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Bürger bemängeln das neue EEG: Keine Bürgerenergie mehr?

PB: Die Energiewende vor Ort: von Menschen für Menschen. Die Regierung muss dieses Engagement stützen, nicht verhindern / ©: Bürgerwerke eG
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Immer mehr Akteur:innen der Erneuerbaren-Branche melden enorme Hürden beim Ausbau der Erneuerbaren Energien, sollte der EEG-Entwurf unverändert verabschiedet werden.

(WK-intern) – Vor allem Projekte lokaler Energiegenossenschaften sind stark gefährdet.

Energiegenossenschaften bringen die Energiewende vor Ort voran, beteiligen die Menschen in der Region und sorgen für Akzeptanz von Energiewende-Maßnahmen.

Doch die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und das neue Netzanschlusspaket gefährden ihre Arbeit massiv. Besonders zwei Regelungen drohen, Investitionen in lokale Erneuerbare-Energien-Projekte gänzlich zu verhindern: neue Risiken beim Netzanschluss und die verpflichtende Direktvermarktung für kleine Photovoltaik-Anlagen.

„Wir erleben vor Ort eine enorme Bereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern, gemeinsam in die Energiewende zu investieren. Was uns fehlt, sind nicht die Projekte oder das Kapital, sondern verlässliche Rahmenbedingungen“, sagt Juna Schönborn, Pressesprecherin der Bürgerwerke. „Wenn neue gesetzliche Risiken dazu führen, dass sich Projekte nicht mehr finanzieren lassen, wird ausgerechnet die Bürgerenergie ausgebremst.“

Risiken beim Netzanschluss erschweren oder verhindern Erzeugung

Schon heute warten viele Solar- und Windprojekte lange auf einen Netzanschluss. Mit dem geplanten Redispatch-Vorbehalt sollen Anlagen in Netzengpassgebieten künftig unter Umständen nur angeschlossen werden, wenn Betreiber auf einen Teil der Entschädigung für Abregelungen verzichten.

Für lokal verankerte Energiegenossenschaften ist das besonders problematisch: Sie können ihre Projekte nicht einfach in eine andere Region verlagern. Werden die finanziellen Folgen eines fehlenden Netzausbaus auf die Projektbetreiber übertragen, sind viele geplante Anlagen wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.

Kein funktionierender Markt für kleinere PV-Projekte

Auch bei kleineren Photovoltaik-Anlagen droht eine Hürde, die insbesondere Genossenschaften trifft. Nach einer Übergangsphase sollen Anlagen ihren Strom direkt vermarkten müssen. Für kleine Dach- und Mieterstrom-Projekte fehlen dafür bislang jedoch wirtschaftliche und massentaugliche Angebote.

Felix Schäfer, Vorstand der Bürgerwerke, sagt dazu: „Das Hauptargument für die Novelle ist eine bessere Marktintegration der Erneuerbaren Energien. Diese ist grundsätzlich wichtig. Sie funktioniert aber nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Solange wirtschaftliche Direktvermarktungsangebote für kleine Anlagen kaum verfügbar sind, werden Energiegenossenschaften an der Teilhabe gehindert.“

Bundestag muss Bürgerenergie ermöglichen, nicht ausbremsen

Energiegenossenschaften bringen privates Kapital, regionale Wertschöpfung und gesellschaftliche Beteiligung zusammen. Davon profitieren alle Beteiligten. Sollte die Bundesregierung nicht nachbessern, um dieses Engagement auch in Zukunft zu erhalten, komme sie ihrem Auftrag nicht nach, so Schäfer. „Die Regierung verspielt damit Wohlstandspotenziale durch erfolgreiche lokale Wertschöpfung mit Erneuerbaren Energien in Bürgerhand.“

Auf weact, der Petitionsplattform von Campact, hat Andreas Arens, Geschäftsführer der Zopf Energieanlagen GmbH, eine Petition gestartet. Er und bereits fast 16.000 Menschen aus der Branche fordern die Bundesregierung auf, das EEG und das Netzanschlusspaket zu überarbeiten. Die Bürgerwerke sind unter den Erstunterzeichnenden dieser Petition und bitten alle Akteur:innen der Branche um ihre Unterschrift.

Die Bürgerwerke ermöglichen Menschen, die Energiewende in Gemeinschaft umzusetzen.
Seit zehn Jahren zählen wir zu den wenigen echten Ökostrom-Anbietern in Deutschland. Mittlerweile haben wir uns zum größten deutschen Netzwerk von Energiegenossenschaften entwickelt. Mit mehr als 65.000 Menschen in über 150 Energiegenossenschaften arbeiten wir auf ein Ziel hin: Die Umsetzung der Energiewende in Bürgerhand.

PM: Bürgerwerke eG

PB: Die Energiewende vor Ort: von Menschen für Menschen. Die Regierung muss dieses Engagement stützen, nicht verhindern / ©: Bürgerwerke eG








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