Werbung EU-Projekt UPLIFT entwickelt Bohrtechnik für mehr Wärme aus bestehenden Bohrungen Erneuerbare & Ökologie Geothermie 20. Juli 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels (WK-intern) – Die Wärmewende braucht verlässliche und wirtschaftliche Wärmequellen. Genau hier setzt das europäische Forschungsprojekt UPLIFT an. Partner aus fünf Ländern entwickeln eine innovative Bohrtechnologie für die tiefe Geothermie weiter. Das Fraunhofer IEG demonstriert die Einsatzbereitschaft seiner Bohrtechnik MTD® in einem drei Kilometer Tiefen Bohrloch. Ziel der Entwicklung ist es, bestehende Geothermiebohrungen zu ertüchtigen und besser zu nutzen sowie wirtschaftliche Risiken bei der Erschließung neuer Bohrungen zu senken. Das Vorhaben wird im EU-Forschungsprogramm »Horizon Europe« mit rund 10,9 Millionen Euro gefördert. »Viele Geothermie-Projekte bleiben heute hinter den erwarteten Wärmeleistungen zurück, weil die Fördermengen an Tiefenwasser zu klein sind«, sagt Niklas Geißler, Gruppenleiter Mikro-Bohrtechnologie am Fraunhofer IEG. »Mit der MTD®-Technologie schaffen wir neue Möglichkeiten, bestehende Bohrungen gezielt zu erweitern. Dadurch lassen sich Erfolgschancen steigern und Projekte schneller zur Umsetzung bringen.« Mehr Wärme aus vorhandenen Bohrungen Das Alleinstellungsmerkmal der MTD®-Technologie liegt darin, bestehende Tiefbohrungen gezielt zu erweitern. Sie kann von vorhandenen Bohrungen kleine Seitenäste erbohren. Diese erschließen weitere Bereiche im Untergrund und verbessern den Kontakt zum wasserführenden Gestein. Dadurch steigt die Chance, mehr warmes Wasser aus einem bestehenden Brunnen zu gewinnen. Für Projektentwickler und Betreiber geothermischer Anlagen ist dieser Ansatz besonders interessant. Sie können bestehende Investitionen besser nutzen und gleichzeitig technische Risiken verringern. Das beschleunigt die Entwicklung neuer Projekte und verbessert die Wirtschaftlichkeit der tiefen Geothermie. Mit dem Ausbau klimaneutraler Wärmeversorgung wächst der Bedarf an geothermischen Lösungen. Gleichzeitig müssen Projekte wirtschaftlicher und zuverlässiger werden, damit sie einen größeren Beitrag zur Wärmeversorgung von Städten und Industrie leisten können. Demonstration unter realen Bedingungen Im Rahmen des nun gestarteten Projekts baut und erprobt das Fraunhofer IEG einen auf Geothermie maßgeschneiderten Prototypen auf Basis seiner MTD®-Technologie für den Einsatz unter realen Bedingungen. Die Technologie wird schließlich in der drei Kilometer tiefen Bohrung des tschechischen Forschungszentrums RINGEN ausgiebig getestet. Die Projektpartner wollen dort demonstrieren, wie sich bestehende Bohrungen effizient erweitern lassen und welchen Beitrag dies zur Leistungssteigerung geothermischer Systeme leisten kann. Der Prototyp soll die bestehende Bohrung um zusätzliche Abzweige zum Untergrund ergänzen. Dadurch durchdringt die Bohrung mehr wasserführende Bereiche. Die Forschenden untersuchen, wie stark sich die Leistungsfähigkeit des Systems verbessert. UPLIFT: Europäisches Konsortium für die Wärmewende UPLIFT steht für »Unlocking Petrothermal Lithologies through Innovative Fracture Technologies«. Das Projekt läuft von Mai 2026 bis April 2030 und wird im Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe der Europäischen Union mit 10,9 Millionen Euro gefördert (Grant agreement ID: 101269511). Die Koordination übernimmt das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung. Zum Konsortium gehören unter anderem das Fraunhofer IEG, die tschechische Charles University, Geo-Energie Suisse, Solexperts AG, das schwedische Fraunhofer-Chalmers Centre for Industrial Mathematics, die ETH Zürich sowie die European Federation of Geologists. Das Gesamtprojekt verfügt über ein Budget von rund 12,2 Millionen Euro. Ziel ist es, die Geothermie zu einer verlässlicheren, wirtschaftlicheren und besser planbaren Wärmequelle für die Energieversorgung der Zukunft zu machen. Das Projekt UPLIFT entwickelt Technologien, die den Zugang zu wasserführenden Gesteinsschichten verbessern, etwa einen neuen MTD®-Bohrprototyp. Es will Kosten, Risiken und Entwicklungszeiten von Geothermieprojekten senken. Es führt Laborversuche etwa im