Werbung Abschied von Öl und Gas ist möglich Bioenergie Erneuerbare & Ökologie Geothermie Solarenergie Technik Verbraucherberatung Windenergie 30. März 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Wunsiedel in Nordostbayern weist den Weg zur Unabhängigkeit (WK-intern) – Egal, wie der Krieg im Nahen Osten weitergeht, eines hat er uns überdeutlich vor Augen geführt: unsere Abhängigkeit vom Import fossiler Energieträger. Die geopolitischen Risiken sind damit mittlerweile zum Hauptargument für erneuerbare Energien geworden. „Wir haben mehr als genug erneuerbare Energie, wir müssen sie nur intelligent nutzen.“ Dass die Sonne nicht immer scheint und der Wind nicht immer weht, ist dabei für Marco Krasser kein Grund, von seiner Strategie abzuweichen. Diese hat er schon vor vielen Jahren WUNsiedler Weg Energie getauft und der beschreibt nicht weniger als eine Energiezukunft, die zu 100 Prozent auf regionalen regenerativen Quellen beruht. Krasser ist seit 25 Jahren Geschäftsführer der SWW Wunsiedel GmbH, die als kommunale Stadtwerke der oberfränkischen Stadt Wunsiedel gehört. Zudem hat er eine Vielzahl weiterer Firmen wie die ZukunftsEnergie Nordostbayern GmbH gegründet. Er habe das große Glück gehabt, dass in seiner Region die verantwortlichen Politiker und Energieversorger in Sachen Umbau der Energiewirtschaft an einem Strang ziehen. Auch namhafte Player aus der Wirtschaft und Wissenschaftler habe man für den WUNsiedler Weg gewinnen können. Doch zurück zur aktuellen Situation oder genauer zur Frage, was Wunsiedel und die Region damit zu tun haben. Natürlich, sagt Krasser, werde er oft mit Sätzen wie „Was ihr da im Kleinen macht, das funktioniert doch nie in ganz Deutschland“ konfrontiert, so Krasser. Ein Einwand, den er nicht gelten lässt, auch wenn das Beispiel Wunsiedel keinesfalls eins zu eins auf andere Regionen übertragbar sei. Es liefere aber viele Module, die anderswo angewendet werden können. Und vor allem gehen Krassers Ideen weit über seinen WUNsiedler Weg hinaus: „Die Technologien für eine rein regenerative Energieversorgung sind alle da und sie ist die einzige Lösung, die uns zugleich Versorgungssicherheit, ökologische Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit bietet.“ Baukasten und intelligente Vernetzung Auch für Wunsiedel war und ist die übergeordnete Vision eine Energiewirtschaft, die zu 100 Prozent auf erneuerbaren Energiequellen und nachwachsenden Rohstoffen aus der Region basiert. Dieser Vision folgend baute man nicht nur zahlreiche Windparks, PV-Anlagen und Biomasseheizkraftwerk. Der Fokus liegt genauso auf deren intelligenter Vernetzung sowie der Realisierung von Speichern, etwa in Form von Megabatterien und Wasserstoff. Nie wird dabei die Wirtschaftlichkeit außer Acht gelassen. Der WUNsiedler Weg Energie rechnet sich für die Kommune und damit auch für die Bürgerinnen und Bürger. Konkret wird die Wertschöpfung vor Ort erhöht und werden Kreisläufe in der Region geschlossen, statt lediglich Strom und Gas zu importieren. Das trägt dazu bei, vorhandene Arbeitsplätze zu sichern, und es schafft neue. Ein für Krasser zentraler Punkt, denn eine nachhaltige Energiezukunft lasse sich nur zusammen mit den Menschen vor Ort umsetzen. Die müssen mitziehen, die müssen überzeugt werden. Konzipiert als Baukastensystem ist der WUNsiedler Weg skalierbar, kann also jederzeit erweitert werden. Zudem funktionieren die einzelnen Module auch in der Post-EEG-Welt. Weil die Sonne nicht immer scheint und der Wind nicht immer weht, müssen die Sektoren