Werbung BSH informiert über Offshore-Windenergie, resiliente Navigation und Sicherheit auf See Offshore Ökologie Veranstaltungen Windenergie Windparks 14. April 202614. April 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels BSH – Jahrespressekonferenz 2026 Grenzüberschreitende Offshore-Windenergie: BSH gestaltet neuen europäischen Kurs aktiv mit Sicher navigieren – auch bei gestörten Satellitensignalen Daten für sichere Schifffahrt, Klimaschutz und Landes- und Bündnisverteidigung (WK-intern) – Hamburg – Meere und Schifffahrt rücken immer stärker in den Mittelpunkt gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen: Klimawandel, Energiewende, Schutz kritischer Infrastruktur, Versorgungssicherheit sowie Landes- und Bündnisverteidigung. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) bietet mit umfassenden Daten, präziser Planung und wissenschaftlicher Expertise eine wesentliche Grundlage, um diesen Herausforderungen zu begegnen. „Verlässliche Informationen über unsere Meere sind essenziell, die aktuelle sicherheitspolitische Lage unterstreicht ihre Bedeutung mehr denn je“, betont BSH-Präsident Helge Heegewaldt Europas Energiewende in der Nordsee: Grenzüberschreitende Kooperationen nehmen Form an Die Nordsee wird zunehmend zum zentralen Baustein der europäischen Energieversorgung. Beim dritten Nordseegipfel im Januar 2026 bekräftigten die Anrainerstaaten ihre ehrgeizigen Ausbauziele für die Offshore-Windenergie und vereinbarten Schritte für eine engere Zusammenarbeit. Bis 2050 sollen in der gesamten Nordsee 300 Gigawatt Offshore-Leistung installiert werden. Davon etwa 100 Gigawatt in grenzüberschreitenden Projekten durch gemeinsame Netzinfrastrukturen und Offshore-Hubs. Die Vernetzung von Windparks beschäftigt das BSH schon lange, die grenzüberschreitende Anbindung birgt viel Potenzial. „Meeresflächen sind knapp, durch Kooperationen kann Deutschland von Windenergie aus den Nachbarländern profitieren und die Stromerzeugung auf See wird optimiert. Deshalb begrüßen wir die politische Entwicklung“, sagt Dr. Kai Trümpler, Leiter der Unterabteilung Räumliche Planung im BSH. Dies gilt für Nordsee und Ostsee. Ein erstes Abkommen zur grenzüberschreitenden Kooperation wurde auf dem Nordseegipfel zwischen Dänemark und Deutschland unterzeichnet. Deutschland wird 2 Gigawatt dänische Offshore-Windenergie erhalten. Die Europäische Union (EU) will mit dem European Ocean Act ihre Meeresziele und -rechtsvorschriften vereinfachen und harmonisieren. Um die Offshore-Ausbauziele zu erreichen, braucht es klarere Prioritäten und eine bessere Abstimmung zwischen Klimaschutz, Naturschutz und anderen Nutzungen auf dem Meer. Offshore-Windenergie liegt in Deutschland bereits im überragenden öffentlichen Interesse. „Die EU sollte Widersprüche beseitigen“, betont Dr. Kai Trümpler. Offshore-Wind auf Wachstumskurs in Deutschland Der Ausbau der Offshore-Windenergie hat auch auf nationaler Ebene in den vergangenen Jahren deutlich an Dynamik gewonnen. Seit der Inbetriebnahme des ersten Offshore-Windparks alpha ventus im Jahr 2010 mit einer Leistung von 0,06 Gigawatt ist die installierte Leistung auf 10,2 Gigawatt gestiegen. Derzeit entstehen fünf weitere Windparks mit 212 Anlagen und einer Gesamtleistung von etwa 2,9 Gigawatt. Die Ausbaupläne bleiben ambitioniert und spielen eine Schlüsselrolle für die Energieunabhängigkeit. Bis 2045 will Deutschland eine