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Finanztip: Die Nachfrage nach Solaranlagen steigt derzeit deutlich


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Solar-Boom: 50 Prozent mehr Anfragen – Balkonkraftwerke rechnen sich oft schon nach drei Jahren

(WK-intern) – Mehrere Anbieter berichten gegenüber dem unabhängigen Geldratgeber Finanztip von rund 50 Prozent mehr Anfragen in den vergangenen Wochen.

Hintergrund ist unter anderem das drohende Ende der Einspeisevergütung für neue Anlagen.

Balkonkraftwerke können den Strombedarf eines Haushalts spürbar senken – sorgen aber nur begrenzt für Autarkie. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Finanztip.

Solarhandel meldet steigende Nachfrage

„Viele Verbraucher wollen zumindest einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen“, sagt Benjamin Weigl, Finanztip-Experte für Energie. „Balkonkraftwerke sind der günstige Einstieg in den Solarstrom und besonders für Miet- und Eigentumswohnungen empfehlenswert. Eine große Photovoltaikanlage bleibt die Lösung für alle, die eine sonnige Dachfläche haben und sich mit möglichst viel eigenem Strom selbst versorgen möchten.“

Balkonkraftwerke: schneller Einstieg, begrenzte Autarkie

Die kleinen Steckersolargeräte kosten häufig nur wenige hundert Euro. Sie können ohne aufwendige Installation am Balkon oder auf der Terrasse angebracht werden. Ein Beispielhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) kann mit einem kleinen Balkonkraftwerk mit zwei Solarmodulen etwa 15 Prozent des Strombedarfs selbst decken. Größere Balkonkraftwerke mit vier Modulen erreichen in diesem Beispiel eine Autarkie von etwa 20 Prozent.

„Durch die vergleichsweise niedrigen Anschaffungskosten amortisieren sich solche Anlagen schnell“, so Weigl. Ein kleines Balkonkraftwerk für etwa 400 Euro rentiert sich laut Finanztip-Berechnung nach knapp drei Jahren, eine größere Anlage für etwa 700 Euro nach rund dreieinhalb Jahren. Auch rechtlich ist der Betrieb einfacher geworden. Mieter haben inzwischen grundsätzlich einen Anspruch darauf, ein Balkonkraftwerk zu betreiben.

Große Photovoltaikanlagen liefern deutlich mehr Strom

Deutlich höher fällt die Autarkie bei klassischen Photovoltaik- (PV)-Anlage aus. Derselbe Beispielhaushalt kann mit einer Anlage mit 18 Solarmodule und einem Fünf-kWh-Batteriespeicher rund 72 Prozent seines Strombedarfs selbst decken. Allerdings sind die Investitionskosten deutlich höher: Eine solche Anlage kostet nach Marktbeobachtungen von Finanztip aktuell rund 14.000 Euro und amortisiert sich erst nach knapp 15 Jahren. Nach 20 Jahren ergibt sich dennoch ein Überschuss von über 5.400 Euro – unter anderem durch Einnahmen aus der Einspeisevergütung. „Wer viel Strom verbraucht oder künftig mehr Strom benötigt – etwa durch ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe – für den lohnt sich eine PV-Anlage deutlich schneller“, so der Energieexperte. „Sie sorgt für eine wesentlich höhere Unabhängigkeit vom Strommarkt.“

Wer sowieso eine Solaranlage anschaffen wollte, sollte dies 2026 angehen. Denn laut Plänen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie könnte die bestehende Einspeisevergütung für neue Solaranlagen ab 2027 abgeschafft werden. Dadurch würde sich die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen deutlich verschlechtern.

So hat Finanztip gerechnet

Grundlage der Berechnungen ist ein Beispielhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh. Für das Balkonkraftwerk wurde eine Montage an einer südlichen Balkonbrüstung ohne Verschattung und einem Anstellwinkel von 70 Grad angenommen.

Verglichen wurden zwei Varianten: ein kleines Balkonkraftwerk mit zwei Solarmodulen à 450 Watt-Peak (insgesamt 0,9 Kilowatt-Peak) zu Gesamtkosten von 400 Euro sowie ein größeres Balkonkraftwerk mit vier Modulen à 450 Watt-Peak (insgesamt 1,8 Kilowatt-Peak) zu Gesamtkosten von 700 Euro. Das kleine Balkonkraftwerk erzeugt etwa 770 kWh Strom pro Jahr, das größere gut 1.300 kWh. Stromertrag und Autarkiegrad wurden mithilfe des Stecker-Solar-Simulators der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) berechnet.

Zum Vergleich wurde eine Photovoltaikanlage mit 18 Solarmodulen à 450 Watt-Peak betrachtet (insgesamt 8,1 Kilowatt-Peak). Die angenommene Stromproduktion beträgt 1.000 kWh pro Kilowatt-Peak und Jahr. Ergänzt wurde die Anlage um einen Fünf-kWh-Batteriespeicher. Für Anlage und Speicher wurden Gesamtkosten von 14.000 Euro angesetzt. Zusätzlich berücksichtigt wurden Betriebskosten von 1,5 Prozent pro Jahr der Anschaffungskosten, ein Ersatz des Batteriespeichers nach zehn bis 15 Jahren zu etwa der Hälfte der heutigen Kosten sowie Mehrkosten für ein intelligentes Messsystem.

Ebenfalls eingerechnet wurden Vergünstigungen durch verringerte Netzentgelte nach Modul 1 des § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Der Autarkiegrad der PV-Anlage wurde mithilfe des Unabhängigkeitsrechners der HTW Berlin ermittelt.

Weitere Informationen

PM: Finanztip Verbraucherinformation GmbH

 








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