Werbung DIW: Deutschlands forschungsintensive Industrie verliert an Wettbewerbsfähigkeit Erneuerbare & Ökologie Forschungs-Mitteilungen Technik Verbraucherberatung 20. Mai 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Deutsche Produzenten hochwertiger Technologiegüter, wie dem Automobil- und Maschinenbau, sind im internationalen Vergleich abgerutscht. Deutschlands Industrie schwächelt seit 2015 bei hochwertigen Technologiegütern und Spitzentechnologie Anteile an Wertschöpfung und Welthandel sinken, Produktivität schwächelt Politischer Handlungsbedarf bei Regulierungsdichte, öffentlicher Verwaltung und europäischem Binnenmarkt (WK-intern) – Sowohl ihr Wertschöpfungsanteil in Deutschland als auch ihr Anteil am Welthandel sind rückläufig. Zugleich konnten die betreffenden Industrien seit 2016 kaum Produktivitätsfortschritte erzielen. Auch die deutschen spitzentechnologischen Industrien, zu denen die Pharma- und Elektronikbranche zählen, konnten keine überdurchschnittliche Dynamik entfalten. Dies zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands beruhte lange auf seinen forschungsintensiven Industrien Doch diese Stärke schwindet“, fasst Studienautor Alexander Schiersch aus der Forschungsgruppe Entrepreneurship die Ergebnisse zusammen. Gemeinsam mit Christian Danne von der DIW-Consultingtochter DIW Econ hat er Deutschlands Entwicklung bei hochwertigen Technologiegütern und Spitzentechnologie in Hinblick auf Wertschöpfung, Produktivität und Welthandelsanteil im internationalen Vergleich analysiert. DIW Berlin Die forschungsintensiven Industrien vieler größerer Player haben zwischen 2015 und 2024 an Wertschöpfungsanteilen verloren, doch der Rückgang in Deutschland war im Vergleich zu beispielsweise Japan oder Südkorea besonders ausgeprägt. In auffällig vielen kleinen europäischen Ländern wie Dänemark, der Schweiz oder den Niederlanden haben sie hingegen ihre Wertschöpfungsanteile ausbauen können. Grund dafür war zuweilen ein einzelnes Unternehmen wie der Pharmakonzern Novo Nordisk in Dänemark oder eine einzelne Branche wie die Pharmaindustrie in der Schweiz. „Die wachsende Spreizung zwischen den Ländern basiert somit nicht auf breit angelegten Trends. Die Erfolge der europäischen Nachbarn zeigen aber, dass es weiterhin möglich ist, mit Innovationen zusätzliche Wertschöpfung und wirtschaftliches Wachstum zu generieren“, sagt Schiersch. „Weniger Regulierungsdichte, bessere öffentliche Verwaltung und ein weniger fragmentierter europäischer Binnenmarkt – ohne diese Hebel lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie nicht dauerhaft sichern“ Alexander Schiersch Auch beim Zuwachs in der Arbeitsproduktivität, also der Wertschöpfung je Beschäftigte*n, liegen einige der genannten Länder weit vorne. Deutschland hingegen konnte seit 2015 seine Produktivität bei hochwertigen Technologiegütern nur um acht Prozent und bei der Spitzentechnologie nur um 25 Prozent verbessern. Internationale Wettbewerbsfähigkeit sinkt Besonders deutlich zeigt sich der Wettbewerbsverlust im Welthandel: Deutschlands Anteil an den globalen Exporten forschungsintensiver Güter schrumpft stetig: seit 2015 um rund 15 Prozent. „Deutschlands Erfolg im Handel mit forschungsintensiven Gütern war lange vor allem durch Qualität und Innovation getrieben. Dieser komparative Vorteil ist zunehmend in Gefahr“, konstatiert Ko-Autor Danne. Doch dies geht nicht nur auf das Konto von China, das seinen Anteil um 22 Prozent ausbauen konnte. Kleinere europäische Länder wie Dänemark, die Niederlande und Belgien stemmten sich gegen den Trend. „Innovation und die Entwicklung von sehr spezialisierten, schwer ersetzbaren Produkten können den Welthandelsanteil steigern – trotz Chinas wachsender Bedeutung“, sagt Danne. Um zu verhindern, dass Deutschland weiter an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verliert, ist der Handlungsbedarf groß. Auf politischer Ebene sehen die Autoren drei Ansatzpunkte: „Weniger Regulierungsdichte, bessere öffentliche Verwaltung und ein weniger fragmentierter europäischer Binnenmarkt – ohne diese Hebel lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie nicht dauerhaft sichern“, ist Schiersch überzeugt. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) Das DIW Berlin (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) ist seit 1925 eines der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland. Es erforscht wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Zusammenhänge in gesellschaftlich relevanten Themenfeldern und berät auf dieser Grundlage Politik und Gesellschaft. Das Institut ist national und international vernetzt, stellt weltweit genutzte Forschungsinfrastruktur bereit und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das DIW Berlin ist unabhängig und wird als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert. PM: DIW PB: Infografik Wochenbericht / ©: DIW Weitere Beiträge:Anleihe ENERTRAG EnergieZins 2010 wurde pünktlich zurückgezahlt thyssenkrupp: Lisa Denoyelle wird neue Chief Finance Officer (CFO) bei Rothe ErdeExpertennetzwerk diskutiert zum Thema PV-Modulprüfung