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Wie entwickeln sich die Marktpreise für erneuerbare Energie?


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(WK-intern)Der PPA-Preisindex von LevelTen Energy für das zweite Quartal zeigt erstmals seit einem Jahr gestiegene europäische P25-Preise für Solar-PPAs (Power Purchase Agreement, Stromabnahmevertrag). Getrieben wird diese Entwicklung durch die stark anziehenden Gaspreise. Dennoch gewinnen höher bepreiste Hybrid-PPAs an Beliebtheit, da Käufer dem Wert Vorrang vor den Kosten einräumen.

Berlin, 23. Juli 2026 – Der PPA-Preisindex von LevelTen Energy nennt Fakten: Nach vier Quartalen mit rückläufigen Preisen verteuerten sich europäische Solar-PPAs wieder. Die größten Preisanstiege gegenüber dem Vorquartal verzeichneten mitteleuropäische Länder. Für Wind-PPAs sanken die Preise hingegen das fünfte Quartal in Folge. Gleichzeitig führt der durch Speicherlösungen geschaffene Mehrwert zu einem starken Anstieg hybrider Verträge auf dem gesamten Kontinent.

Der European PPA Price Index von LevelTen Energy, dem weltweit größten Marktplatz für saubere Energie, enthält erstmals Daten zu hybriden PPAs. Die Analyse basiert auf sogenannten P25-Preisen, die das 25. Perzentil und damit das günstigere Marktsegment abbilden. Der Wert gibt an, dass 25 Prozent aller erfassten PPA-Angebote unter diesem Preis liegen und 75 Prozent darüber.

Dem am 23. Juli veröffentlichten Index zufolge fielen die Preise für Wind-PPAs im zweiten Quartal dieses Jahres um 1,6 Prozent. Gleichzeitig stoppte der marktweite Durchschnittspreis für Solar-PPAs seinen einjährigen Abwärtstrend und stieg um 2,8 Prozent. Kräftige Preiserhöhungen in Deutschland und Polen prägten diese Entwicklung. In diesen Märkten trieben die Auswirkungen des knappen globalen Gasangebots die Großhandelstrompreise überproportional in die Höhe.

Auf marktspezifischer Ebene stellt sich die Lage jedoch komplexer dar

„Obwohl der europäische Durchschnittspreis für Solarenergie in diesem Quartal gestiegen ist, gehen die Trends in den einzelnen Märkten stark auseinander“, sagte Placido Ostos, Director of European Analytics bei LevelTen Energy. „Im vergangenen Quartal fielen die Preissteigerungen in Deutschland und Polen so deutlich aus, dass sie den europäischen Durchschnitt nach oben trieben. Die Preise in anderen Märkten sanken dagegen.“

Der Rückgang der Preise für Solar-PPAs in den letzten Jahren wurde durch ein hohes Angebot vorangetrieben. Gleichzeitig stieg das Risiko negativer Preise. Besonders ausgeprägt war diese Dynamik in Märkten mit einem hohen Anteil an Solarenergie wie Spanien und Deutschland. Wenn große Mengen an Solarstrom gleichzeitig ins Netz eingespeist werden, entsteht ein Überangebot. Dieses kann die Marktpreise auf ein niedriges oder sogar negatives Niveau drücken und die Projekteinnahmen schmälern. Die Entwicklung beschleunigt sich: Frankreich, Deutschland, Spanien und Polen verzeichneten im ersten Halbjahr 2026 jeweils mehr Stunden mit negativen Preisen als im gesamten Jahr 2025.

„In Märkten mit starker Solar-Preiskannibalisierung beobachten wir zwei parallele Entwicklungen“, erklärte Ostos weiter. „Zum einen herrscht angesichts des Überangebots an Solarstrom ein enormer Wettbewerb zwischen den Projekten. Dieser verursacht die Preiskannibalisierung. Daraus ergibt sich ein zweites Problem: Solar-PPAs erzielen am Markt nur begrenzte Erlöse. Projektentwickler müssen deshalb sehr niedrige PPA-Ausübungspreise anbieten, um für Käufer attraktiv zu sein. Beide Faktoren verstärken den Preisverfall, den wir in mehreren Märkten sehen.“

Projektentwickler reagieren darauf, indem sie Solarprojekte hybridisieren – also mit Batteriespeichern kombinieren. Dies sorgt für eine neue Flexibilität bei der Stromlieferung und erschließt zusätzliche Erlöspotenziale.