Offshore-Leistung von 70 Gigawatt in der Nordsee und Ostsee erreichen. Ein wichtiges Zwischenziel von 40 Gigawatt installierter Leistung ist für 2035 festgelegt. Nach aktuellen Prognosen wird dieses Ziel bereits 2034 mit rund 42 Gigawatt übertroffen. Um Planungssicherheit zu gewährleisten, sollen bis 2029 die letzten hierfür erforderlichen Flächen im Umfang von 11 Gigawatt ausgeschrieben und vergeben sein. Wenn Schiffe selbst steuern: Von autonomem Fahren bis zur autonomen Wartung in Offshore-Windparks Autonome und ferngesteuerte Systeme finden inzwischen insbesondere im Offshore-Bereich Anwendung. Dazu gehören hochautomatisierte Schiffe, unbemannte Boote und Unterwasserfahrzeuge. Häufig werden sie noch von Begleit- oder Überwachungsschiffen unterstützt. Sie vermessen den Meeresboden, erkennen Altmunition, erfassen Umweltparameter und überwachen Unterwasserkabel in Offshore-Windparks. Das erhöht die Sicherheit auf See und entlastet gleichzeitig das Personal. Mit dem Maritime Autonomous Surface Ships Code (MASS-Code) entwickelt die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) erstmals ein globales Regelwerk für autonome und fernüberwachte Schiffe. Die Verabschiedung ist für Mai 2026 geplant, zunächst als unverbindlicher Standard. Eine anschließende Weiterbearbeitung und Veröffentlichung als ein verbindliches Instrument der IMO ist zum 01.01.2032 vorgesehen. Zivil-militärische Zusammenarbeit: BSH-Daten dienen der Landes- und Bündnisverteidigung Hydrographische Daten des BSH wie Wassertiefen, Wrackpositionen und Seekartendaten haben entscheidende militärische Bedeutung. Auch ozeanographischen Daten des BSH sind essenziell für Marineoperationen und Deutschlands Verteidigung. „Präzise und aktuelle ozeanographische Daten sind unverzichtbar für Lagebilder und operative Entscheidungen der Marine“, betont Helge Heegewaldt. Angesichts der veränderten geopolitischen Lage stellt das BSH sicher, dass das Marinekommando alle relevanten Daten erhält. OceanEye: Initiative stärkt Europas Ozeanbeobachtung Mit rund 50 Millionen Euro soll die globale Ozeanbeobachtung gestärkt und Datenlücken geschlossen werden. Dies ist zum Beispiel eine zentrale Voraussetzung für den geplanten digitalen Zwilling des Ozeans bis 2030. Die Initiative „OceanEye“ ist ein entscheidender Schritt zu einem leistungsfähigen Meeresbeobachtungssystem in Europa. Sie ist geeignet, die wissenschaftliche Basis für politische Entscheidungen zu verbessern und Innovation und technologische Entwicklung in der Ozeanbeobachtung zu fördern. Das BSH beteiligt sich aktiv mit umfangreichen Daten und Expertise: Insgesamt stehen rund 1,8 Petabyte Ozeandaten bereit. Täglich verarbeitet das BSH etwa 500.000 Nahe-Echtzeit-Messwerte. Ein Großteil der qualitätsgeprüften Daten wird öffentlich zugänglich gemacht und in europäische Systeme wie den Copernicus Marine Service eingespeist. Deutschland verstärkt sein Engagement im internationalen Argo-Programm zur Ozeanbeobachtung Deutschland finanziert bislang jährlich 50 neue autonome Messgeräte im internationalen Argo-Programm. Insgesamt stammen damit rund 300 der weltweit etwa 4.000 aktiven Floats aus deutscher Förderung. Das BSH koordiniert diesen deutschen Beitrag. Im Rahmen des Projekts AWESOME stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt 2026 zusätzliche Mittel für zehn weitere autonome Tiefendrifter bereit, die kontinuierlich Ozeandaten