Strom, Wärme, Mobilität und Industrie über alle Ebenen gekoppelt werden. Dasselbe gilt für die Produktion, den Transport, die Speicherung und die Verwendung von Energie. Motto: Weg vom Silodenken und hin zu vernetztem Denken. Gebäude werden Kraftwerke Während die Energiewelt von früher nur wenige Großkraftwerke und sehr viele reine Energieverbraucher kannte, wird in Krassers Energiezukunft jedes Gebäude und jeder Industriebetrieb zu einem Kraftwerk. Ein Ein- oder Mehrfamilienhaus zum Beispiel kann mit Brennstoffzellen, die Kraft-Wärme-Kopplung nutzen, mit Batteriespeichern, einer Photovoltaikanlage, einem Wärmespeicher und einer Wärmepumpe ausgestattet werden. Verbunden werden die Gebäude über das Stromnetz sowie das Gasnetz, in dem heute noch Erdgas, morgen aber Wasserstoff transportiert wird. Doch damit nicht genug: Vernetzt wird auch über das Internet. Das Stichwort dafür lautet Internet of Things (IoT). Die Vernetzung stärkt die Resilienz des Gesamtsystems. Laut Krasser gilt es, sich von der Fixierung auf den Wirkungsgrad einzelner Anlagen zu lösen. Neues Leitmotiv sei die Maximierung des Gesamt-Nutzungsgrads. Das heißt: Denken in Systemen statt in Silos. Diese Systeme zu gestalten, sei zu großen Teilen Aufgabe der Kommunen und Landkreise. Krasser: „Die kennen die Bedürfnisse der Menschen vor Ort und sie kennen auch die Bedingungen vor Ort, an denen sich die dezentrale Energieversorgung ausrichten muss.“ Kernkraft und Netzausbau keine Lösungen Für falsch hält Krasser die derzeit laut werdenden Forderungen nach einem Zurück zur Kernenergie. Weder könnten die stillgelegten Anlagen reaktiviert werden noch neue in ausreichender Zahl gebaut werden – zumal sich der Bedarf an elektrischem Strom in den kommenden Jahren vervielfachen werde. Die Kosten für entsprechend viele Kernkraftwerke seien exorbitant hoch, die Bauzeiten extrem lang. „Zudem gibt es nach wie vor kein Endlager für Atommüll und Deutschland muss Uran genauso importieren wie Erdgas und Erdöl.“ Und zu all dem komme das Risiko eines Unfalls, das bei einer großen Zahl an Anlagen keineswegs vernachlässigbar sei. Auch lediglich die erneuerbare Erzeugung auszubauen und zusätzlich Tausende Kilometer Stromtrassen durch das Land zu legen, ist für Krasser der falsche Ansatz. „Schauen wir uns die Umsetzung der Energiewende an, lautet eine zentrale Erkenntnis: Wir leben nicht auf einer Kupferplatte.“ Deshalb müssten Energiemärkte so gestaltet werden, dass sie sich an der Physik orientieren. Geschieht das, würden sich die notwendigen Investitionen rechnen und der Bedarf an Subventionen minimiert. Flexibilität ist in diesem Zusammenhang das Schlüsselprinzip, um die volatile Energieerzeugung zur Deckung mit dem Energieverbrauch zu bringen. Krasser: „Wir haben mehr als genug erneuerbare Energie, wir müssen sie nur intelligent nutzen.“ Über die SWW Wunsiedel GmbH Die SWW Wunsiedel GmbH ist eine Tochter der Stadt Wunsiedel. Zu den Geschäftsfeldern gehören die Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung sowie die Sparte Telekommunikation. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, die Energiezukunft aktiv zu gestalten. Die dafür entwickelten Strategien werden als WUNsiedler Weg bezeichnet. PM: SWW Wunsiedel GmbH PB: Der Energiepark in Wunsiedel / ©: SWW Wunsiedel GmbH Weitere Beiträge:Meyer Burger und Panasonic Solar arbeiten an hocheffizienten PV-ModulenMehr Energieeffizienz bei Nichtwohngebäuden: Richtiges Signal aus BerlinHeimische Holzwärme ist nachhaltiger Baustein der Wärmewende