Der neue Hybrid-Index von LevelTen zeigt: Die Preise für Hybrid-PPAs liegen 24 Prozent über denen für Solar-PPAs und gleichzeitig 15 Prozent unter denen für Wind-PPAs. Dennoch können Hybrid-PPAs deutlich höhere Abrechnungswerte erzielen. Analysen von LevelTen belegen, dass ein Speicher bei einem Solarprojekt in Märkten wie Deutschland den realisierten Wert um bis zu 80 Prozent steigern kann. Viele Energieeinkäufer in Unternehmen entscheiden sich deshalb für hybride Verträge statt für eigenständige PPAs.

Deutschland und Spanien spielen bei hybriden Strukturen eine zentrale Rolle. Ganze 29 Prozent aller europäischen PPA-Angebote im Q2-Preisindex von LevelTen stammten von Hybridprojekten aus diesen beiden Ländern. Dort gab es im Laufe des Quartals mehr Angebote für hybride PPAs als für jede andere Vertragsart. Auch in Bulgarien, Polen, Lettland, Griechenland, Litauen und Portugal zeigte sich dieser Trend.

 

„Da Deutschland ein Land mit ausgeprägter Preiskannibalisierung und häufigen negativen Strompreisen ist, zeigt sich hier ein beachtlicher Markt für Hybrid-PPAs“, sagte Pieter van der Meulen, Country Manager für Deutschland bei LevelTen Energy Europe. „Besonders gefragt sind sogenannte Green-BESS-Verträge. Dabei darf die Batterie ausschließlich über eine am selben Standort betriebene Anlage zur Erzeugung erneuerbarer Energie geladen werden. Diese Strukturen unterliegen deutlich weniger regulatorischen Hürden als Batterien mit bidirektionalem Netzzugang. Dennoch bieten sie Käufern einen erheblichen Mehrwert.“

 

„Speicher ermöglichen zahlreiche neue Produktarten, die den Marktdruck mindern und den Wert eines PPA für Käufer und Verkäufer erhöhen können“, ergänzte Ostos. „Bei LevelTen beobachten wir ein rasch wachsendes Marktinteresse an hybriden Angeboten. Die Zahl neuer Hybridangebote hat sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.“

 

Weitere Informationen unter leveltenenergy.com.

 

FAQs:

 

  • Was ist ein „Hybrid-PPA“?
    Hybrid-PPA ist ein Oberbegriff für verschiedene Stromabnahmestrukturen, die Speicher mit Erzeugungsanlagen kombinieren. Die häufigste Kombination besteht aus Solaranlage und Batteriespeicher. Hybride Verträge können die Wirtschaftlichkeit eines PPA gegenüber eigenständigen PPAs verbessern.
    Seit 2025 gewinnen Hybrid-PPAs an Beliebtheit. Grund dafür ist der sinkende Wert einiger Projekte in Europa. Das Überangebot an sauberer Energie drückt die Spotmarktpreise, insbesondere während der Spitzenzeiten der Solarenergieerzeugung.
    Hybrid-PPAs können diesen Wertverlust durch verschiedene Abnahmestrukturen abmildern. LevelTen hat diese hier ausführlich erläutert. Jedes dieser Produkte bietet Vorteile für unterschiedliche Abnehmerprofile. Alle verfolgen jedoch dasselbe grundlegende Ziel: die Optimierung der erzielten Preise für die Erzeugungsanlage. Dafür wird Energie während Niedrigpreisphasen gespeichert und während Hochpreisphasen abgegeben.

 