liefern. Diese Daten sind zentral für Vorhersagemodelle und von unschätzbarem Wert für die Meeres- und Klimaforschung. Durch das Argo-Programm lassen sich präzise Aussagen über den Klimawandel in den Ozeanen treffen. Wenn Signale täuschen: Sichere Navigation trotz Störungen Störungen satellitengestützter Navigation nehmen in der Ostsee spürbar zu. Gleichzeitig gehört die Ostsee zu den am stärksten befahrenen Meeren Europas. „Verlässliche Navigation ist entscheidend für sichere Schifffahrt, stabile Lieferketten und den Schutz maritimer Infrastruktur“, erklärt Jörg Kaufmann, Leiter der Abteilung Seeschifffahrt. Fallen Navigationssignale aus oder werden verfälscht, hat das unmittelbare Folgen: Elektronische Seekarten zeigen keine oder falsche Positionen an. Das BSH entwickelt daher unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit europäischen Partnern im Projekt ORMOBASS ein ergänzendes Navigationssystem. Kern ist der sogenannte R-Mode, bei dem Funksignale von Küstenfunkstellen genutzt werden, um die Position eines Schiffes auch ohne Satellitendaten zu bestimmen. Erste Messkampagnen auf der Ostsee mit dem BSH-Schiff DENEB zeigen vielversprechende Ergebnisse. Positionsbestimmungen mit Genauigkeiten von 20 Metern am Tag sind bereits heute möglich, nachts werden 50 bis 80 Meter erreicht. Weitere Tests sind geplant. Damit entsteht ein zusätzliches, unabhängiges System, das Navigation robuster macht und die Sicherheit auf See gezielt stärkt. Neue Generation der digitalen Seekarte: Mehr Daten, mehr Sicherheit auf See 2026 hat international der Übergang zur nächsten Generation der digitalen Seekarte begonnen. Mit dem neuen S-100-Standard entwickelt sich die elektronische Seekarte zu einem vernetzten System, das deutlich mehr Informationen integriert und nahezu in Echtzeit bereitstellt. Die Einführung erfolgt schrittweise; verpflichtend wird der Standard für neue Navigationsanlagen ab 2029. Neu ist vor allem das inhaltliche Spektrum: Strömungen, Wasserstände, hochgenaue Tiefendaten sowie Informationen zu Offshore-Windparks und Schutzgebieten werden in einer einheitlichen Datenstruktur zusammengeführt. Das ermöglicht ein realitätsnäheres Lagebild auf der Brücke und erhöht die Navigationssicherheit. Auch die Datensicherheit steigt, da die Systeme Informationen verschlüsselt bis auf die Brücke übertragen. Manipulationen sind damit praktisch ausgeschlossen. Erste Anwendungen bewähren sich bereits in der Praxis. So stellte das BSH Ende 2025 hochgenaue bathymetrische Daten für Elbe und Weser im Testbetrieb bereit. Lotsinnen und Lotsen berichten von präziserer Einschätzung des Navigationsraums und spürbarer Entlastung im Arbeitsalltag. Seit Anfang 2026 ist das Angebot in allen deutschen Lotsrevieren verfügbar. Nordsee so warm wie nie: 2025 brachte neue Extremwerte Die Nordsee war 2025 an der Oberfläche so warm wie noch nie seit Beginn der Messungen 1969: Mit durchschnittlich 11,6 Grad Celsius wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1997 bis 2021 war es um 0,9 Grad Celsius wärmer. Auch in der Bodenschicht zeigt sich der Erwärmungstrend. Die südliche Nordsee und Deutsche Bucht waren am stärksten betroffen, hier lag der Trend an den meisten Messstationen bei mehr als + 0,3 Grad Celsius pro Jahrzehnt. Grundlage dieser Erkenntnisse ist die jährliche Nordseeaufnahme. Seit 1998 untersucht das BSH jeden Sommer an bis zu 100 Messstationen