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Solarenergie droht ihren Vorsprung zu verlieren


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(WK-intern)DIW Energiewende-Monitor: Photovoltaik fällt hinter steigende Ausbauvorgaben zurück – Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge gewinnen Marktanteile, kommen aber zu langsam voran – Strompreise zeigen wachsenden Flexibilitätsbedarf – Großbatterien wachsen

Die Energiewende in Deutschland kommt weiter voran, ihr mangelt es aber in zentralen Bereichen an Tempo. Auch bei der bislang besonders erfolgreichen Photovoltaik reicht die Dynamik nicht mehr aus, um die steigenden Ausbauziele bis 2030 zu erreichen. Zwar liegt die installierte Leistung derzeit noch über dem Ausbaupfad, sie könnte diesen Vorsprung jedoch bald verlieren. Gleichzeitig bleiben die Fortschritte bei Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen zu gering. Zudem mangelt es dem Stromsystem trotz eines anziehenden Zubaus von Großbatterien an Flexibilität. Das zeigt der aktuelle Energiewende-Monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), der die Entwicklung zentraler Energiewendetechnologien im ersten Halbjahr 2026 analysiert.

Während die Photovoltaik 2023 und 2024 deutlich stärker wuchs als gesetzlich vorgesehen, hält ihr Ausbau aktuell mit dem steigenden Zielpfad nicht mehr mit. Ihr Ausbautempo lag zuletzt nur noch bei knapp 80 Prozent des künftig erforderlichen Tempos – nach knapp 90 Prozent im vorangegangenen Halbjahr. Auch die Windkraft an Land wuchs weiterhin viel zu langsam. Auf See hat sich der Ausbau durch neu ans Netz gegangene, große Windparks deutlich beschleunigt, doch lange Vorlaufzeiten und zögerliche Investitionen gefährden die Zielerreichung.

„Die Energiewende macht weiterhin Fortschritte, aber in den meisten Bereichen nicht schnell genug. Besonders bei Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen bleibt ein echter Durchbruch bislang aus. Dieser wäre aber auch nötig, um die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten zu verringern“, sagt Studienautor Wolf-Peter Schill, Leiter des Forschungsbereichs Transformation der Energiewirtschaft im DIW Berlin. 

Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge gewinnen Marktanteile

Im ersten Quartal 2026 war fast jede zweite neu verkaufte Heizung eine Wärmepumpe. Gleichzeitig wurden jedoch weiterhin viele fossile Heizungen abgesetzt. Auch Elektrofahrzeuge gewannen Marktanteile. Knapp jedes vierte neu zugelassene Auto war im ersten Halbjahr 2026 rein batterieelektrisch, und auch bei den Nutzfahrzeugen steigen die Anteile. Dennoch dominieren Verbrennungsmotoren weiterhin klar die Neuzulassungen. 

„Die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr ist ein Schlüssel für das Erreichen der Klimaneutralität. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz dürfte den Hochlauf von Wärmepumpen aber kaum beschleunigen, während die Debatte über das Aus vom Verbrenner-Aus die Elektromobilität auszubremsen droht“, so Schill.

Preisentwicklung zeigt fehlende Flexibilität im Stromsystem

Bei der Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem wächst zudem der Handlungsdruck. Im ersten Halbjahr 2026 kam es in 291 Stunden zu negativen Strompreisen – deutlich mehr als im zweiten Halbjahr 2025 mit 184 Stunden, aber weniger als im ersten Halbjahr 2025 mit 389 Stunden. Die rechnerischen Verluste der Stromerzeugung in diesen Stunden erreichten mit rund 430 Millionen Euro einen neuen Rekordwert. Gleichzeitig fallen die Strompreise mittags durch die hohe Solarstromerzeugung immer stärker, während sie abends steigen. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Speicher und andere Flexibilitätsoptionen bislang nicht im gleichen Tempo wachsen wie die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie. Gleichwohl entwickelt sich der Markt für Großbatterien positiv. Ihr Zubau hat sich gegenüber dem vorangegangenen Halbjahr fast verdoppelt, und die insgesamt am Netz befindliche Speicherkapazität stieg innerhalb von sechs Monaten um die Hälfte. Der Ausbau könnte jedoch noch deutlich schneller erfolgen, wenn Netzanschlüsse zügiger bereitgestellt würden.

Ausbauziele konsequent verfolgen

„Die Voraussetzungen für eine deutliche Beschleunigung der Energiewende sind heute viel besser als noch vor wenigen Jahren – nicht zuletzt wegen verbesserter Rahmenbedingungen und technologischer Fortschritte bei Schlüsseltechnologien. Umso wichtiger ist es, an den Ausbauzielen festzuhalten und die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr viel entschlossener voranzutreiben als zuletzt“, sagt Schill. Eine solche Entwicklung sei nicht nur für den Klimaschutz wichtig, sondern würde auch die Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieimporten verringern.

Grafik: DIW Berlin 








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