergebnis zeigt den prognostizierten Jahresertrag als Korridor in MWh. Eine Tabelle schlüsselt ihn nach den Emissionsszenarien RCP 2.6, RCP 4.5 und RCP 8.5 auf, jeweils mit pessimistischem, neutralem und optimistischem Wert. Die Szenarien bilden den Einfluss des Klimapfads ab. Die drei Werte je Szenario erfassen die technische Unsicherheit der Leistungskurve sowie Park- und Verfügbarkeitsverluste.

Aus dieser Aufteilung lässt sich ablesen, welcher Faktor an einem Standort überwiegt. Liegen die Szenarien eng beieinander, bestimmen Anlagentechnik und Betriebsführung die Bandbreite des Ertrags. Gehen sie weit auseinander, gewinnt die langfristige Entwicklung des Windregimes an Gewicht für die Bewertung.

Ein zweiter Teil der Prognose betrifft die Anlagensubstanz. Für Hagelschaden, Blitzschaden, Rotorblattvereisung, Fundamentbelastung und thermische Materialermüdung weist das Tool jeweils eine Eintrittswahrscheinlichkeit aus. Aus dem Risikoprofil leitet es Maßnahmen ab, etwa die Nachrüstung des Blitzschutzes oder zusätzliche Schwingungssensorik am Triebstrang.

Envirotrust stellt klar, dass es sich um modellbasierte Projektionen handelt. Wetter, lokale Einflüsse und die Betriebsführung können die tatsächlichen Erträge verschieben.

Screenshot

Entscheidungsgrundlage für Bestandsparks ab zehn Betriebsjahren
wind-turbine.com zielt mit der Funktion auf Betreiber älterer Parks und auf Investoren, die Bestandsanlagen prüfen.
„Gerade bei Windparks, die erst zehn oder fünfzehn Jahre in Betrieb sind, stellt sich für Betreiber zunehmend die Frage: Verkaufen wir heute oder betreiben wir die Anlagen langfristig weiter? Neben den historischen Ertragsdaten wird deshalb auch der Blick nach vorne immer wichtiger. Wir geben Betreibern und Investoren eine erste Orientierung, wie sich klimatische Einflüsse und Wetterrisiken am jeweiligen Standort in den kommenden 15 Jahren entwickeln könnten und welchen Einfluss das auf die zukünftigen Erträge haben kann. Damit schaffen wir eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage für die Bewertung, Vermarktung und den langfristigen Weiterbetrieb von Windparks“, sagt Bernd Weidmann, CEO von wind-turbine.com.

Im Anlagen-Steckbrief ergänzt die Prognose zwei Funktionen, die die Plattform in den vergangenen Wochen freigeschaltet hat: die Ertragshistorie auf Basis der EEG-Jahresabrechnungen seit 2019 und den Repowering-QuickCheck, der das Flächenpotenzial am Standort vorprüft.

Die Prognose-Funktion ist über den gleichnamigen Button im Steckbrief jeder Anlage erreichbar, in der Windkraftanlagen-Karte und im Betreiberverzeichnis von wind-turbine.com.

PM: wind-turbine.com

Pressebilder: ©: wind-turbine.com








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