schweizerischen Untergrundlabor »BedrettoLab« durch, verbessert digitale Modelle und unterstützt mit einem neuen Echtzeit-Überwachungssystem den Betrieb von Geothermieanlagen. Die Lösungen werden im am tschechischen Forschungszentrum RINGEN (Research Infrastructure for Geothermal Energy) in Litoměřice unter Praxisbedingungen demonstriert. Mehr zum Bohrverfahren Micro Turbine Drilling (MTD®): Kern der Technologie Micro Turbine Drilling (MTD®) ist eine weniger als fünf Zentimeter lange und keine vier Zentimeter breite Mikro-Bohrturbine, entwickelt von Fraunhofer IEG. Ihre Rotation wird durch Wasserdruck aus einem flexiblen Schlauch angetrieben. Ein Ablenkschuh führt die Turbine in der gewünschten Tiefe seitlich aus dem bestehenden Bohrloch. Der diamantbestückte Bohrkopf zerkleinert das Gestein bei hoher Drehzahl, das Bohrklein wird mit Wasser ausgespült. Der Vortrieb liegt je nach Gestein bei rund einem Meter pro Stunde. Kameras, akustische Sensoren und Rückflussanalysen überwachen den Prozess und ermöglichen präzises Arbeiten auch in engen Bohrlöchern. Die MTD®-Technologie erzeugt gezielt kleine Seitenbohrungen (»Micro-Sidetracks«) aus bestehenden Bohrlöchern. Dadurch vergrößert sich die Kontaktfläche zwischen Bohrloch und Gestein deutlich, was Wasserdurchlässigkeit – also die Förderung und Injektion von Flüssigkeiten – verbessert. Im Vergleich zu konventioneller Perforation reichen diese Bohrungen fünf- bis zehnmal tiefer in die Formation und vermeiden schädigende Effekte im Gestein. Auch kommt das Verfahren ohne klassische und teure Bohranlage aus (»rigless«) und eignet sich besonders für bestehende oder reaktivierte Bohrungen. Das MTD® ist in unterschiedlichen Gesteinstypen einsetzbar, darunter kristalline Hartgesteine wie Granit oder Basalt, Sedimentgesteine wie Sandstein, Tonstein und Kalkstein sowie Evaporite, beispielsweise Halit. Damit eignet sich die Technologie sowohl für Anwendungen im Grundwassermanagement, im Erdöl- und Erdgasbereich als auch für die Erschließung geothermischer Reservoire, für den Lithiumbergbau aus Solen sowie für untertägige Energiespeicher. Weiterführende Links: https://cordis.europa.eu/project/id/101269511 https://www.ieg.fraunhofer.de/de/projekte/micro-turbine-drilling.html https://www.ieg.fraunhofer.de/de/forschungsthemen/geotechnologien/mikro-bohrtechnologie.html PM: Fraunhofer IEG Foto: screenshot Homepage Fraunhofer IEG Weitere Beiträge:QUANTRON gibt neue Kooperationen auf Websummit bekanntBundesnetzagentur hat erste Zahlen zum Zubau erneuerbarer Energien für die Stromerzeugung im Jahr 20...In Chile finden die Erneuerbaren immer mehr an Bedeutung
»Viele Geothermie-Projekte bleiben heute hinter den erwarteten Wärmeleistungen zurück, weil die Fördermengen an Tiefenwasser zu klein sind«, sagt Niklas Geißler, Gruppenleiter Mikro-Bohrtechnologie am Fraunhofer IEG. »Mit der MTD®-Technologie schaffen wir neue Möglichkeiten, bestehende Bohrungen gezielt zu erweitern. Dadurch lassen sich Erfolgschancen steigern und Projekte schneller zur Umsetzung bringen.« Mehr Wärme aus vorhandenen Bohrungen Das Alleinstellungsmerkmal der MTD®-Technologie liegt darin, bestehende Tiefbohrungen gezielt zu erweitern. Sie kann von vorhandenen Bohrungen kleine Seitenäste erbohren. Diese erschließen weitere Bereiche im Untergrund und verbessern den Kontakt zum wasserführenden Gestein. Dadurch steigt die Chance, mehr warmes Wasser aus einem bestehenden Brunnen zu gewinnen. Für Projektentwickler und Betreiber geothermischer Anlagen ist dieser Ansatz besonders interessant. Sie können bestehende Investitionen besser nutzen und gleichzeitig technische Risiken verringern. Das beschleunigt die Entwicklung neuer Projekte und verbessert die Wirtschaftlichkeit der tiefen Geothermie. Mit dem Ausbau klimaneutraler Wärmeversorgung wächst der Bedarf an geothermischen Lösungen. Gleichzeitig müssen Projekte wirtschaftlicher und zuverlässiger werden, damit sie einen größeren Beitrag zur Wärmeversorgung von Städten und Industrie leisten können. Demonstration unter realen Bedingungen Im Rahmen des nun gestarteten Projekts baut und erprobt das Fraunhofer IEG einen auf Geothermie maßgeschneiderten Prototypen auf Basis seiner