Werbung BMW Foundation Herbert Quandt zeigt: Energiewende polarisiert E-Mobilität Erneuerbare & Ökologie Ökologie Technik 11. Februar 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Unterstützung für das Ziel, Kritik an der Umsetzung (WK-intern) – Die Menschen in Deutschland unterstützen die Energiewende weiterhin, doch das Thema polarisiert zunehmend. Der „Zukunftsmonitor Energiewende 2026” des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der BMW Foundation Herbert Quandt zeigt: Nach wie vor hält eine relative Mehrheit von 43 Prozent die Energiewende mit Atomausstieg und dem Ausbau erneuerbarer Energien für den richtigen Weg. 2012 waren es allerdings noch 73 Prozent. Besonders ausgeprägt sind die Zweifel in Ostdeutschland, wo nur 33 Prozent den eingeschlagenen Weg unterstützen. Auch parteipolitisch treten die Konfliktlinien klar zutage: Während bei Anhängern von AfD und FDP die Ablehnung klar überwiegt, sprechen sich neben Grünen- auch SPD- und Linke-Anhänger überwiegend für den eingeschlagenen Weg aus. Bei Unions-Anhängern sind Befürworter (40 Prozent) und Kritiker (36 Prozent) etwa gleich stark. Heba Aguib, Mitglied des Vorstands der BMW Foundation, wertet die Zahlen als Weckruf. „Energie ist ein dominierender Faktor in der Geopolitik und zugleich ein limitierender Faktor im globalen KI-Rennen. Eine echte Zeitenwende kann nur mit einer konsequenten Energiewende gelingen. Dafür braucht es den gesellschaftlichen Rückhalt.” Energiesicherheit zählt zu den zentralen Themen der aktuellen geopolitischen Umbrüche, gerade für ein Land wie Deutschland mit wenigen Energierohstoffen. Aguib betont: „Es geht um bezahlbare, sichere und saubere Energie. Dafür braucht es eine diversifizierte Energiestrategie, den Ausbau leistungsfähiger Netze und die gezielte Unterstützung der Gesellschaft. Wer Deutschland schützen will, muss die Energiewende verteidigen.“ Sorge vor Belastungen, persönlicher Nutzen nicht erkennbar Auffällig ist vor allem der Vertrauensverlust unter den Befürwortern der Energiewende. Nur noch ein Drittel von ihnen war im Befragungszeitraum Ende 2025 überzeugt, dass die Politik die richtigen Maßnahmen ergreift. Anfang 2025 waren es noch 52 Prozent. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht das Ziel der Energiewende infrage steht, sondern die Wahrnehmung ihrer Umsetzung. Deutschland braucht nicht nur eine technologische, sondern auch eine kommunikative Strategie für die Energiewende. Eine Mehrheit der Befragten beklagt Informationsdefizite. 57 Prozent fühlen sich „gar nicht gut“ oder „weniger gut“ über die Ziele und Fortschritte bei der Energiewende informiert – nur 34 Prozent „gut“ oder „sehr gut“. Deutschlandweit sagen kaum Menschen, dass die Energiewende positive Folgen für sie persönlich hat. Nur jeder Achte sieht durch die Energiewende für seine persönliche Situation eher Vorteile (14 Prozent) – mehr als ein Drittel sieht eher Nachteile (37 Prozent). Vor allem mögliche Belastungen durch die Energiewende machen den Menschen Sorgen. Drei von vier Befragten (77 Prozent) betrachten die Energiewende als sehr starke oder starke Belastung für die Bürger – ebenso viele sagen dies für die Wirtschaft. Fördern statt verbieten: Mehrheit gegen Kürzung von Subventionen Die Zahlen zeigen allerdings auch, dass die Menschen ein differenziertes Bild haben und die Energiewende nicht rundheraus ablehnen. Bei der Frage nach den Vorstellungen, wie die Energieversorgung am besten gesichert werden kann, sprachen sich die meisten Befragten für einen Ausbau von Biomasse- und Biogasanlagen (61 Prozent), einen Ausbau der Stromnetze (61 Prozent), die finanzielle Unterstützung der Nutzung von erneuerbaren Energien (60 Prozent) aus. Für Erdwärme (54 Prozent) und den Bau von Solarparks (50 Prozent) finden sich ebenfalls Mehrheiten. Eindeutig fällt die Antwort auf die Frage aus, ob Subventionen für den Ausbau erneuerbarer Energien gekürzt werden sollten: 57 Prozent halten das für keinen guten Vorschlag, nur 19 Prozent sprechen sich dafür aus. Selbst AfD-Anhänger, die die Energiewende insgesamt am kritischsten sehen, bewerten diese Frage ambivalent. Mit 39 Prozent liegen die Befürworter von Subventions-Streichungen nur knapp vor denjenigen, die das für keinen guten Vorschlag halten (34 Prozent). Kommunikation wird zum Erfolgsfaktor Mit zunehmender Komplexität der Energiewende steigen die Erwartungen an politische Führung: Orientierung, Planbarkeit und Verlässlichkeit werden für die gesellschaftliche Akzeptanz immer wichtiger. Aguib: „Die Energiewende tritt in eine neue Phase ein. Politische Steuerung, Priorisierung und Infrastrukturfragen gewinnen an Bedeutung. Entscheidend für ihren Erfolg wird jedoch zunehmend, wie Maßnahmen umgesetzt, erklärt und sozial flankiert werden. Wenn Politik und Wirtschaft diese Erwartungen gemeinsam aufgreifen, lässt sich die gesellschaftliche Unterstützung für eines der zentralen Zukunftsprojekte Deutschlands langfristig sichern.” Der Zukunftsmonitor Energiewende 2026 ist repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 16 Jahren. Er stützt sich auf insgesamt 1.029 mündlich-persönlichen Interviews, die zwischen 22. November und 4. Dezember 2025 vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der BMW Foundation durchgeführt wurden. Über die BMW Foundation Die BMW Foundation Herbert Quandt vereint die klügsten Köpfe aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um gemeinsam zukunftsorientierte Ansätze und Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit voranzutreiben. Zusammen arbeiten wir über Grenzen, Kulturen und Systeme hinweg an der Förderung einer innovativen und verantwortungsbewussten Wirtschaft und einer offenen, zukunftsfähigen Gesellschaft. PM: BMW Foundation Herbert Quandt PB: Bruno Le Maire, ehemaliger französischer Wirtschaftsminister und Autor / Copyright BMW Foundation / Marc Beckmann Weitere Beiträge:Das Windwasserkraftwerk von La Gomera macht die Insel von Süßwasser und Energie autarkStuttgarter Erklärung: Moderne Kernkraft ist wichtiger Baustein im Energiemix der ZukunftBayWa legt Zahlen zum dritten Quartal 2024 vor: außerordentliche Wertminderungen im Segment Erneuerb...