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Energy Sharing eröffnet Energieversorgern neue Geschäftsmodelle

PB: CEO und Gründers Jonas Suijkerbuijk / ©: Billogram
Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels

Ab Juni 2026 wird Energy Sharing im deutschen Energierecht verankert.

(WK-intern) – Der Gesetzgeber schafft damit einen Rahmen für die gemeinschaftliche Nutzung erneuerbarer Energie.

Viele Anbieter stehen vor der Frage, wie die praktische Umsetzung aussehen kann.

Besonders bei der Zuordnung der einzelnen Verbräuche, der flexiblen Abrechnung und der Integration in bestehende Systeme stoßen aktuelle Strukturen schnell an ihre Grenzen. Für diese Herausforderungen haben sich ein Digitalisierungsdienstleister aus der Energiewirtschaft und ein Fintech für digitale Zahlungen zusammengeschlossen. Ziel ist es, gemeinschaftlich genutzte Strommodelle so umzusetzen, dass sie für Energieversorger möglichst geringen operativen Aufwand mit sich bringen. Jonas Suijkerbuijk, Gründer und CEO von Billogram, erläutert gemeinsam mit Tim Steufmehl, Partnermanager bei ene’t, wie die Umsetzung in Deutschland gelingen kann und warum gerade flexible Zahlungslösungen dabei zum entscheidenden Faktor werden.

Mit § 42c des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) wird Energy Sharing ab dem 1. Juni 2026 in Deutschland erstmals ausdrücklich geregelt. Das bedeutet, es wird Menschen erlaubt sein, selbst erzeugten Strom, zum Beispiel von der eigenen Solaranlage, mit anderen zu teilen. Das wird in sogenannten Stromcommunitys organisiert, in denen lokal erzeugte Energie etwa mit Nachbarn, Freunden oder im eigenen Viertel genutzt wird. Die Idee dahinter klingt einfach: Der Strom wird direkt innerhalb einer Gemeinschaft verteilt, statt ins Netz eingespeist zu werden. Häufig übernehmen Energieversorger dabei eine vermittelnde Rolle. Sie übernehmen den erzeugten Strom formal und verteilen ihn an die Mitglieder der Gemeinschaft. Für viele Anbieter könnte die Umsetzung mit dem Start der neuen Regelung jedoch knapp werden, da zentrale Voraussetzungen bislang fehlen. Ob solche Modelle im Alltag funktionieren, entscheidet sich an einer unscheinbaren Stelle: der Zahlung. „Energy Sharing verändert die Logik der Abrechnung. Statt eines Kunden, eines Zählers und einer Jahresrechnung müssen Anbieter plötzlich den Verbrauch mehrerer Haushalte in Echtzeit zuordnen. Die meisten Abrechnungssysteme wurden dafür nicht gemacht“, erklärt Jonas Suijkerbuijk, Gründer und CEO von Billogram. Gemeinsam mit dem Digitalisierungsexperten ene’t arbeitet das schwedische Fintech an einer praktikablen Lösung für Energy Sharing. „Der regulatorische Durchbruch löst nicht automatisch das operative Problem – er verschiebt es. Für Energieversorger stellt sich die Frage, wie sich Modelle für Energy Sharing möglichst einfach und kosteneffizient umsetzen lassen. Wer hier früh in die Umsetzung geht, kann sich strategische Wettbewerbsvorteile sichern“, ordnet Tim Steufmehl, Partnermanager bei ene’t, ein. Gemeinsam mit Suijkerbuijk erläutert er, wo die größten Hürden in der praktischen Umsetzung liegen und welche Lösungsansätze sich daraus für Stromanbieter ergeben.

Starre Systemlandschaften bremsen Energy Sharing
Bei der Umsetzung gemeinschaftlicher Stromnutzungsmodelle stoßen Energieversorger häufig an die Grenzen ihrer bestehenden Systeme. „Viele Stromanbieter arbeiten mit historisch gewachsenen IT- und Abrechnungssystemen, also den internen Programmen, mit denen sie Kundendaten verwalten, Verbräuche berechnen und Rechnungen erstellen“, analysiert Steufmehl. Neue Sharing-Modelle lassen sich darin nur mit erheblichem Integrationsaufwand abbilden. Steufmehl beschreibt das Problem klar: „Wenn jede Stromcommunity eine vollständige Integration in bestehende ERP-Systeme erfordert, wird sie für die meisten Versorger wirtschaftlich unattraktiv.“ Hier setzt die Partnerschaft mit Billogram an. ene’t stellt eine White-Label-Lösung für Stromcommunitys bereit, die es Versorgern ermöglicht, ein innovatives Geschäftsmodell im eigenen Corporate Design anzubieten, während Billogram die Abrechnung übernimmt und für eine nahtlose Anbindung an bestehende Systeme sorgt. „Dadurch können Anbieter Energy Sharing parallel zu ihrem Kerngeschäft aufbauen, ohne ihre Systemlandschaft umbauen zu müssen. Besonders kleinere und mittelgroße Versorger profitieren davon, da sie neue Angebote deutlich schneller in den Markt bringen können, ohne langwierige IT-Projekte anstoßen zu müssen“, erklärt Steufmehl.

Stromabrechnungen werden sich grundlegend verändern
„Im klassischen Energiemarkt zahlen Kunden meist jeden Monat einen festen Abschlag und bekommen einmal im Jahr eine Abrechnung. Das ist ein Modell, das bei gleichbleibendem Verbrauch funktioniert, aber nicht für Situationen, in denen sich Stromerzeugung und Verbrauch ständig verändern“, erklärt Suijkerbuijk. In Stromcommunitys wird Energie je nach Zeitpunkt produziert und genutzt, abhängig unter anderem von Wetter und Jahreszeiten. „Deshalb müssen sich auch die Zahlungen am tatsächlichen Verbrauch orientieren“, so Suijkerbuijk. Dafür möchte ene’t eine verbraucherfreundlichere Logik einführen: Statt jährlicher Endabrechnungen rücken verbrauchsnahe, monatsscharfe Zahlungsprozesse in den Fokus. „Wir messen den tatsächlichen Stromfluss innerhalb der Community und Billogram macht daraus individuelle Transaktionen, die den realen Verbrauch abbilden“, erläutert Steufmehl. Laut dem Partnermanager ist das für die Akzeptanz unter Nutzern entscheidend: „Für Verbraucher hat das den Vorteil, dass sie genau sehen, wofür sie bezahlen. Keine blinden Pauschalen mehr oder Nach- oder Rückzahlungen am Ende des Jahres.“

Ab Juni beginnt die Skalierungsphase
Wenn Energy Sharing über Pilotprojekte hinaus in die breite Anwendung kommen soll, verschiebt sich die Frage von der Regulierung hin zum operativen Betrieb. „Der regulatorische Rahmen steht. Entscheidend dafür, ob Energy Sharing skalierbar wird, ist, ob Anbieter Tausende einzelner Zahlungsströme abwickeln können, ohne dass für jeden Einzelnen zusätzlicher operativer Aufwand entsteht“, erklärt Suijkerbuijk. Mit dem Inkrafttreten der gesetzlichen Grundlage steigt der Druck für Anbieter, solche Modelle schnell in die Praxis zu bringen. Die technischen Voraussetzungen dafür sind bereits vorhanden. Anbieter, die diese Möglichkeiten früh nutzen, können sich im entstehenden Markt gezielt positionieren und neue Geschäftsmodelle schneller etablieren als Wettbewerber.

PM: Billogram

PB: Jonas Suijkerbuijk, Gründer und CEO von Billogram / ©: Billogram








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