MTD®-Technologie für den Einsatz unter realen Bedingungen. Die Technologie wird schließlich in der drei Kilometer tiefen Bohrung des tschechischen Forschungszentrums RINGEN ausgiebig getestet. Die Projektpartner wollen dort demonstrieren, wie sich bestehende Bohrungen effizient erweitern lassen und welchen Beitrag dies zur Leistungssteigerung geothermischer Systeme leisten kann. Der Prototyp soll die bestehende Bohrung um zusätzliche Abzweige zum Untergrund ergänzen. Dadurch durchdringt die Bohrung mehr wasserführende Bereiche. Die Forschenden untersuchen, wie stark sich die Leistungsfähigkeit des Systems verbessert. UPLIFT: Europäisches Konsortium für die Wärmewende UPLIFT steht für »Unlocking Petrothermal Lithologies through Innovative Fracture Technologies«. Das Projekt läuft von Mai 2026 bis April 2030 und wird im Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe der Europäischen Union mit 10,9 Millionen Euro gefördert (Grant agreement ID: 101269511). Die Koordination übernimmt das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung. Zum Konsortium gehören unter anderem das Fraunhofer IEG, die tschechische Charles University, Geo-Energie Suisse, Solexperts AG, das schwedische Fraunhofer-Chalmers Centre for Industrial Mathematics, die ETH Zürich sowie die European Federation of Geologists. Das Gesamtprojekt verfügt über ein Budget von rund 12,2 Millionen Euro. Ziel ist es, die Geothermie zu einer verlässlicheren, wirtschaftlicheren und besser planbaren Wärmequelle für die Energieversorgung der Zukunft zu machen. Das Projekt UPLIFT entwickelt Technologien, die den Zugang zu wasserführenden Gesteinsschichten verbessern, etwa einen neuen MTD®-Bohrprototyp. Es will Kosten, Risiken und Entwicklungszeiten von Geothermieprojekten senken. Es führt Laborversuche etwa im schweizerischen Untergrundlabor »BedrettoLab« durch, verbessert digitale Modelle und unterstützt mit einem neuen Echtzeit-Überwachungssystem den Betrieb von Geothermieanlagen. Die Lösungen werden im am tschechischen Forschungszentrum RINGEN (Research Infrastructure for Geothermal Energy) in Litoměřice unter Praxisbedingungen demonstriert. Mehr zum Bohrverfahren Micro Turbine Drilling (MTD®): Kern der Technologie Micro Turbine Drilling (MTD®) ist eine weniger als fünf Zentimeter lange und keine vier Zentimeter breite Mikro-Bohrturbine, entwickelt von Fraunhofer IEG. Ihre Rotation wird durch Wasserdruck aus einem flexiblen Schlauch angetrieben. Ein Ablenkschuh führt die Turbine in der gewünschten Tiefe seitlich aus dem bestehenden Bohrloch. Der diamantbestückte Bohrkopf zerkleinert das Gestein bei hoher Drehzahl, das Bohrklein wird mit Wasser ausgespült. Der Vortrieb liegt je nach Gestein bei rund einem Meter pro Stunde. Kameras, akustische Sensoren und Rückflussanalysen überwachen den Prozess und ermöglichen präzises Arbeiten auch in engen Bohrlöchern. Die MTD®-Technologie erzeugt gezielt kleine Seitenbohrungen (»Micro-Sidetracks«) aus bestehenden Bohrlöchern. Dadurch vergrößert sich die Kontaktfläche zwischen Bohrloch und Gestein deutlich, was Wasserdurchlässigkeit – also die Förderung und Injektion von Flüssigkeiten – verbessert. Im Vergleich zu konventioneller Perforation reichen diese Bohrungen fünf- bis zehnmal tiefer in die Formation und vermeiden schädigende Effekte im Gestein. Auch kommt das Verfahren ohne klassische und teure Bohranlage aus (»rigless«) und eignet sich besonders für bestehende oder reaktivierte Bohrungen. Das MTD® ist in unterschiedlichen Gesteinstypen einsetzbar, darunter kristalline Hartgesteine wie Granit oder Basalt, Sedimentgesteine wie Sandstein, Tonstein und Kalkstein sowie Evaporite, beispielsweise Halit. Damit eignet sich die Technologie sowohl für Anwendungen im Grundwassermanagement, im Erdöl- und Erdgasbereich als auch für die Erschließung geothermischer Reservoire, für den Lithiumbergbau aus Solen sowie für untertägige Energiespeicher. Weiterführende Links: https://cordis.europa.eu/project/id/101269511 https://www.ieg.fraunhofer.de/de/projekte/micro-turbine-drilling.html https://www.ieg.fraunhofer.de/de/forschungsthemen/geotechnologien/mikro-bohrtechnologie.html PM: Fraunhofer IEG Foto: screenshot Homepage Fraunhofer IEG