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Kühlen und Heizen mit modernen Wärmepumpen und Klimaanlagen


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(WK-intern) – Ob tropische Hitzewellen im August oder frostige Januarnächte – wer einmal in den Genuss eines ganzjährig komfortablen Raumklimas gekommen ist, will nicht mehr zurück. Kühlen und Heizen mit modernen Wärmepumpen und Klimaanlagen ist längst keine Nischenlösung mehr, sondern eine der zentralen Antworten der Energiewende auf den steigenden Komfortanspruch bei gleichzeitig sinkenden CO₂-Budgets. Eine gut gewählte Split Klimaanlage für heiße Sommertage kann dabei nicht nur im Sommer für Abkühlung sorgen, sondern als Teil eines integrierten Systems mit einer modernen Wärmepumpe das ganze Jahr über effizient betrieben werden.

Die Doppelfunktion moderner Wärmepumpen: Heizen im Winter, Kühlen im Sommer

Wärmepumpen galten lange primär als Heiztechnologie. Das Bild hat sich gewandelt. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten nach dem Prinzip der Wärmeumkehr: Im Winter entziehen sie der Außenluft Wärmeenergie und leiten sie ins Gebäude, im Sommer kehrt sich der Prozess um – die Anlage entzieht den Innenräumen Wärme und gibt sie nach außen ab.

Dieser sogenannte Umschaltbetrieb einer Luft-Wasser-Wärmepumpe erfordert keine baulichen Zusatzmaßnahmen, wenn er bereits bei der Anlagenplanung berücksichtigt wurde. Hersteller wie Vaillant, Viessmann oder Daikin bieten Geräte an, die diesen reversiblen Betrieb ab Werk unterstützen. Angesichts der Zunahme von Hitzetagen in deutschen Städten – der Deutsche Wetterdienst registrierte in den Sommern 2022 und 2023 Rekordwerte – wird die Kühlfunktion für Neu- und Bestandsbauten zunehmend zur Planungsprämisse.

Wer heute eine neue Anlage plant oder eine kompakte Monoblock-Luftwärmepumpe online bestellen möchte, sollte die Kühlfähigkeit von Anfang an als Auswahlkriterium einbeziehen. Nachrüstungen sind möglich, aber kosten- und planungsintensiver.

Aktive vs. Passive Kühlung: Technologische Unterschiede und Effizienz

Der entscheidende technische Unterschied liegt im Energieaufwand. Bei der aktiven Kühlung läuft der Kompressor der Wärmepumpe aktiv im Umkehrbetrieb: Das Kältemittel verdampft auf der Raumseite und entzieht so Wärme. Typische Energieeffizienzwerte (EER – Energy Efficiency Ratio) liegen hier zwischen 2,5 und 4,5 – je nach Außentemperatur und Anlagentyp. Der Stromverbrauch ist im Vergleich zu einer klassischen Klimaanlage ähnlich, allerdings läuft der gesamte Heiz- und Kühlbetrieb über eine einzige Anlage.

Die passive Kühlung, häufig als „Natural Cooling“ bezeichnet, nutzt hingegen ausschließlich die Pumpenleistung des Heizkreislaufs, ohne den Kompressor zu aktivieren. Das kühle Erdreich oder Grundwasser (bei Erdwärmepumpen) wird direkt als Wärmesenke eingesetzt. Der Strombedarf sinkt auf ein Minimum – COP-Werte von 20 oder höher sind keine Seltenheit. Diese Methode ist allerdings auf erdgekoppelte Systeme begrenzt; Luft-Wasser-Wärmepumpen können Natural Cooling nicht einsetzen.

Voraussetzungen für die Kühlfunktion: Worauf Anlagenbesitzer achten müssen

Nicht jede Wärmepumpe mit Kühlfähigkeit lässt sich problemlos in jedes Gebäude integrieren. Drei technische Punkte sind entscheidend:

1. Gedämmte Leitungen: Beim Kühlbetrieb führen die Rohrleitungen kaltes Wasser, das an ungedämmten Stellen kondensieren kann. Feuchte Wände und Schimmelschäden sind die Folge, wenn die Leitungsdämmung nicht Kühlbetrieb-tauglich ausgelegt ist.