vom Ärmelkanal bis zu den Shetlandinseln die gesamte Wassersäule. Die Ostsee verzeichnete 2025 ebenfalls außergewöhnlich hohe Oberflächentemperaturen und erlebte eines der wärmsten Jahre ihrer Datenreihe. Die Durchschnittstemperatur lag bei 9,7 Grad Celsius, ein Übertreffen von 1,1 Grad Celsius im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1997 bis 2021. Damit war 2025 das zweitwärmste Jahr für die Ostsee seit Beginn der BSH-Datenreihe 1990. Die Daten zeigen nicht nur langfristige Trends, sondern auch neue Extreme: So wurde im Frühjahr 2025 eine 55 Tage andauernde marine Hitzewelle in der Ostsee gemessen – ein bisher einmaliges Ereignis. Eiswinter 2025/2026: Stresstest für die maritime Infrastruktur Der Eiswinter 2025/2026 hat deutlich gemacht, dass extreme Kälteereignisse insbesondere in der Ostsee weiterhin auftreten – auch in einem sich langfristig erwärmenden Klima. In Teilen der Ostsee wurden Eisdicken von bis zu 80 Zentimetern erreicht. In deutschen Küstengewässern kam es zu erheblichen Einschränkungen für die Schifffahrt. Vor Usedom und entlang der Ostküste Rügens staute sich das Eis durch anhaltende östliche Winde so stark, dass viele Schiffe nur mit Unterstützung von Eisbrechern fahren konnten. Der Eisdienst des BSH begleitete die Lage eng und stellte aktuelle Informationen sowie Beratung für die sichere Navigation bereit. Solche Kältephasen ändern jedoch nichts am langjährigen Trend: Nordsee und Ostsee werden wärmer. Diese Entwicklung zeigt sich auch in der Arktis. Hier erreichte das Wintermaximum der Meereisbedeckung mit 14,286 Millionen km² den niedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenmessungen 1979. Ruhige Sturmflutsaison, steigende Gefahr: Meeresspiegelanstieg verändert Ausgangslage In der aktuellen Sturmflutsaison wurden seit Juli 2025 an der Nordsee fünf Sturmfluten registriert. Damit liegt sie im langjährigen Durchschnitt von vier bis sechs Ereignissen pro Jahr. An der Ostsee trat in dieser Saison bislang nur eine Sturmflut auf. Das BSH berichtet Wasserstände kontinuierlich und warnt vor Sturmfluten. Diese Daten sind zentral für Personen- und Küstenschutz und zeigen eine klare Entwicklung: Der mittlere Meeresspiegel steigt kontinuierlich an. So ist der Meeresspiegel in Cuxhaven seit 1900 um 25 Zentimeter gestiegen. Bis 2100 könnte er sich um mehr als 1 Meter erhöhen. Sturmfluten wirken damit auf ein zunehmend höheres Ausgangsniveau. Auch bei vergleichbaren Wetterlagen können künftig also höhere Wasserstände erreicht werden. Die Risiken für Küstenregionen nehmen insgesamt zu. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist die maritime Behörde in Deutschland. Das BSH ist zuständig für Schifffahrt, Meeresschutz und nachhaltige Meeresnutzung, Offshore, Meeresvermessung, Meeresdaten und maritime Ressortforschung. 1.000 Beschäftigte in über 100 unterschiedlichen Berufen engagieren sich an den Standorten in Hamburg und Rostock sowie auf fünf Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffen. Das BSH ist eine Bundesoberbehörde und Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr (BMV). Das BSH. Schifffahrt. Klima. Daten. Und viel Meer. www.bsh.de PM: BSH PB: Politiker*in Heegewaldt ist Präsident*in des BSH / ©: BSH Weitere Beiträge:Lapp-Verbindungslösungen erobern neue MärkteEröffnung Showroom „BAUnatour“Windpark-Projektierer PNE WIND AG legt Bericht über erstes Halbjahr 2014 vor