Werbung Windenergie in Brandenburg: Zubau stockt, obwohl die Zahl der Genehmigungen für neue Anlagen hoch ist Brandenburg Windenergie 23. Juli 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels (WK-intern) – Nur 106 Megawatt entsprechend 22 Windrädern gehen im ersten Halbjahr ans Netz, ein Einbruch von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum • Gut für die Akzeptanz: Unterm Strich bleibt die Zahl der Windräder in Brandenburg konstant, da im Repowering viele alte Anlagen abgebaut und durch wenige neue ersetzt werden • LEE kritisiert Entwürfe zu EEG-Novelle und Netzpaket der Bundesregierung: Pläne widersprechen Koalitionsvertrag und gefährden Investitionssicherheit • Genehmigungen für neue Windenergieanlagen in Brandenburg verdoppeln sich nahezu gegenüber dem Vorjahreszeitraum – trotzdem ist der Ausblick unsicher Potsdam, 23.07.2026: Der Windenergieausbau in Brandenburg zeigt im ersten Halbjahr 2026 ein zwiespältiges Bild: Während deutlich weniger neue Anlagen ans Netz gingen, genehmigen die Behörden so viel neue Windenergieleistung wie nie zuvor. Durch das Repowering steigt die Zahl der Windräder in Brandenburg aktuell nicht mehr. Weil ebenso viele Altanlagen stillgelegt wurden wie neue hinzukamen, blieb die Anlagenzahl im Land unterm Strich unverändert. Der Landesverband Erneuerbare Energien Berlin Brandenburg (LEE) warnt nun, dass die aktuellen Entwürfe der Bundesregierung zu EEG-Novelle und Netzpaket die Entwicklung der Erneuerbaren erheblich ausbremsen könnten. Mit 22 neu gebauten und 22 abgebauten Anlagen bleibt der Bestand an Windrädern in Brandenburg im ersten Halbjahr 2026 unverändert. „Das ist gut für die Akzeptanz der Windkraft. Die Gemeinden erzielen hohe Einnahmen, ohne dass die Zahl der Anlagen steigt“ sagt Jan Hinrich Glahr, Vorsitzender des LEE Berlin Brandenburg. „Denn wir bekommen viel mehr Strom aus derselben Zahl an Anlagen.“ Die installierte Leistung in Brandenburg wuchs um 106 Megawatt (MW). (Zubau: 138,5 MW. Rückbau: 32,8 MW). Insgesamt drehen sich in Brandenburg Mitte 2026 nun 4.126 Windräder mit einer Leistung von knapp 10.000 MW, etwa 14% der in Deutschland installierten Leistung. Grüner Strom immer billiger Für den schwachen Zubau sieht der LEE vor allem zwei Gründe: In den verpflichtenden, bundesweiten Auktionen bekommen die Windmüller immer weniger Geld für grünen Strom. Denn die Preise sind in den Ausschreibungen stark gefallen – im letzten Gebotstermin im Mai 2026 lag der Wert nur noch bei gut 5 Cent pro Kilowattstunde. „Das bringt viele Projekte an die Grenze der Wirtschaftlichkeit“, so Glahr. Zudem fehlen an immer mehr Standorten ausreichende Netzanschlusskapazitäten. Der Zugang zu den Netzen entwickelt sich damit immer mehr zum Flaschenhals der Energiewende. Während der Zubau gering ist, steigt die Zahl der Genehmigungen: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Brandenburg 171 Windenergieanlagen mit 1.131 Megawatt (MW) neu genehmigt – nahezu doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2025. „Wir hoffen, dass diese Anlagen in den nächsten zwei bis vier Jahren auch gebaut werden können“, so Jan Hinrich Glahr. „Doch wenn die Preise in den Ausschreibungen zu niedrig sind und wenn Anlagen mangels Netzanschlusskapazität nicht ans Netz gehen können, hilft auch die beste Genehmigung nichts.“ Bundespolitik: LEE warnt vor Rückschritten durch EEG-Novelle und Netzpaket Der LEE blickt mit Sorge auf die Referentenentwürfe für die EEG-Novelle 2027 und das Netzanschlusspaket des BMWE. Gestützt auf die Bewertungen des Bundesverband Erneuerbare Energien kritisiert der LEE, dass beide Entwürfe nicht zu den im Koalitionsvertrag vereinbarten Zielen für Energieversorgung und Klimaschutz passen. Besonders enttäuschend – noch immer fehlt es an Möglichkeiten für die physikalische Direktbelieferung von Industrieanlagen gemäß dem Motto „Strom von hier für die Region“. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke fordert vom Bund seit Jahren eine entsprechende Regelung. Glahr weiter: „Brandenburg zeigt, was möglich ist, wenn Genehmigungsverfahren funktionieren. Umso unverständlicher ist es, dass der Bund genau in die andere Richtung steuert. Beide Entwürfe müssen substanziell nachgebessert werden, damit die Branche auch im kommenden Jahr einen verlässlichen Rechtsrahmen hat.“ Hinweis für die Redaktion: Datenquelle zu den Ausbauzahlen ist das Factsheet „Status des Windenergieausbaus an Land in Deutschland – Erstes Halbjahr 2026″ der Fachagentur Wind und Solar e. V. (im Auftrag von BWE und VDMA Power Systems, Stand 23.07.2026). Die Bewertung von EEG-Novelle und Netzpaket stützt sich auf „Empfehlungen des BEE zu den Referentenentwürfen EEG & Netzanschlusspaket“ (BEE, Stand 21.07.2026). Weitere Beiträge:Windkraftindustrie auf der COMPOSITES EUROPE 2017Dänischer Hafen sucht deutsche Investoren für ehrgeiziges Windturbinenprojekt7th World Summit for Small Wind in Husum - Small Wind World Report 2016