Werbung Fortschritte und Herausforderungen auf dem Weg zur klimaneutralen Energieversorgung Erneuerbare & Ökologie Forschungs-Mitteilungen Veranstaltungen Wasserstofftechnik 20. März 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Norddeutsches Reallabor: Beim Transferworkshop in Hamburg stellten die Projektpartner Meilensteine aus fünf Jahren Forschung und Praxis vor. (WK-intern) – Fünf Jahre nach seinem Start geht das Norddeutsche Reallabor (NRL) in die Ergebnisphase. Das vom Bundeswirtschaftsministerium mit 30 Mio. Euro geförderte Großprojekt zur Energiewende legt konkrete Handlungsempfehlungen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland vor. Mehr als 50 Partner aus Industrie, Energiewirtschaft, Wissenschaft und Politik arbeiten im Norddeutschen Reallabor (NRL) gemeinsam daran, neue Wege zur Klimaneutralität aufzuzeigen. Im Zentrum steht die Erzeugung von grünem Wasserstoff sowie dessen Integration in Industrie, Energieversorgung und Verkehr. „Nach fünf intensiven Jahren können wir festhalten, dass das NRL – trotz mancher Rückschläge – in vielerlei Hinsicht ein Leuchtturmprojekt für den Norden ist. Im letzten Projektjahr geht es nun darum, alle unsere Ergebnisse auszuwerten und einzuordnen. So können wir der Bundesregierung zum Projektabschluss im Frühjahr 2027 wichtige Impulse für die zukünftige Ausgestaltung der Energiewende geben“, erklärte Projektkoordinator Mike Blicker vom Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg auf dem diesjährigen NRL-Transferworkshop. Die Projektpartner des NRL kommen einmal im Jahr zu einem Transferworkshop zusammen, um die bisher erzielten Ergebnisse zu diskutieren und Synergien zwischen Teilvorhaben zu identifizieren. In diesem Jahr fand der Transferworkshop am 19. März im Forum Finkenau an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg statt und brachte rund 40 Akteure zusammen. Meilensteine aus Forschung und Praxis In den vergangenen Monaten konnte das Projekt wichtige Meilensteine erreichen: Im März wurde das NRL-Teilprojekt „iNeP – integrierte Netzplanung“ erfolgreich abgeschlossen. Gemeinsam entwickelten die Hamburger Energienetze und die Hamburger Energiewerke einen Planungsprozess, der erstmals eine integrierte Planung der Energieinfrastrukturen für Strom, Gas und Wärme im Hamburger Stadtgebiet ermöglicht. Zur Verwendung der Projektergebnisse sind die beiden Unternehmen in Abstimmung mit der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA). Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt von der Technischen Hochschule Hamburg (TUHH), der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) sowie der Technischen Hochschule Lübeck (THL), die in ihren Forschungsfeldern Werkzeuge und Methoden entwickelt haben, die den Netzplanungsprozess unterstützen können. Ein im März veröffentlichtes Whitepaper zeigt, wie sich Wasserstoffproduktion und Bioabfallverwertung sinnvoll miteinander verbinden lassen und welche Potenziale sich daraus für ein klimaneutrales Energiesystem ergeben. Grundlage ist ein Elektrolyseur, den die Stadtreinigung im vergangenen Herbst am Biogas- und Kompostwerk Bützberg errichtet hat. Forschende der Technischen Universität Hamburg (TUHH) untersuchten gemeinsam mit der Stadtreinigung Hamburg in ihrem NRL-Teilvorhaben die „Synergie von Power-to-Gas und Bioabfallbehandlung“. Im Teilprojekt „ResIKT – Resiliente Betriebsführung und IKT-Sicherheit“ analysierten Forschende der Universität Hamburg mögliche Cyberbedrohungen für digital vernetzte Wasserstoff- und Energiesysteme und entwickelten Schutzkonzepte für Energieinfrastrukturen. Die Analysen zeigen, dass mit der zunehmenden Sektorenkopplung auch neue Angriffspunkte für IT-basierte Störungen entstehen können. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise für die Stärkung der Resilienz künftiger Wasserstoffinfrastrukturen. Erste Ergebnisse aus den NRL Transformation Labs wurden Ende 2025 mit der sozialwissenschaftlichen Studie „Wasserstoff in der Industrie: Zwischen Aufbruch und Blockade“ veröffentlicht. Die vom Competence Center for Energy Transition (CC4E) der HAW Hamburg organisierte Veranstaltungsreihe brachte Fachakteur:innen aus Industrie, Verwaltung und Wissenschaft an einen Tisch, um Treiber und Hemmnisse der Energiewende zu identifizieren. Die Studie zeigt, dass der Wasserstoffhochlauf derzeit durch einen komplexen Hemmniskreislauf aus wirtschaftlichen, regulatorischen und infrastrukturellen Hürden gebremst wird. Kieler Konsortialtreffen in Planung Weitere Ergebnisse sollen beim Konsortialtreffen am 11. Juni 2026 in Kiel vorgestellt werden. Zu dem Treffen in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt hat sich auch Energiewendeminister Tobias Goldschmidt angekündigt, der eine Keynote halten wird. Über das Norddeutsche Reallabor Das Norddeutsche Reallabor (NRL) ist ein innovatives Verbundprojekt, das neue Wege zur Klimaneutralität aufzeigt. Dazu werden Produktions- und Lebensbereiche mit besonders hohem Energieverbrauch schrittweise defossilisiert – insbesondere in der Industrie, aber auch in der Wärmeversorgung und dem Mobilitätssektor. Hinter dem im April 2021 gestarteten Projekt steht eine wachsende Energiewende-Allianz mit mehr als 50 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Das Großprojekt hat eine Laufzeit von sechs Jahren (04/2021-03/2027). Das Investitionsvolumen der beteiligten Partner beträgt über 200 Mio. Euro. Das NRL ist Teil der Förderinitiative „Reallabore der Energiewende“ und wird mit rund 30 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Weitere Fördermittel werden durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) bereitgestellt. Das NRL versteht sich als ausbaufähige Plattform auch für weitere Projekte. Mehr Informationen zum Norddeutschen Reallabor finden Sie unter www.norddeutsches-reallabor.de PM: HOCHSCHULE FÜR ANGEWANDTE WISSENSCHAFTEN HAMBURG / Competence Center für Energiewende PB: NRL Weitere Beiträge:Mit Wasserstoff zum Klimaziel: PwC Strategy& wird Mitglied im DWVZusammenarbeit für CO2-freie Ethylenproduktion von Linde und CoolbrookAutomobilentwickler diskutieren Zukunftslösungen auf dem 13. internationalen Stuttgarter Symposium