2. Taupunktüberwachung: Moderne Anlagen verfügen über einen integrierten Taupunktwächter, der die Vorlauftemperatur automatisch anhebt, bevor Kondensation an Heizflächen entstehen kann. Ältere Fußbodenheizungssysteme ohne diese Funktion sind nur bedingt kühlgeeignet.

3. Geeignetes Wärmeabgabesystem: Fußbodenheizungen sind wegen ihrer großen Fläche für passives Kühlen gut geeignet, stoßen beim aktiven Kühlen jedoch an Grenzen – die erreichbare Raumtemperaturabsenkung bleibt moderat (typisch: 2–4 K). Gebläsekonvektoren (Fan Coils) ermöglichen deutlich stärkere Kühlung, erfordern aber eine separate Installation.

Wärmepumpe vs. Split-Klimaanlage: Ein Systemvergleich für dezentrale Energielösungen

Im Kontext dezentraler Energielösungen lohnt ein direkter Systemvergleich. Beide Technologien haben ihre Berechtigung – die Wahl hängt vom Gebäudetyp, dem Nutzungsprofil und der vorhandenen Infrastruktur ab.

Wärmepumpe (Luft-Wasser): Anschaffungskosten 10.000–20.000 €, deckt Heizung und Warmwasser ganzjährig ab, Kühlung über Flächenheizung begrenzt effektiv, Förderung über BEG möglich.

Split-Klimaanlage: Anschaffungskosten 800–3.000 € (inkl. Montage), raumgenau kühlbar, auch als Raumheizung nutzbar, kein Anschluss ans zentrale Heizsystem nötig, keine BEG-Förderung.

Für Einfamilienhäuser mit vorhandener oder geplanter Fußbodenheizung ist die Wärmepumpe mit Kühlfunktion die wirtschaftlich überzeugendere Gesamtlösung. In Mehrfamilienhäusern, Mietwohnungen oder als Ergänzung für einzelne Räume (Büro, Schlafzimmer) bieten Split-Klimaanlagen hingegen Flexibilität und geringe Investitionskosten.

Ein weiterer Aspekt: Split-Klimaanlagen können bei Netzüberschüssen aus Windkraft oder Photovoltaik besonders günstig betrieben werden – ein Gedanke, der im Umfeld erneuerbarer dezentraler Energielösungen zunehmend Relevanz gewinnt.

Wirtschaftlichkeit und Förderung im Licht der aktuellen BEG-Reform

Die Wirtschaftlichkeitsrechnung für Wärmepumpen hat sich 2025 verschoben. Die Bundesregierung hat beschlossen, die BEG-Förderung zu kürzen – ein Schritt, den der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) in seiner Grundsystematik zwar akzeptiert, für den er aber gezielte Nachbesserungen fordert. Für Hauseigentümer bedeutet das: Die Förderung für effiziente Gebäude sinkt, was die Amortisationszeiträume verlängert.

Auch bei reduzierten Fördersätzen bleibt die Wärmepumpe bei einem Strompreis unter 30 Cent/kWh und einem Jahresarbeitszahl von ≥ 3,5 wirtschaftlich gegenüber einer modernen Gasheizung.

Konkret: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit aktiver Kühlung kostet im Betrieb bei einer angenommenen JAZ von 3,8 und einem Strompreis von 28 Cent/kWh rund 7,4 Cent je Kilowattstunde Wärme – vergleichbar mit aktuellen Gas-Konditionen, aber mit dem Vorteil des integrierten Kühlbetriebs und sinkender Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Die Entscheidung für eine Anlage sollte heute nicht allein auf Basis aktueller Fördersätze fallen. Wer die Doppelfunktion – Kühlen und Heizen mit modernen Wärmepumpen und Klimaanlagen – von Anfang an mitplant, schafft eine zukunftsfähige Infrastruktur, die mit steigenden Temperaturen und einer wachsenden erneuerbaren Stromerzeugung immer effizienter wird.

Image by HarmvdB from Pixabay








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