Werbung




Sinkende Zuschlagswerte: Starker Wettbewerb setzt die Branche unter Druck


Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels

(WK-intern) –  Die gestern veröffentlichten Zuschlagszahlen für August 2026 zeigen: Der Wettbewerb bei Windenergie an Land ist weiterhin hoch und führt zu deutlich sinkenden Zuschlagswerten. Seit August 2024 ist der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert von 7,33 auf 4,79 Cent pro Kilowattstunde gesunken – ein Rückgang um 35 Prozent. 

Der starke Wettbewerb setzt die Branche unter erheblichen Kostendruck. Die Zahl der Projekte, die sich bereits im Genehmigungsverfahren befinden, ist weiterhin hoch. „Hier zeigt sich eine gewisse Torschlusspanik der Branche“, kommentiert Bärbel Heidebroek, Präsidentin des BWE. „Viele Unternehmen versuchen, ihre Projekte noch zum Zuschlag zu bringen, bevor die anstehende EEG-Novelle neue Unsicherheit in den Markt trägt. Gleichzeitig zeigen die niedrigen Gebote, dass Projektierer bereit sind, auf Marktchancen zu setzen.”

Verlässlicher Rahmen für Investitionen notwendig

Die Ausschreibungen kommen fast zeitgleich mit den für nächste Woche erwarteten parlamentarischen Beratungen zum EEG 2027 und zum Netzanschlusspaket. Der BWE interpretiert sie als Signal für die Ausgestaltung des neuen Förderrahmens, der stabile Rahmenbedingungen und Raum für Investitionsentfaltungen bieten muss. Ein Marktwertkorridor, der den Anlagen innerhalb bestimmter Grenzen an steigenden Markterlösen teilhaben lässt, schafft einen Anreiz, mit niedrigeren Absicherungswerten in die Ausschreibung zu gehen. Das kann die Förderkosten stärker begrenzen als ein System, das von vornherein auf einen fixen Erlös zielt.

Zwar schafft das zusätzliche Ausschreibungsvolumen ab 2027 Perspektiven für weiteren Zubau, kurzfristig ändert es aber nichts am hohen Wettbewerbsdruck. Dieser schlägt sich zunehmend auf die Wirtschaftlichkeit der Projekte nieder und zeigt sich unter anderem bei den deutlich sinkenden Pachten.

Korrekturen für den Süden

Die aktuellen Zuschlagszahlen zeigen auch, in welchen Bereichen der Rechtsrahmen nachgeschärft werden muss. Von den 237 bezuschlagten Geboten entfielen lediglich 22 auf Projekte in der Südregion. Im Süden muss das vorhandene Potenzial jetzt genutzt werden. Dort gibt es inzwischen eine solide Genehmigungsgrundlage, während der Zubau in den vergangenen Jahren deutlich hinter dem Bedarf zurückgeblieben ist. Der BWE schlägt deshalb vor, 2027 und 2028 jeweils 3.000 Megawatt Windenergie für die Südregion auszuschreiben. Ein solches Sondervolumen ist europarechtlich zulässig, wie ein aktuelles Rechtsgutachten im Auftrag des LEE Bayern und der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg zeigt.

Windenergie braucht ein funktionierendes Energiesystem

Damit Wind an Land seine zentrale Rolle im künftigen Energiesystem einnehmen kann, muss die Politik jetzt den nächsten Schritt gehen. Neben einem verlässlichen Rechtsrahmen und ausreichenden Ausschreibungsvolumina braucht es bessere Möglichkeiten, den erzeugten Strom systemdienlich zu nutzen. Dazu gehören grünes Licht für Speicher und Sektorenkopplung, die Nutzung von Strom, der am Netzverknüpfungspunkt nicht aufgenommen werden kann, sowie bessere Rahmenbedingungen für Direktbelieferung und PPAs.








Top