  • Wie werden hybride PPAs im Vergleich zu Pay-as-produced-PPAs bewertet?
    Abnehmer berücksichtigen bei der Bewertung von PPAs zahlreiche Faktoren. Zu den wichtigsten zählen jedoch Preis und Wert. Hybrid-PPAs sind zwar teurer als Pay-as-produced-PPAs. Die Daten von LevelTen zeigen jedoch, dass sie über die gesamte Vertragslaufzeit einen höheren Wert liefern.
  • Welche hybriden Vertragsstrukturen berücksichtigt der Hybrid-Index von LevelTen?
  • TBx: Ein virtueller Speichervertrag, der eine Arbitrage mit einem Zyklus pro Tag nachbildet. Dabei werden eine perfekte Arbitrage und eine einwandfreie Leistung des BESS vorausgesetzt. Sein größter Vorteil ist die einfache Struktur.
  • TBx + PPA: Eine virtuelle Vereinbarung für ein PPA und ein TBx. Beide werden gemeinsam am Abnahmepunkt abgeschlossen und ermöglichen dem hybriden Projekt einen stabileren Wert.
  • Green BESS: Ein Vertrag für eine am selben Standort betriebene Erzeugungsanlage, üblicherweise Photovoltaik, und einen Speicher. Die Batterie wird ausschließlich über die Anlage und nicht über das Netz geladen. Dies ermöglicht eine profilierte Strombereitstellung und vollständige Transparenz bei Herkunftsnachweisen (GO).
  • Hybrid Floating Block: Ein virtueller Vertrag, der die Erlösquote verbessert und die „Duck Curve“ abmildert. Dafür wird die tatsächlich erzeugte Strommenge einer Anlage über einen vorab festgelegten Zeitraum nach einem vereinbarten Profil verteilt.
  • Hybrid Fixed Block: Eine virtuelle Vereinbarung, bei der Energie in festgelegten Lieferprofilen bereitgestellt wird.

 

Weitere Informationen zu den einzelnen Strukturen und ihrer Eignung für unterschiedliche Abnehmerprofile sind hier verfügbar.

 

  • Wie normalisiert LevelTen die Preise verschiedener hybrider Vertragsstrukturen für den Hybrid-Index?
    PPAs weisen neben dem Preis zahlreiche weitere Merkmale auf. Dazu zählen Vertragsbeginn, Laufzeit, Standort, Klauseln zu negativen Preisen, Projektgröße und weitere Faktoren. LevelTen hat detaillierte Analyseverfahren entwickelt, die alle relevanten Faktoren bei der Bewertung hybrider Angebote berücksichtigen. Daraus ergibt sich ein normalisierter Wert, der als Projected Settlement Value (PSV) bezeichnet wird. Er entspricht dem Barwert eines Projekts je Megawattstunde (MWh). Zusätzlich zum PSV wird auch der Barwert der Projektkosten berechnet.

    Die Preise hybrider Angebote bestehen üblicherweise aus zwei Teilkomponenten: Eine entfällt auf das PPA selbst, die andere auf die BESS-Komponente, also den Speicher. LevelTen wendet auf beide Komponenten dasselbe Analyseverfahren an. Dies ermöglicht, sofern zutreffend, die getrennte Berechnung der gesamten Barwertkosten pro MWh für Erzeugung und Speicherung. Einige hybride Verträge wie TBx beziehen sich ausschließlich auf Speicher, andere umfassen beide Komponenten. Die getrennte Kostenermittlung ermöglicht deshalb eine vertragsneutrale Preisnormalisierung.

    LevelTen simuliert die Speicher- und Erzeugungskomponenten eines Projekts, um die Gesamtkosten des Angebots zu ermitteln. Der Barwert dieser Gesamtsumme wird durch den Barwert der vertraglich erwarteten abgerechneten Energiemenge geteilt. Dadurch erhält man einen Wert pro MWh. Dieser kann als „Preis“ des jeweiligen Angebots verstanden werden und ermöglicht den Vergleich unterschiedlichster Vertragsstrukturen.

 

Über den PPA-Preisindex

Der PPA-Preisindex von LevelTen Energy veröffentlicht vierteljährlich die Preise, zu denen Entwickler von Wind- und Solarprojekten Stromabnahmeverträge auf dem LevelTen Energy Marketplace anbieten. Dieser umfasst die weltweit größte Sammlung von PPA-Preisangeboten aus 35 Ländern in Nordamerika und Europa.

 

Die dem Index zugrunde liegenden Angebote stammen aus Projekten, die sich aktuell in der Entwicklung befinden und auf dem LevelTen Energy Marketplace veröffentlicht sind. Dadurch erhält die Branche einen transparenten und bislang einzigartigen Einblick in tatsächliche PPA-Preisangebote. Es handelt sich um reale Marktdaten und nicht lediglich um Schätzungen darüber, wie hoch PPA-Preise sein könnten oder sollten. Der PPA-Preisindex von LevelTen weist für jedes Land P25-Preise aus. Zusätzlich enthält er Preisspannen nach Technologieart für den jeweiligen Kontinent, darunter P10, P25, P50, P75 und P90. Jeder Bericht umfasst eine kostenlose Zusammenfassung mit den kontinentalen P25-Preistrends.

Grafiken: tech2com UG (haftungsbeschränkt)

 

 








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